Mehr als 46 Jahre HaftOppositioneller Bürgermeister in der Türkei verurteilt
SDA
15.5.2026 - 18:38
ARCHIV – Eine türkische Flagge weht vor blauem Himmel im Wind, während eine zweite Flagge aufgewickelt daneben hängt. Foto: Anna Ross/dpa
Keystone
In der Türkei ist ein ehemaliger oppositioneller Bezirksbürgermeister zu mehr als 46 Jahren Haft verurteilt worden. Die Opposition spricht von politisch motivierter Justiz – Präsident Recep Tayyip Erdogan weist entsprechende Vorwürfe zurück.
Keystone-SDA
15.05.2026, 18:38
16.05.2026, 08:28
SDA
Ein ehemaliger oppositioneller Bezirksbürgermeister im türkischen Antalya ist zu mehr als 46 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht verurteilte den ehemaligen Bürgermeister der grössten Oppositionspartei CHP des Bezirks Manavgat, Niyazi Nefi Kara, mitunter wegen Korruption, Geldwäsche und der Leitung einer kriminellen Organisation, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Wenige Monate nach seiner Absetzung als Bürgermeister trat Kara aus der CHP aus.
Auch der ehemalige stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Manavgat wurde zu einer Haftstrafe von 40 Jahren und einer Geldstrafe verurteilt. Mehr als 40 Angeklagte standen laut Anadolu bei diesem Verfahren vor Gericht.
Viele oppositionelle Bürgermeister in U-Haft
Zahlreiche CHP-Bürgermeister verschiedener Gemeinden und Städte in der Türkei sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Der prominenteste ist der ehemalige Bürgermeister der Millionenmetropole Istanbul, Ekrem Imamoglu. Seine Verhaftung und folgende Absetzung als Bürgermeister im vergangenen Jahr löste landesweite Proteste aus. Der Hauptprozess gegen Imamoglu ist im März gestartet – ihm drohen Anadolu zufolge mehr als 2.000 Jahre Haft.
Die CHP sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Dieser hatte bei den Kommunalwahlen die Kontrolle über mehrere wichtige Grossstadtgemeinden verloren. Erdogan hingegen weist Einflussnahme auf die Justiz vehement zurück.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
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Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
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