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Der Demokrat Gavin Newsom macht derzeit unter anderem mit Social-Media-Posts Schlagzeilen.
Archivbild: KEYSTONE
Das Team des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom kopiert Donald Trump Kommunikationsstil, um sich über den Republikaner lustig zu machen. Die Fans des Präsidenten können darüber gar nicht lachen.
Wer am 14. August die Posts auf dem X-Account von Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom sieht, wähnt sich im falschen Film. «Make the maps great again», steht dort etwa in Anlehnung an «MAGA». «Grosse, wundervolle Veranstaltung heute.» Und genau wie es Donald Trump immer schreibt: «Danke für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit.».
Weil auch noch alles in Grossbuchstaben geschrieben ist, wirkt der Post exakt wie eine Wortmeldung des US-Präsidenten. Bei den maps geht es um die Neuaufteilung von Wahlkreisen: Das demokratisch regierte Kalifornien will fünf Stimmen ausgleichen, die das republikanisch geführte Texas dem politischen Gegner nehmen will.
Es ist an jenem Tag nicht der einzige Post über «Kaliforniens wunderschöne Karten»: «Die Leute sagen, es sind die besten Karten, die je gemacht wurden – sogar besser als die von Christopher Columbus. Donald ‹Der Versager› Trump sei gewarnt», heisst es da: Der Hang des 79-Jährigen zu Superlativen wird ebenso imitiert wie Trumps Faible für Schimpfnamen.
Oder: «Ich, ihr Lieblingsgouverneur Gavin Christopher Newsom, habe den besten, ‹erstaunlichsten Deal› in der Geschichte angeboten: Hört auf, auf, bei der Karte von Texas zu schummeln, und Kalifornien wird unsere nicht ‹schöner› machen. Leider – aber nicht überraschend, war Donald zu schwach (kleine Hände), um auch nur zurückzuschreiben. Kein Deal!»
Die Masche kommt an. «Gebt eurem Social-Media-Verantwortlichen eine Gehaltserhöhung, die Posts treffen den Ton perfekt», schreibt eine Userin unter dem letztgenannten Post. «Bitte geben Sie demjenigen, der diesen Account betreut, eine ordentliche Gehaltserhöhung», fordert ein anderer unter dem zuvor zitierten Tweet.
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Es sind nicht die einzigen Bonmots am 14. August: «Ich, Gavin Christopher Newsom, Amerikas Lieblingsgouverneur (sagen viele), werde die grossartigste Pressekonferenz aller Zeiten geben», ist auch noch zu lesen. Oder es ist von «perfekten Karten» die Rede: die Anmerkungen in Klammern, die Anführungszeichen, die drei Buchstaben am Ende – alles wie bei Trump.
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Und damit nicht genug: Auch KI-Bilder werden geliefert, wie man es von Donald Trump kennt. Oben das «Original», dass das Weisse Haus am 19. Februar veröffentlicht hat. Unten das ironische Plagiat vom Team Newsom vom 15. August.
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Am selben Tag wird getrollt: «Donald ist fertig – er ist nicht länger ‹hot›. Erst die Hände (so winzig) und jetzt ich – Gavin C. Newsom – der seinen ‹Schritt› macht. Viele sagen, er schafft die ‹grossen Stufen› der Air Force One nicht mehr – er macht jetzt kleine Babyschritte. Traurig!»
Natürlich wird bei Newsoms X-Auftritt nicht nur herumgekaspert: Immer wieder gibt es Videos des Gouverneurs und auch ernste Posts. Und dann das: Jemand schreibt, der Account sei gelöscht worden. Die Reaktion: «Wow – gross, wenn wahr.»
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Auch wenn Trump in Alaska Wladimir Putin trifft, wird das Ganze aufgegriffen: «Winzige Hände sind hier und kopieren mich – aber ohne das Durchhaltevermögen (traurig) und sicherlich ohne das ‹Aussehen›. Voll beta! GCN.»
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Schon springen Userinnen und User auf den Zug auf – und posten wie die Maga-Gemeinde übertrieben patriotische KI-Bilder, in denen der Protagonist einen knallhart gestählten Körper hat:
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Auch «Fox News» fällt nun auf, dass Newsom «versucht», Trump in Grossbuchstaben zu trollen: «Er macht das nun schon eine Weile», erklärt Moderator Trace Gallagher. «Ich glaube, er versucht, witzig zu sein. Ich weiss nicht, was er versucht, zu tun. Es kommt kindisch rüber. Sie sind der Gouverneur des grössten Bundesstaates: Was machen Sie?»
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Die Reaktion? Newsooms Team postet den dazugehörigen Clip und schreibt: «Spatzenhirn Trey Gallagher (ein sogenannter Fox-‹News›-Moderator, von dem nie jemand gehört hat, sagt, meine Posts wären ‹kindisch› und ‹unziemlich› für einen Leader – könnt Ihr das glauben?»
Sogar der Name ist falsch geschrieben, wie es auch dem Präsidenten dann und wann unterläuft. Gallagher möge seine «kleine ‹Bettzeit-Show› sofort einstellen»: «Sie nennen es das langweiligste Programm in der Geschichte des Kabelfernsehens. Totales Schnarchfest! Traurig!!! CGN.»
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Nicht nur Trump bekommt sein Fett weg: Seine Pressesprecherin wird zu «KaroLYIN' Leavitt» – also «KaroLügen Leavitt». Kennt schon jemand «JD ‹Just Dance› Vance»? Und leistet der Präsident sich einen Fehltritt – etwa als er zusammenhangslos das Wort «Bela» postet – hat das Team Newsom nicht nur ein, sondern zwei Lästereien parat.
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Und auf solche Spitzen folgt dann wieder so ein KI-Bild: Hier ist Newsom im tiefen Gebet zu sehen, während ihm links und rechts die Trump-Jünger Kid Rock und Tucker Carlson zur Seite stehen, während der verstorbene Hulk Hogan mit Engelsflügeln hinter ihm wacht.
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Millionen sehen diesen Post – und auch die Medien schauen nun hin: Auf der linken Seite berichten CNN und MSNBC über die neue Taktik des Kaliforniers, aber auch «Fox News» auf rechts legt nach.
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Nicht nur online, sondern auch vor der Kamera: «Seit letzter Woche hat Gavin Newsom», setzt Moderatorin Dana Perino an und unterbricht sich: «Warum gebe ich ihm überhaupt einen Rat? Hören Sie auf mit diesem Twitter-Ding. Ich weiss nicht, wo seine Frau ist? Wenn ich seine Frau wäre, würde ich sagen: Du machst dich selbst zum Affen. Hör auf.»
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Und wenn er es nichts selbst mache, solle er sein Team stoppen: So könne man sich jedenfalls nicht benehmen, wenn man Präsident werden wolle. «Er muss ein bisschen ernsthafter sein», sagt Perino in der Sendung «The Five». Natürlich geht das Team Newsom mit der Kritik hausieren.
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Und nochmal wird zurückgeschossen: «Dana ‹Ding Dong› Perino (bis heute noch nie von ihr gehört!) dreht durch wegen mir, Gavin C. Newsom! Fox hasst, dass ich Amerikas Lieblingsgouverneur bin (‹König der Einschaltquoten›), der Amerika rettet, während Trump nicht einmal mehr die ‹grossen› Stufen der Air Force One erobern kann.»
Die Kritik von rechts prallt ab oder wird aufgenommen, um sie ins Gegenteil zu verkehren: Benehmen wie im Pfadilager? Das heisst, dass «Fox News» auch Trump für kindisch hält. Theoretisch.
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In der Praxis wird nicht darüber reflektiert, dass Newsom bloss ein Echo von Trump ist. Gleichzeitig führt einem diese Umkehrung auch vor Augen, an welchen politischen Jargon die Welt sich inzwischen gewöhnt hat.
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Das Team Newsom hat sein Ziel längst erreicht: Die Aufmerksamkeit ist den Posts nun gewiss. Die Gegenseite sieht alt aus: Am 21. August meldet der Newsom-Account: «Der Direktor für digitale Inhalte im Weissen Haus ist heute zurückgetreten. Ist irgendwas passiert?»
Am 20. August hat sich auch Trump erstmals zur Causa geäussert: Der Kalifornier habe schlechte Umfragewerte, schreibt der New Yorker auf einer Plattform Truth Social. Er benutzt seinen Schimpfnamen «Gevin Newscum» – scum heisst Abschaum.
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«Er wird als der Mann gesehen, der den einst grossartigen Staat Kalifornien zerstört hat. Wir werden Kalifornien retten!!! Präsident DJT» heisst es weiter. Newsoms Team quittiert das frostig mit drei Eis-Emojis. Zuletzt wurde ein weiterer Trump-Post aufs Korn genommen: «Trump imitiert mich! CGN», steht bei der präsidialen Tirade gegen den Sender MSNBC.
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Für einmal ist es ein Demokrat, der viral geht und den Nagel auf den Kopf trifft. Einige Userinnen und User regt das an, selbst entsprechend zu posten und Bilder zu kreieren. Wohin das alles führt, bleibt abzuwarten.
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