Frist verfehltUS-Regierung veröffentlicht nur einen Teil der Epstein-Akten − Demokraten empört
SDA
19.12.2025 - 22:26
Missbrauchsopfer von Millionär Epstein und seiner Komplizin Maxwell bei einer Pressekonferenz vor dem US-Kapitol. (Archiv)
Keystone/FR159526 AP/Jose Luis Magana
Das US-Justizministerium gab am Freitag hunderttausende Dokumente im Fall Epstein frei. Die Trump-Regierung verfehlte allerdings die gesetzliche Frist zur Freigabe nahezu aller Akten, wie es der Kongress gefordert hatte.
Keystone-SDA
19.12.2025, 22:26
19.12.2025, 23:38
SDA
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Das US-Justizministerium veröffentlichte hunderttausende Dokumente im Fall Epstein, verfehlte jedoch die vom Kongress gesetzte Frist zur vollständigen Freigabe.
Vize-Justizminister Todd Blanche erklärte, die Akten würden schrittweise veröffentlicht, um den Schutz der Opferidentitäten sicherzustellen.
Jeffrey Epstein, ein einflussreicher New Yorker Finanzier, betrieb über Jahre einen Missbrauchsring mit zahlreichen Opfern, darunter Minderjährige.
Kurz vor Ablauf der Frist für die Veröffentlichung von Ermittlungsakten im Skandal um den gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat US-Vize-Justizminister Todd Blanche erklärt, dass nicht alle Unterlagen auf einmal veröffentlicht würden. Er begründete dies damit, dass jede einzelne Seite, die veröffentlicht werde, so gestaltet sein müsse, dass die Identität der Opfer geschützt werde.
Das Justizministerium gab nun einen ersten Satz mit hunderttausenden Dokumenten frei. Dazu gehört ein Adressbuch, in dem Trump sowie zahlreiche weitere Prominente aufgeführt sind. Fast alle Angaben sind geschwärzt. Wem das Buch gehörte, ist unklar.
Neu veröffentlichte Fotos zeigen unter anderem den früheren Präsidenten Bill Clinton und den verstorbenen Popstar Michael Jackson. Auf einem Bild lehnt sich Clinton in einem Whirlpool zurück, auf einem anderen schwimmt er neben einer dunkelhaarigen Frau, womöglich Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell. Trump hatte in dem Fall Ermittlungen gegen Clinton und andere Demokraten angestossen.
Das Justizministerium war vor einem Monat vom Kongress zur Freigabe verpflichtet worden, um Transparenz in dem Fall herzustellen. Als Frist war der 19. Dezember gesetzt worden. Weitere Dokumente sollen nach Angaben des Justizministeriums erst in den kommenden Wochen folgen.
Demokraten werfen Trump-Regierung «Gesetzesbruch» vor
Die oppositionellen Demokraten warfen der Trump-Regierung einen «Gesetzesbruch» und versuchte Vertuschung in der Epstein-Affäre vor. Sie prüfen nun juristische Schritte. Kritik kam aber auch aus Trumps Lager. Mehrere Abgeordnete der Republikaner äusserten sich enttäuscht über die eigene Regierung. Dazu gehörten die Abgeordneten Marjorie Taylor Greene und Thomas Massie.
Der New Yorker Finanzier Epstein war über viele Jahre Teil der High Society und verkehrte in einflussreichen Kreisen. Der Multimillionär betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Auch er selbst soll Frauen und Mädchen missbraucht haben.
Trump auf Epstein-Fotos zu sehen
US-Präsident Donald Trump ist auf Bildern aus dem Nachlass des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu sehen, die aus der Phase vor seiner Amtszeit stammen. Die Bilder wurden am 12. Dezember von den Demokraten publiziert.