Opposition gewinnt überraschend Präsidentenwahl im Kongo

SDA/sob

10.1.2019 - 05:51

Im Kongo gewinnt Oppositionskandidat Félix Tshisekedi überraschend die Präsidentenwahl. Er löst den seit 17 Jahren mit harter Hand regierenden Joseph Kabila als Staatschef ab – falls dessen Partei die Niederlage anerkennt.

Der kongolesische Oppositionsführer Félix Tshisekedi hat laut Wahlkommission die Präsidentschaftswahl in dem afrikanischen Land gewonnen. Tshisekedi habe mehr als sieben Millionen Stimmen oder 38 Prozent bekommen, teilte die Wahlkommission mit.



Der Oppositionskandidat Martin Fayulu, der in Umfragen geführt hatte, kam auf mehr als sechs Millionen Stimmen. Es war unklar, ob er das Ergebnis anfechten würde. Fayulu hatte vor Wahlbetrug gewarnt. Das Land stellte sich auf mögliche Proteste ein.

Der Kandidat der Regierungspartei, Emmanuel Ramazani Shadary, hatte mehr als vier Millionen Stimmen oder 23 Prozent. 

Noch nie friedlichen Machtwechsel

Das Verfassungsgericht hat 14 Tage Zeit, um das Ergebnis zu bestätigen. Die USA hatten Sanktionen gegen Behördenvertreter angedroht, die die Wahl manipulierten. Wahlbeobachter hatten zahlreiche Unregelmäßigkeiten gemeldet.

Die Demokratische Republik Kongo ist eines der instabilsten Länder Afrikas. Seit dem Ende der belgischen Kolonialherrschaft 1960 gab es noch nie einen friedlichen Machtwechsel. Kabila ist seit 2001 im Amt.

Die mächtige katholische Kirche des Landes hat gesagt, dass ihre 40 000 Wahlbeobachter in allen Wahllokalen einen «klaren Gewinner» festgestellt hätten. Der Kirche wurde aber von Wahlvorschriften verboten, mehr dazu zu sagen.

Historische Wahl

Die Veröffentlichung der Wahlergebnisse war ursprünglich für Sonntag geplant gewesen. Sie wurde jedoch wegen logistischer Probleme verschoben. 39 Millionen Bürger waren bei der historischen Wahl zur Stimmabgabe aufgerufen gewesen.

Die Präsidentschaftswahl hätte laut Verfassung eigentlich schon vor zwei Jahren stattfinden müssen. Da sich Präsident Kabila jedoch weigerte, wie vorgesehen nach zwei Amtszeiten abzutreten, wurden die Wahlen mehrfach verschoben. Proteste dagegen wurden blutig niedergeschlagen.

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