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Die Juristin Anna Nasobina wurde bei der Explosion in Monaco schwer verletzt.
Die Paketbomben-Explosion in Monaco hat die Geliebte eines ukrainischen Oligarchen schwer getroffen. Anna Nasobina hat beide Beine verloren, ihr Sohn und Wadym Jermolajew sind ebenfalls verletzt.
Nach der Sprengstoffexplosion mit mehreren Schwerverletzten im sonst so schicken und als besonders sicher geltenden Monaco gibt es neue Erkenntnisse zu den Opfern. Wie «Daily Mail» berichtet, handelt es sich bei der lebensgefährlich verletzten Frau nicht um die Ehefrau des ukrainischen Oligarchen Wadym Jermolajew, sondern um dessen Geliebte Anna Nasobina.
Sie verlor bei der Explosion beide Beine und kämpft auf der Intensivstation um ihr Leben. Auch ihr gemeinsamer 13-jähriger Sohn sowie Jermolajew wurden verletzt.
Zunächst hatten Medien berichtet, Jermolajews Ehefrau Anna Jermolajewa sei das Opfer. Diese meldete sich jedoch kurz darauf unversehrt.
Die Staatsanwaltschaft geht derzeit nicht von einem Terroranschlag aus. Es gebe keine Hinweise auf ein entsprechendes Motiv, sagte Staatsanwalt Stéphane Thibault. Ermittelt werde wegen versuchter Tötung und eines Sprengstoffdelikts. Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem Einzeltäter aus, der sich weiterhin auf der Flucht befindet.
Am Montagabend gegen 21 Uhr hatte es am Eingang eines Wohngebäudes eine heftige Explosion gegeben. Zuvor soll ein Mann ein Paket vor dem Gebäude abgelegt haben, wie Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen. Als Nasobina, Jermolajew und der 13-Jährige die Tür öffneten, detonierte das Paket. Neben den drei Bewohnern wurden zwei weitere Menschen durch umherfliegende Glassplitter verletzt.
Das Wohngebäude liegt nahe der französischen Grenze. Der mutmassliche Täter soll anschliessend zu Fuss in Richtung der Nachbarstadt Beausoleil geflüchtet sein. Die Polizei wertet nun zahlreiche Überwachungskameras aus, um seine Fluchtroute nachzuvollziehen und ihn zu identifizieren. Medien veröffentlichten ein Bild eines rennenden Mannes mit dunklem Hut.

Ein Polizist steht auf einer Strasse in Monaco Wache.
Keystone
Die Verletzten konnten bislang noch nicht von den Ermittlern befragt werden. Jermolajew befindet sich nach Angaben der Behörden ausser Lebensgefahr, ebenso der Sohn. Der Zustand Nasobinas ist weiterhin kritisch.
Der Staatsanwalt erklärte zudem, Jermolajew lebe spätestens seit 2021 in Monaco. Im Fürstentum liefen keine Ermittlungen gegen ihn, zudem werde er von ausländischen Behörden derzeit nicht gesucht.
Jermolajew steht seit Dezember 2023 auf der ukrainischen Sanktionsliste. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf ihm wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland vor. Der Unternehmer gehörte mit seiner Firmengruppe Alef einst zu den grössten Immobilienentwicklern in der ukrainischen Stadt Dnipro und zählte zu den reichsten Männern des Landes. Nach eigenen Angaben besitzt er seit 2017 nur noch die zyprische Staatsbürgerschaft.
Nach ukrainischen Medienberichten könnte der Anschlag allerdings mit mutmasslichen kriminellen Verbindungen des Oligarchen zusammenhängen. Demnach soll Jermolajew die Finanzen eines europaweit tätigen Betrugsnetzwerks gesteuert haben, das Anleger mit gefälschten Kryptowährungs-Investments um mehr als 100 Millionen Euro gebracht haben soll.
Zudem soll er hohe Schulden bei der sogenannten Callcenter-Mafia in seiner Heimatstadt Dnipro angehäuft haben. Für diese Vorwürfe gibt es bislang keine offizielle Bestätigung. Die Ermittler prüfen mehrere mögliche Motive, gesichert ist derzeit keine Theorie.
Auch Nasobina ist in gehobenen Gesellschaftskreisen keine Unbekannte. Die Juristin aus Dnipro leitet seit 2023 eine Investmentfirma in London und ist Mitgründerin eines exklusiven Clubs, der Veranstaltungen für die internationale High Society organisiert.
Die Explosion erschütterte das Fürstentum. Zahlreiche Rettungskräfte sowie französische Ermittler standen im Einsatz, der Tatort blieb auch am Folgetag weiträumig abgesperrt.

Albert II., Fürst von Monaco, spricht nach dem Vorfall von einem «Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft». Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Keystone
Fürst Albert II. sprach von einer «kriminellen Explosion», die einen «Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft» ausgelöst habe. Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Betroffenen.