«Ich bin kein Dummchen»Grosskatze verletzt Senior – jetzt spricht die «Tigerkönigin»
Lea Oetiker
19.5.2026
Carmen Zander ist die Halterin des entlaufenen Tigers.
Keystone
Am Wochenende ist in Leipzig ein Tiger entlaufen und hat dabei eine Person schwer verletzt. Nun hat sich die Halterin des Tieres erstmals zu dem Vorfall geäussert.
In Leipzig ist ein entlaufener Tiger aus einer privaten Anlage erschossen worden, nachdem er einen 73-jährigen Mann schwer verletzt hatte.
Die Betreiberin Carmen Zander weist jede Schuld zurück und zeigt sich erschüttert, betont aber, dass alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden seien.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun zum genauen Ablauf und möglichen Verstössen gegen Sicherheitsvorschriften.
Am Wochenende hat die Polizei in Leipzig einen entlaufenen Tiger erschossen. Das Tier war aus einer privaten Anlage im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig entkommen. Dort hält die als «Tigerkönigin» bekannte Dompteurin Carmen Zander in einem Gewerbegebiet mehrere Grosskatzen. Nach Angaben sollen sich noch acht Tiger in der Anlage befinden.
Ein 73-jähriger Mann wurde bei dem Vorfall schwer verletzt. Er erlitt Biss- und Kratzwunden, wurde in ein Spital gebracht und ist derzeit nicht vernehmungsfähig, wie die DPA berichtet.
Zander reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Medien, nun hat sie sich jedoch gegenüber RTL geäussert. Sie sagt, sie sei während des Angriffs nicht vor Ort gewesen und der Vorfall habe sie «völlig aus der Bahn geworfen». Weiter erzählt sie: «Ich habe gedacht, ich bin im Albtraum», sagt sie. Und: «Ich hab' nichts falsch gemacht! Meine Mitarbeiter und Helfer sind zu 100 Prozent instruiert worden.»
Zander weist Kritik an ihrer Arbeit zurück: «Ich kann mein Handwerk. Ich bin kein Dummchen, was hier plötzlich meint, mit Raubtieren arbeiten zu müssen», sagt sie gegenüber dem Sender.
Die Sicherheit sei stets gewährleistet gewesen: «Die Sicherheit war immer und ist immer gegeben. Und deswegen, umso schwerer fällt es mir, zu begreifen, was hier passiert ist.»
Tiger galt als «Angsthase»
Der beteiligte Tiger «Sandokan», ein neun Jahre altes Tier mit rund 280 Kilogramm Gewicht, galt laut Zander als ihr «Kuschelbär». Auf ihrer Internetseite wurde er jedoch von Zander als «Angsthase» beschrieben: «Wenn er etwas nicht einschätzen kann, ist er schnell überfordert und wird unsicher. Ein Angriff kann von daher schneller und unerwarteter ausgelöst werden.»
Die Staatsanwaltschaft untersucht nun den genauen Ablauf und mögliche Verstösse gegen Sicherheitsvorschriften. Auch die Rolle des verletzten Helfers ist Gegenstand der Ermittlungen.
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