ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften sie.
15.01.2026
In Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota gehen die Proteste gegen ICE weiter. Wie verheerend inzwischen die Lage im Inneren der USA geworden ist, zeigen diese fünf Beispiele zur Causa.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Sieht so der Bürgerkrieg aus? Eine New-York-Times-Kolumnistin berichtet aus Minneapolis – und ist fassungslos.
- Militarisierung des Konflikts: 1500 Soldate halten sich bereit, die 3000 Bundesbeamten in Minneapolis zu verstärken.
- Rückkehr der Black Panther? «F*** around and find out.»
- Bundesbehörden schalten auf stur: Keine Ermittlungen gegen den Todesschützen von Renee Good – Juristen in Minnesota entsetzt.
- Ureinwohner Amerikas abschieben? ICE verhaftet vier Mitglieder des Oglala-Stammes.
Journalistin spricht von Bürgerkrieg
«Als langjährige Auslandskorrespondentin habe ich über Bürgerkriege in Ländern rund um den Globus berichtet», schreibt die «New York Times»-Kolumnistin Lydia Polgreen. «Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte ich bei der Vorstellung, dass irgendwo in Amerika ein Bürgerkrieg ausbrechen könnte, mit den Augen gerollt, schon gar nicht in meinem einst so friedlichen Heimatstaat Minnesota.»
Die Kolumnistin der «New York Times» fährt fort: «Und doch stand ich da, mit brennenden Augen und brennender Kehle, als Tränengas über mich hinwegwehte, und sah zu, wie schwer bewaffnete Agenten der Bundesregierung in ein ruhiges Wohnviertel eindrangen, das fünf Meilen Luftlinie von dem Vorort entfernt war, in dem ich zur Mittelschule ging.»
We found three cars full of masked ICE agents in a residential car park. Our guide asked them if they had a warrant, they refused to answer. I asked them several questions about what they were doing. They then made obscene gestures at us. Shortly afterwards, a drone appeared circling our car.
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— Lewis Goodall (@lewisgoodall.com) 18. Januar 2026 um 23:14
«In Minneapolis habe ich einen Blick auf den Bürgerkrieg erhascht», heisst Polgreens Reportage aus dem Bundesstaat Minnesota, wo nach dem Tod von Renee Nicole Good die Proteste weitergehen. Minnesotas Generalstaatsanwalt Keith Ellison sagt in der «New York Times»: «Wir müssen nicht darüber spekulieren, wie amerikanischer Faschismus aussieht. Er ist gleich vor der Tür.»
Militarisierung des Konflikts
Das Pentagon hat angeblich 1500 Soldaten in Alaska in Alarmbereitschaft versetzt, um sie womöglich nach Minneapolis zu entsenden.
Die Soldaten würden das Heer von rund 3000 Bundesbeamten flankieren, das laut «New York Times» schon in Minnesota ist – und in Minnesota die Logistik auf verschiedene Wege an die Grenzen bringt. Allerdings gilt der «Insurrection Act» noch nicht: Ohne Bemühung des Aufstandsgesetzes darf das Militär im Inneren nicht eingesetzt werden.
Auf der Gegenseite hält laut CNN auch der demokratische Gouverneur von Minnesota Truppen bereit, damit die Nationalgarde bei Bedarf der lokalen Polizei zu Hilfe kommen kann.
Gleichzeitig wundern sich Experten etwa bei «Defense News», dass es sich bei den in Alaska stationierten Soldaten um Teile der 11th Airborne Division aus Alaska handelt. Die Luftlandetruppen sind auf den Kampf in der Kälte trainiert. Dass diese Auswahl wegen Trumps Grönland-Gelüsten misstrauisch macht, zeigt, wie rasant das Trump-Jahr nicht nur innen-, sondern auch aussenpolitisch beginnt.
Bewaffneter Widerstand aus der Bevölkerung
Gleichzeitig formiert sich auch Widerstand unter den Bürgerinnen und Bürgern: Der «Philadelphia Inquirer» stellt fest, dass es eine Gruppe gibt, die an die Black-Panther-Bewegung anknüpft.
Die sozialstische Black Panther Party hat ihren Ursprung im Schwarzen Nationalismus der USA und war von 1966 bis 1982 aktiv. Die Mitglieder setzen auf ein selbstbewusstes Auftreten unter Kenntnis ihrer Rechte – schwerbewaffnet eskortieren sie Migranten, um sie vor ICE-Agenten zu schützen. Hier ist der Aktivist Paul Birdsong zu sehen:
«Eine unbewaffnete Frau wurde von ICE getötet», sagt Birdsong. Seine Leute und er würden nicht tatenlos zusehen, wenn brutal gegen die Bevölkerung vorgegangen werde. «Wir ziehen sie zur Verantwortung», schwört er nachdrücklich mit Blick auf die «Tyrannen» und «Bullys», die Trump geschickt habe.
Bundesbehörden schalten auf stur
Der Todesschütze von Renee Good hat von Seiten der Bundesbehörden nichts zu befürchten. Das hat der stellvertretende US-Generalstaatsanwalt Todd Blanche gegenüber «Fox News» versichert: «Wir ermitteln, wenn es angebracht ist, zu ermitteln. Das ist hier nicht der Fall. Also nein, wir ermitteln nicht.»
BREAM: Is the FBI conducting an investigation into the ICE agent who shot Renee Good?
BLANCHE: What happened that day has been reviewed by millions of Americans. We investigate when it's appropriate to investigate. That is not the case here. So no, we are not investigating.
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— Molly Ploofkins (@mollyploofkins.bsky.social) 18. Januar 2026 um 18:21
Dabei haben Recherchen der «New York Times» widerlegt, dass Goods Auto den Todesschützen berührt hat. Sie war auch noch am Leben, als ICE-Agenten am Tatort einem Arzt den Zugang zu ihr verwehrten, ergänzt «The Nation».
Dazu sagt Minnesotas oberster Staatsanwalt Ellison: «Ich denke, das ist das deutlichste Zeichen dafür, dass wir die Verfahrensgerechtigkeit aufgegeben haben und voll und ganz in einem ergebnisorientierten System angekommen sind.»
Für Verwirrung sorgt zusätzlich ein X-Post von Trumps Top-Berater Stephen Miller, der andere Posts aufgreift, die besagen, die Polizei von Minneapolis habe sich einfach verdrückt. «Nur Bundesbeamte halten das Gesetz aufrecht», schreibt Miller.
Sogar Ureinwohner Amerikas sollen abgeschoben werden – aber wohin?
Am 16. Januar haben ICE-Agenten vier Ureinwohner Amerikas in Minneapolis verhaftet: Es handelt sich um Mitglieder des Stammes der Oglala aus dem im Westen liegenden Nachbarstaat South Dakota. Sie wurde in ICE-Einrichtungen in Minnesota gebracht, berichtet ABC.
Native Americans are protesting after ICE detained 4 Oglala Sioux tribal members in Minneapolis.
Three are still unaccounted for.
Let that sink in.
The original Americans are getting treated like “illegal aliens” by masked federal agents.
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— voegizug (@voegizug.bsky.social) 17. Januar 2026 um 20:46
Wohin wollte man diese Ureinwohner Amerikas abschieben? Warum werden die Leute nicht freigelassen? Informationen gebe es nur, wenn die Oglala ein Immigrationsabkommen mit ICE schliesse. Der Häuptling Herauskommender Stern lehnt das ab, weiss der US-Sender.
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15.01.2026