UngarnOrban beschimpft politische Gegner als «Wanzen»
SDA
15.3.2025 - 15:28
dpatopbilder - ARCHIV - Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, hält eine Rede vor dem Parlamentsgebäude am 170. Jahrestages der Ungarischen Revolution. Am 15. März 1848 begann die Revolution im Königreich Ungarn gegen die Vorherrschaft der österreichischen Habsburger. Foto: Darko Vojinovic/AP/dpa
Keystone
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat politische Gegner und Kritiker seiner Regierung als «Wanzen» beschimpft. «Nach der heutigen feierlichen Zusammenkunft beginnt der grosse Osterputz», sagte der Rechtspopulist in einer Rede zum ungarischen Nationalfeiertag am 15. März in Budapest. «Die Wanzen haben überwintert», sagte er. «Wir liquidieren die Finanzmaschinerie, die mit korrupten Dollar Politiker, Richter, Journalisten, Pseudo-Zivilorganisationen und politische Aktivisten gekauft hat», fügte der Rechtspopulist hinzu.
Keystone-SDA
15.03.2025, 15:28
SDA
Orban regiert seit fast 15 Jahren mit autoritären Methoden über sein Land. Die Freiheit der Medien und die Rechtsstaatlichkeit sind auch nach Ansicht der EU eingeschränkt, weshalb diese einen Teil der Hilfsgelder eingefroren hat. Der Ungar soll einen Teil dieser Gelder dazu missbraucht haben, um von ihm abhängige Oligarchen und seine eigene Verwandtschaft zu bereichern.
Orban bezeichnet sich selbst als «Freiheitskämpfer», gegen den sich «Brüssel» angeblich verschworen habe. Die Kritiker und Gegner im eigenen Land sind in seiner Sicht bloss «Handlanger» der EU-Bürokratie und ihrer angeblichen Hintermänner aus der globalen Finanzwelt.
Keine Beweise für «gekaufte» Oppositionelle
Der Rechtspopulist steht im eigenen Land unter Druck, seitdem vor genau einem Jahr ein ernsthafter Herausforderer seinen Hut in den Ring warf. Der moderat-konservative Peter Magyar, der aus Orbans Fidesz-Partei stammt und mit der ehemaligen Justizministerin Judit Varga verheiratet war, gründete eine eigene Partei, die in unabhängigen Meinungsumfragen regelmässig deutlich vor der Orban-Partei liegt. Die nächsten Parlamentswahlen finden im Frühjahr 2026 statt.
Orban zeigt sich zunehmend nervös und droht mit noch mehr Repression. Die Bezeichnung politischer Gegner und Kritiker als «Wanzen» stellt eine Verschärfung seiner Tonart dar, die an den Jargon der Nationalsozialisten erinnert. Dafür, dass politische oder zivilgesellschaftliche Akteure und unabhängige Medienschaffende von der EU oder anderen westlichen Geldgebern «gekauft» sind, gibt es keine Beweise.
Etliche Zivilorganisationen und Medien erhalten Fördermittel von staatlichen und privaten Einrichtungen im Westen. Um diese bewerben sie sich in transparenten Verfahren, über ihre Verwendung legen sie regelmässig Rechenschaft ab. Auch nach ungarischem Recht ist das bislang legal.
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Belfast/London, 10.06.2026: Nach gewaltsamen Ausschreitungen: Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilt die rassistische Krawalle in Belfast aufs Schärfste.
Er schreibt in einem X-Beitrag:
«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.
Randalierer zogen teils vermummt durch die Strassen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, aus ihnen mussten Bewohner gerettet werden.
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