PolitikParlamentswahl in Slowenien bringt keine klaren Mehrheiten
SDA
23.3.2026 - 00:40
dpatopbilder - Menschen geben ihre Stimme in einem Wahllokal für die Parlamentswahlen in Slowenien ab. Foto: Denes Erdos/AP/dpa
Keystone
Sloweniens liberaler Ministerpräsident Robert Golob hat die Parlamentswahl äusserst knapp gewonnen, aber zusammen mit seinen linken Koalitionspartnern die Regierungsmehrheit verloren.
Keystone-SDA
23.03.2026, 00:40
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Golobs Freiheitsbewegung kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 28,6 Prozent und 29 Mandate, wie die staatliche Wahlkommission in Ljubljana mitteilte (Auszählungsstand 99,85 Prozent). Die Slowenische Demokratische Partei (SDS) des rechts-konservativen Ex-Premiers Janez Jansa konnte demnach 28 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und 28 Mandate erringen.
Das EU- und Nato-Land steht vor einer schwierigen Regierungsbildung. Weder der linke noch der rechte Block verfügt über die Mehrheit von 46 Mandaten in der 90-sitzigen Volksvertretung. Golob erklärte dennoch seinen Anspruch auf die Regierungsbildung. «Wir haben unser Mandat erneuert, schwierige Verhandlungen stehen uns bevor», sagte er in der Wahlnacht vor Anhängern. Jansa deutete an, das knappe Wahlergebnis anfechten zu wollen. «Wir werden jede Stimme aus jedem Wahllokal nachzählen», sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur STA.
Golob, der vor seinem Einstieg in die Politik Generaldirektor eines Energiehandelsunternehmens war, regierte in den vergangenen vier Jahren zusammen mit den Sozialdemokraten (SD) und der Linken (Levica). Die SD kam auf 6,7 Prozent der Stimmen und sechs Mandate, die Levica, die diesmal zusammen mit der Grün-Partei Vesna antrat, auf 5,6 Prozent und fünf Mandate.
Auch Jansa ohne Regierungsmehrheit
Jansas traditioneller Koalitionspartner, die konservative Partei Neues Slowenien (NSi), vereinte 9,3 Prozent der Stimmen auf sich und kam auf neun Mandate. Die neue Partei Demokraten des ehemaligen Jansa-Mitstreiters Anze Logar erhielt 6,7 Prozent der Stimmen und damit sechs Mandate. Logar stellt sich seit der Parteigründung als «dritte Kraft» jenseits der Blöcke dar. In Ljubljana geht man aber davon aus, dass er viel eher mit Jansa als mit Golob kooperieren würde.
Auch Jansas SDS hätte zusammen mit der NSi und den Demokraten keine Regierungsmehrheit. Den Einzug ins Parlament schaffte erstmals die ultrarechte Partei Resni.ca (Wahrheit), die mit 5,5 Prozent der Stimmen fünf Mandate errang. Sie war in der Zeit der Corona-Pandemie ähnlich wie die deutschen «Querdenker» als Protestbewegung gegen PCR-Testpflichten, Ausgangssperren und andere Massnahmen entstanden.
«Querdenker» als unwilliges Zünglein an der Waage
Zu jener Zeit hatte Jansa regiert. Resni.ca-Chef Zoran Stevanovic hatte vor der Wahl mehrfach betont, keine Koalition mit dem Ex-Premier einzugehen. Im Parlament sind ausserdem je ein Vertreter der italienischen und der ungarischen Minderheit vertreten. Sie gelten in jede Richtung anschlussfähig, würden aber keinem der Blöcke zu einer Mehrheit verschaffen.
Golob hatte bei der Parlamentswahl 2022 Jansa klar geschlagen und ihn als Regierungschef abgelöst. Viele Versprechen, die auf einen «Neuanfang» abzielten, löste er jedoch nicht ein. So kam die angekündigte Gesundheitsreform nicht von der Stelle. Auch in anderen Bereichen wirkte seine Regierung mitunter behäbig und ungeschickt.
In den Meinungsumfragen hatte Jansa lange Zeit mit mehreren Prozentpunkten vor Golob geführt. Erst in der vergangenen Woche kehrte sich der Trend um. Beobachter führten dies auf eine Schmutzkübel-Kampagne zurück, die auf anonym ins Netz gestellten Videos beruhte. Die Clips zeigten Ex-Politiker und Rechtsanwältinnen aus dem Umfeld Golobs, die als Opfer fingierter Geschäftsverhandlungen über mutmassliche Korruption im linken und liberalen Regierungslagers sprachen.
Israelische Lobby-Agentur soll mitgemischt haben
Die unabhängige Wochenzeitung «Mladina» identifizierte eine israelische Lobby-Agentur als mutmassliche Urheberin der Kampagne. «Black Cube» wurde von hochrangigen israelischen Ex-Militärs und Ex-Geheimdienstlern gegründet. Offizielle der Agentur sollen mehrfach in Ljubljana gewesen sein und Jansa in der SDS-Parteizentrale getroffen haben.
Der slowenische Geheimdienst Sova bestätigte die Medienberichte weitgehend. Jansa bestritt, «Black Cube» beauftragt zu haben, räumte aber ein, den israelischen Ex-General Giora Eiland, einen Berater der Agentur, in der SDS-Zentrale empfangen zu haben.
Rückkehr Jansas hätte Europa-Skeptiker in EU gestärkt
Jansa steht seit 1993 an der Spitze der rechtskonservativen Slowenischen Demokratischen Partei (SDS). Als er von 2004 bis 2008, 2012 bis 2013 und 2020 bis 2022 regierte, zeigte er autoritäre Tendenzen. So trachtete er, die Medienfreiheit einzuschränken, und liess oppositionelle Demonstranten von der Polizei schikanieren.
Jansa ist ausserdem mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban verbündet. Geschäftsleute aus dem Umfeld Orbans halfen ihm, eigene Propaganda-Medien aufzubauen. Anders als der Rechtspopulist Orban ist Jansa nicht prorussisch orientiert. Er teilt jedoch die EU-Skepsis und traditionalistische Weltanschauung des Ungarn.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
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