Zur nuklearen Abschreckung Nordkorea zeigt Fortschritte beim Bau eines Atom-U-Boots

dpa

25.12.2025 - 20:13

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un besichtigt U-Boot-Werft.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un besichtigt U-Boot-Werft.
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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat eine Werft besichtigt, um den Bau eines U-Boots mit Atomantrieb zu inspizieren. Nordkorea hat angedeutet, dass es sein Atom-U-Boot mit Atomwaffen bestücken wird.

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  • Nordkorea baut ein U-Boot mit Atomantrieb zur Abschreckung gegen feindliche Bedrohungen.
  • Machthaber Kim Jong Un hat jetzt eine Werft besichtigt, um den Bau des U-Boots der 8700-Tonnen-Klasse zu inspizieren.
  • Nordkorea bezeichnet das Gefährt als «strategisches Lenkraketen-U-Boot» oder «strategisches Atomangriffs-U-Boot».

Nordkoreanische Staatsmedien haben Bilder von Fortschritten beim Bau eines U-Boots mit Atomantrieb gezeigt. Machthaber Kim Jong Un habe eine Werft besichtigt, um den Bau des U-Boots der 8700-Tonnen-Klasse zu inspizieren, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Sie veröffentlichte Bilder, die einen weitgehend fertigen Rumpf zeigen, der offenbar mit Korrosionsschutzfarbe beschichtet ist.

Kim sagte, wenn das U-Boot vollendet sei, werde es die nukleare Abschreckung gegen feindliche Bedrohungen epochal verstärken. Bemühungen Südkoreas, mit US-Hilfe ein atomgetriebenes U-Boot zu bauen, seien ein «offensiver Akt», der schwer gegen die Sicherheit und die maritime Souveränität Nordkoreas verstosse. Deshalb sei es notwendig, die nordkoreanische Marine atomar zu bewaffnen.

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Nordkorea hat angedeutet, dass es sein Atom-U-Boot mit Atomwaffen bestücken wird. Es bezeichnet das Gefährt als «strategisches Lenkraketen-U-Boot» oder «strategisches Atomangriffs-U-Boot». U-Boote mit Atomantrieb können lange Zeit getaucht fahren und Raketen von unter Wasser starten. Für andere Staaten wäre dies besorgniserregend, weil Vorbereitungen für solche Starts im Voraus nur schwer zu entdecken sind.

Aus dem KCNA-Bericht ging nicht hervor, wann Kim auf der Werft war. Er zeigt ihn in einer Montagehalle zusammen mit hochrangigen Beamten und seiner Tochter. Es war das erste Mal seit März, dass nordkoreanische Staatsmedien Bilder des U-Boots veröffentlichten.

Offen blieb, wie weit Nordkorea mit dem Bau vorangekommen ist, der nach Expertenansicht von Russland unterstützt wird. Moon Keun Sik von der Hanyang-Universität in Seoul sagte, U-Boote würden meist von innen nach aussen gebaut. Der weitgehend fertiggestellte Rumpf deute daher darauf hin, dass viele Kernkomponenten bereits eingebaut seien. Nordkorea werde das U-Boot möglicherweise schon in einigen Monaten auf See testen.

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