Atomschlag bei Angriff auf Kim Nordkorea reagiert auf die Tötung iranischer Führungskader

Gabriela Beck

10.5.2026

Nordkoreas Oberster Führer Kim Jong Un (2. v. l.) und nordkoreanische Soldaten nehmen an einer Zeremonie zur Eröffnung eines Museums- und Gedenkkomplexes teil, der den nordkoreanischen Soldaten gewidmet ist, am 26. April 2026.
Nordkoreas Oberster Führer Kim Jong Un (2. v. l.) und nordkoreanische Soldaten nehmen an einer Zeremonie zur Eröffnung eines Museums- und Gedenkkomplexes teil, der den nordkoreanischen Soldaten gewidmet ist, am 26. April 2026.
IMAGO/ITAR-TASS

Nach den tödlichen Angriffen auf Irans Führung zieht Nordkorea Konsequenzen: Eine neue Verfassungsregel verpflichtet das Militär zu einem automatischen Atomschlag, falls Machthaber Kim Jong-un getötet wird. Experten sehen darin ein Signal wachsender Nervosität in Pjöngjang.

Redaktion blue News

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  • Nordkorea verpflichtet sein Militär per Verfassung zu einem automatischen Atomschlag nach einem Angriff auf Kim Jong-un.
  • Auslöser sind offenbar die tödlichen US-israelischen Angriffe auf die iranische Führung.
  • Gleichzeitig baut Pjöngjang seine militärische Drohkulisse gegenüber Südkorea weiter aus.

Nordkorea hat seine Atomdoktrin verschärft und einen automatischen nuklearen Vergeltungsschlag in der Verfassung verankert. Das Militär soll künftig unmittelbar reagieren, falls Machthaber Kim Jong-un durch einen Angriff getötet oder das Kommando über die Atomstreitkräfte ausgeschaltet wird.

Die Änderung wurde auf der jüngsten Sitzung der Obersten Volksversammlung in Pjöngjang beschlossen und nun vom südkoreanischen Geheimdienst öffentlich gemacht. Im neuen Artikel 3 der Atomdoktrin heisst es, bei einer Bedrohung des Führungs- und Kontrollsystems müsse «automatisch und unverzüglich» ein Atomschlag erfolgen.

Auslöser der Verschärfung dürften die gemeinsamen US-israelischen Angriffe auf Iran gewesen sein, bei denen Revolutionsführer Ali Chamenei und mehrere ranghohe Berater getötet wurden, schreibt der «Telegraph». Beobachter in Seoul gehen demnach davon aus, dass die sogenannten «Enthauptungsschläge» die Führung in Pjöngjang alarmiert haben.

Angriff auf Kim schwieriger als auf Machthaber im Iran

Der Historiker Andrei Lankov von der Kookmin-Universität in Seoul spricht in dem Artikel von einem «Weckruf» für Nordkorea. Zwar habe die Regelung vermutlich schon zuvor intern gegolten, doch mit der Verankerung in der Verfassung erhalte sie deutlich mehr Gewicht.

Gleichzeitig gilt ein gezielter Angriff auf Kim als wesentlich schwieriger als im Iran. Nordkorea sei weitgehend abgeschottet, ausländische Kontakte würden streng überwacht. Auch moderne Überwachungsmethoden wären schwer umzusetzen, da das Land kaum digitale Infrastruktur besitze und das Internet stark kontrolliert würde, analysiert der Telegraph.

Kim gilt zudem als extrem sicherheitsbewusst. Er reist bevorzugt in gepanzerten Zügen und wird ständig von Leibwächtern begleitet. Nach Einschätzung von Experten fürchtet die Führung vor allem Satellitenaufklärung und Präzisionsangriffe auf die Staatsspitze.

Parallel verschärft Nordkorea auch militärisch den Druck auf Südkorea. Laut Staatsmedien soll eine neue 155-Millimeter-Haubitze noch in diesem Jahr an der Grenze stationiert werden. Mit ihrer Reichweite könnte sie grosse Teile der Hauptstadtregion Seoul erreichen.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen damit weiter zu. Nord- und Südkorea befinden sich formal noch immer im Krieg, da der Konflikt von 1950 bis 1953 lediglich mit einem Waffenstillstand endete.

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