WEF-Überblick

«Wir sorgen uns um Menschenleben, Russland nicht»

SDA/red

25.5.2022

Zwinggi: «Open Forum am WEF sehr wahrscheinlich sabotiert.»

Zwinggi: «Open Forum am WEF sehr wahrscheinlich sabotiert.»

WEF-Direktor Alois Zwinggi geht wegen den geringen Besucherzahlen am diesjährigen Open Forum davon aus, dass die Anlässe «sehr wahrscheinlich» sabotiert wurden. Für die Veranstaltungen mussten sich Interessierte vorab online registrieren. «Teilweise waren die Anlässe bis zu 70 Prozent ausgebucht», sagte Zwinggi. Tatsächlich waren die Referate aber kaum besucht worden.

25.05.2022

Auch am dritten WEF-Tag steht der Krieg in der Ukraine im Fokus: Der US-Milliardär George Soros warnt vor dem Ende der «Zivilisation», der ukrainische Präsident beklagt die mangelnde Einheit des Westens. Die wichtigsten News im Tages-Überblick. 

SDA/red

25.5.2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf einer Diskussionsveranstaltung des WEF Vorwürfe an die Türkei und Ungarn gerichtet.
  • Der US-Pharmariese Pfizer kündigt an, 45 Schwellen- und Entwicklungsländern Medikamente und Impfstoffe zum Selbstkostenpreis zu liefern. 
  • Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba forderte am WEF, dass alle russischen Exporte gestoppt werden sollen: «Hört auf, ihnen Geld zu geben, mit dem sie ihren Krieg finanzieren.»
  • Liveticker
    Neue Beiträge
  • Liveticker beendet
  • 21.40 Uhr
    Wir beenden unseren Live-Ticker vom 25. Mai 2022

  • 19.57 Uhr
    Russland und Ukraine bei Friedensgespräch «nirgends»

    Russland und die Ukraine stehen gemäss dem ukrainischen Aussenminister Dmytro Kuleba bei den Friedensverhandlungen «nirgends». Im Donbass gebe es derart massive Angriffe, ein versöhnlicher Ansatz habe mit Moskau nicht funktioniert.

    Wenn Russland lieber diskutieren als Krieg führen würde, würde Putin das machen, sagte Kuleba am Mittwoch am Weltwirtschaftsforum in Davos. Kuleba geht ausserdem davon aus, dass ein Dialog mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow keinen Fortschritt bringen würde.

    Kuleba forderte ausserdem mit Nachdruck, dass alle russischen Exporte gestoppt werden sollen. Zu Beginn hätte er mehr Verständnis gehabt, nach drei Monaten im Krieg sehe das aber anders aus, seine Botschaft sei klar: «Kill Russian Exports», «killt die russischen Exporte, hört auf, ihnen Geld zu geben, mit dem sie ihren Krieg finanzieren», sagte Kuleba.

  • 17.37 Uhr
    Soworow-Denkmal erstrahlt «in altem Glanz»

    Das Soworow-Denkmal in der Urner Schöllenenschlucht ist offenbar wieder von den Spuren eines Farbanschlags gesäubert. Die russische Botschaft in Genf schreibt auf Twitter vom Einsatz «besorgter Schweizer Bürger» und bedankt sich, dass das Denkmal durch «harte Arbeit» wieder in «altem Glanz» erstrahle. 

    Das Denkmal in Andermatt erinnert an den Zug des russischen Feldmarschalls Alexander Suworow mit 21'000 Mann von Italien durch die Alpen nach Norden im Kriegsjahr 1799. Dabei kam es in der Schöllenen zur blutigen Schlacht mit den Truppen Napoleons. Hunderte russischer Soldaten fielen. Unbekannte hatten das Denkmal Mitte Mai mit blauer und gelber Farbe beschmiert.

  • 17.07 Uhr
    Schweiz in Gesprächen zu Schutzmandat nach Ukraine-Krieg

    Am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ist der Krieg in der Ukraine das zentrale Thema für den Bundesrat gewesen. Bundespräsident Ignazio Cassis nutzte bilaterale Treffen, um letzte Punkte zur Wiederaufbaukonferenz in Lugano zu besprechen. Daneben wurde bekannt, dass die Schweiz in Gesprächen für ein Schutzmandat ist.

    Cassis machte keinen Hehl daraus, dass er das WEF für die Konferenz-Vorbereitungen nutzen wollte. So sprach er etwa während eines Abendessens am Montagabend mit der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fast die ganze Zeit über dieses Thema, wie Cassis vor den Medien sagte.

    Mit der Konferenz im Tessin soll das Land dabei unterstützt werden. 40 Länder und 18 internationale Organisationen wurden eingeladen. Cassis erhofft sich unter den Gästen Staatschefs und Aussenminister. Auch der ukrainische Präsident Selenskyj soll dabei sein, allerdings sei noch unklar, in welcher Form, sagte Cassis.

  • 16.58 Uhr
    «Diese Nahrungsmittelkrise ist echt»

    Ngozi Okonjo-Iweala, Generaldirektorin der WTO, spricht auf einer Veranstaltung über die aktuelle Nahrungsmittelkrise. 

    Wenn es der Welt nicht gelinge, die blockierten 25 Millionen Tonnen ukrainischen Weizens zu «evakuieren», werde es «sehr, sehr schwierig für die Welt». «Diese Nahrungsmittelkrise ist echt», sagt Okonjo-Iweala.

  • 16.01 Uhr
    Zwinggi: «Open Forum am WEF sehr wahrscheinlich sabotiert»

    WEF-Direktor Alois Zwinggi geht wegen den geringen Besucherzahlen am diesjährigen Open Forum davon aus, dass die Anlässe «sehr wahrscheinlich» sabotiert wurden. Ursprünglich sollte das Forum wegen Morddrohungen ganz abgesagt werden. Es sei sehr schade, dass das gewünschte Publikum nicht erreicht werden konnte.

    Für die Veranstaltungen am Open Forum mussten sich Interessierte vorab online registrieren. «Teilweise waren die Anlässe bis zu 70 Prozent ausgebucht», sagte Alois Zwinggi, Direktor des Weltwirtschaftsforums (WEF) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Tatsächlich waren die Referate aber kaum besucht worden. Zwinggi geht davon aus, dass die Veranstaltungen gezielt «von gewissen Kreisen» sabotiert worden sind, damit dann «alles leer aussehe».

    Ob diese mögliche Sabotage von den gleichen Absendern von Morddrohungen ausgehe, die im Vorfeld bei diversen Mitarbeitenden des Forum eingegangen seien, könne nur spekuliert werden, so Zwinggi weiter.

    Ende November hatte der Direktor bekanntgegeben, dass das Open Forum im Januar wegen dieser Drohungen nicht stattfinde. Mit der coronabedingten Verschiebung des WEF habe man aber entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen. «Ich habe mich sehr sicher gefühlt», sagte er.

    Man werde nun die Ungereimtheiten mit den Besucherzahlen am Open Forum genau analysieren und allenfalls entsprechende organisatorische Änderungen vornehmen. Es sei jedoch bereits klar, dass das Open Forum am nächsten WEF im Januar 2023 wieder stattfinden werde.

    Das Format fand das erste Mal 2003 statt, nachdem Kritik laut wurde, dass das WEF sich hinter verschlossenen Türen abspielen würde und Normalbürger nichts von den Diskussionen mitbekämen.

  • 15.46 Uhr
    Kampf um Existenz und Identität der Ukraine

    «Wie lange denken Sie, kann Putin weitermachen?», lautet die letzte Frage von Gamble. Putin glaube daran, dass die Ukraine vor Russland kollabiere, sagt Kuleba. Aber man dürfe gar nicht über Zeitspannen nachdenken, denn es gehe hier um die Existenz und die Identität der Ukraine, diesen dürfe man nicht verlieren.

    «Der russische Staat kämpft gegen die Ukrainerinnen und Ukrainer», so Kuleba. Er halte sich an das Sprichwort: «Wenn du Licht am Ende des Tunnels siehst, dann stelle sicher, dass es nicht ein einfahrender Zug ist». Derzeit sei noch nicht klar, in welche Richtung die Entwicklung gehe. Das Licht könne von verschiedenen Quellen kommen.

    Damit ist das Gespräch mit dem ukrainischen Aussenminister Dmytro Kuleba am WEF beendet.

  • 15.41 Uhr
    Sollte Russland noch Teil der Opec+ sein?

    Erst sei er Experte in Waffen geworden, nun in Öl, so Kuleba. Es sei alles viel komplizierter, als die Menschen denken würden. Das Problem sei weniger das verfügbare Öl, sondern die Logistik dahinter, sagt Kuleba. Seine Botschaft an die Opec sei: «Ihr macht nur grössere Profite, weil die Ukraine leidet». Russland nutze das Öl als Waffe. 

  • 15.37 Uhr
    Kuleba zur Nato: Es wird entschieden, wer dazu gehören soll und wer nicht

    Zum Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands meint Kuleba, dass Putin keine Möglichkeit habe, den Beitritt zu verhindern. Es ginge schlussendlich darum politisch zu entscheiden, wer dazu gehören soll und wer nicht. Während beim Beitrittsgesuch der Ukraine immer die Nähe zu Russland ein Argument dagegen gewesen sei, spiele dies im Umgang mit Finnland, das ebenfalls an Russland grenzt, keine Rolle. 

    «Wir kämpfen gegen einen viel stärkeren Gegner», sagt Kuleba. Wenn man wisse, wie das Geschäft laufe, wisse er, dass viele einen Nato-Beitritt der Ukraine inzwischen komplett anders bewerten würden. Aber nun habe er erstmal ein anderes Ziel als einen Beitritt.

    Seit Beginn des Krieges habe sich die Nato noch kaum als aktiver Akteur gezeigt. Die Nato-Mitglieder würden es der Institution verwehren, wirklich aktiv zu werden.

  • 15.33 Uhr
    Kuleba: Macrons Dialog mit Putin konnte den Krieg nicht verhindern

    Macron spricht immer noch mit Putin, ist das kontraproduktiv? «Niemand kann für die Ukraine verhandeln ohne die Ukraine», sagt Kuleba. Obwohl Macron vor dem Krieg mit Putin gesprochen habe, konnte er den Krieg nicht verhindern. Wenn Macron dies als sinnvoll erachte, soll er den Dialog aufrechterhalten. Kuleba sieht jedoch keinen Effekt. 

  • 15.30 Uhr
    «Wir leben alle in einer grossen TV-Show»

    «Was, wenn der Krieg in der Ukraine die Aufmerksamkeit verliert?», fragt Gamble. «Wir leben alle in einer grossen TV-Show momentan», sagt Kuleba. Der Unterschied sei, dass die Menschen, die zuschauen, einfach das Interesse verlieren können. Die Ukrainerinnen und Ukrainer könnten dies nicht, sie müssten weiterkämpfen. Zum Unterschied zwischen der Ukraine und Russland sagt er: «Wir kümmern uns um menschliches Leben, Russland nicht.»

  • 15.23 Uhr
    Kuleba: Russland soll für Wiederaufbau zahlen

    Es sei nicht Aufgabe der deutschen oder amerikanischen Steuerzahler für den Wiederaufbau der Ukraine zu zahlen, sagt Kuleba sondern Russlands. Es seien bereits legale Fundamente im Aufbau, um konfisziertes russisches Geld in den ukrainischen Wiederaufbau fliessen zu lassen, zum Beispiel in Kanada.

  • 15.20 Uhr
    «Der beste Beweis gegen Korruption ist, dass wir noch immer kämpfen»

    Gamble spricht über die Menge Geld, die nun in die Ukraine fliesse und den Befürchtungen, es könne in die Taschen weniger fliessen. «Der beste Beweis gegen diese Befürchtungen ist, dass wir immer noch kämpfen», sagt Kuleba, wenn der Staat bei Oligarchen geführt würde, dann wäre das Geld nicht da, um noch zu kämpfen.

  • 15.18 Uhr
    «Vernichtet den russischen Export»

    Nun sprechen sie über die Sanktionen: Kuleba meint, die Sanktionen seien soweit sinnlos, solange Russland noch durch den Verkauf von Öl und Gas verdiene. «Wir müssen darüber nachdenken, die Sanktionen zu überdenken», sagt Kuleba. Nach drei Monaten Krieg sei seine Position klar: «Vernichtet den russischen Export, hört auf, von Russland zu kaufen», sagt er. 

  • 15.16 Uhr
    «Dieser Krieg ist keine Kopie eines vorherigen Kriegs»

    Das Gespräch beginnt mit einem Rückblick in die Geschichte. Journalistin Hadley Gamble spricht den Aussenminister darauf an, dass stolze Nationen in der Vergangenheit die Niederlage nur schlecht weggesteckt hätten. Kuleba spricht den zweiten Weltkrieg an: Die deutsche Armee habe nie zugegeben, dass sie verloren habe. Sie wollte, dass die Leute weiter kämpfen und weiter an den Kampf glauben. «Dieser Krieg ist keine Kopie eines vorherigen Kriegs», sagt Kuleba. Es sei aber Schwarz und Weiss und man müsse sich zwischen den beiden Parteien entscheiden. 

  • 15.09 Uhr
    Gleich spricht der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba 

    Ursprünglich sollte das Gespräch um 15 Uhr beginnen. Die Zuschauer warten allerdings noch. 

    Dmytro Kuleba, Minister of Foreign Affairs of Ukraine gestures as he attends a seesion at the 51st annual meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, on Wednesday, May 25, 2022. The forum has been postponed due to the Covid-19 outbreak and was rescheduled to early summer. The meeting brings together entrepreneurs, scientists, corporate and political leaders in Davos under the topic
    Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba spricht am 25. Mai auf dem WEF.
    KEYSTONE
  • 14.22 Uhr
    Swiss Re schliesst sich Klima-Initiative von Kerry und WEF an

    Der US-Klimagesandte John Kerry und das Weltwirtschaftsforum (WEF) haben am Mittwoch in Davos eine Erweiterung ihrer Initiative für grüne Technologien angekündigt. Der Rückversicherer Swiss Re schloss sich der Initiative an.

    «Derzeit ist dies die wichtigste öffentliche und private Initiative zur Dekarbonisierung», sagte Kerry am Mittwoch am Weltwirtschaftsforum vor den Medien. Bei der Initiative geht es darum, dass die Nachfrage nach grünen Technologien erhöht wird, da sie noch zu tief ist. «Wir haben die Technologien, aber der Markt muss sie übernehmen», sagte Kerry in Davos.

    Die von ihm initiierte Unternehmenskoalition wurde im November lanciert. Am Mittwoch schloss sich der Rückversicherer Swiss Re der Initiative an. Zudem gehört der Zürcher Zementhersteller LafargeHolcim der Unternehmenskoalition an.

    Die mittlerweile etwas über 50 Unternehmen, die sich in der Initiative zusammengeschlossen haben, verpflichten sich, grüne Technologien zu kaufen. Es sei wichtig, dass sich die Unternehmen «auf der Nachfrageseite» engagierten, sagte Bill Gates an der Medienkonferenz in Davos.

    John Kerry, United States Special Presidential Envoy for Climate speakers at a news conference during the World Economic Forum in Davos, Switzerland, Wednesday, May 25, 2022. The annual meeting of the World Economic Forum is taking place in Davos from May 22 until May 26, 2022. (AP Photo/Markus Schreiber)
    Der US-Klimagesandte John Kerry, und das Weltwirtschaftsforum (WEF) haben am Mittwoch in Davos eine Erweiterung ihrer Initiative für grüne Technologien angekündigt
    KEYSTONE/AP Photo/Markus Schreiber)

    Die Unternehmen vereinen etwa die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf sich. Kerry betonte, dass «wir noch nicht das tun, was wir gesagt haben». Er forderte mehr Investitionen. Schätzungen zufolge wird der Markt für grüne Technologien im nächsten Jahrzehnt auf über 50 Milliarden US-Dollar anwachsen.

    Die Initiative des US-Gesandten und des WEF bezieht sich auf Bereiche, die zusammen etwa ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmachen, darunter Zement und Luftfahrt. Nun soll sie auch auf CO2-Eliminierungstechnologien angewendet werden, in die Swiss Re Millionen von Franken investieren will.

  • 11.28 Uhr
    Selenskyj beklagt mangelnde Einheit des Westens

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den westlichen Ländern  vorgeworfen, nicht vereint an der Seite der Ukraine zu stehen. «Meine Frage ist: Herrscht in der Praxis Einheit? Ich sehe sie nicht», sagte Selenskyj während einer Diskussionsveranstaltung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Selenskyj warf insbesondere der Türkei und Ungarn vor, unsolidarisch mit seinem Land zu sein, das sich seit drei Monaten gegen einen russischen Angriffskrieg verteidigt.

    Selenskyj, der per Video zugeschaltet war, bedankte sich ausdrücklich bei US-Präsident Joe Biden für die Unterstützung der USA. Als europäisches Land brauche die Ukraine aber vor allem «die Unterstützung eines vereinten Europas», sagte Selenskyj. «Wir werden einen riesigen Vorteil gegenüber Russland haben, wenn wir wirklich einig sind», sagte er.

    Ausdrücklich kritisierte Selenskyj Ungarn, das  seine Zustimmung zu einem EU-weiten Erdöl-Embargo gegen Russland verweigert. «Es ist etwas nicht in Ordnung mit Ungarn!», sagte er. Das Land sei in der Unterstützung der Ukraine «nicht so einig wie der Rest der EU».

    Der Staatschef verwies zudem auf den Widerstand des Nato-Mitglieds Türkei gegen den Antrag der beiden nordischen Länder Finnland und Schweden, dem Verteidigungsbündnis beizutreten. «Herrscht Einheit zum Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands? Nein. Ist der Westen also vereint? Nein», sagte der ukrainische Präsident.

    Der ukrainische Präsident Selenskyj hat am Dienstag mit Kanzler Scholz telefoniert.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj (Archiv)
    Ukraine Presidency/Ukraine Presi/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
  • 10.31 Uhr
    Pfizer gibt ärmeren Ländern Medikamente zum Selbstkostenpreis ab

    Der US-Pharmariese Pfizer wird 45 Schwellen- und Entwicklungsländern über 20 Medikamente und Impfstoffe zum Selbstkostenpreis liefern. Davon werden rund 1,2 Milliarden Menschen profitieren.

    Das kündigte Pfizer-Chef Albert Bourla am Mittwoch am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos an. Leider gebe es eine massive Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung, sagte Bourla vor den Medien. Der fehlende Zugang zur medizinischen Versorgung führe jedes Jahr zu Millionen vermeidbarer Todesfälle, sagte Bourla. Im Durchschnitt bräuchten Medikamente zwischen vier und sieben Jahre länger, um in Entwicklungsländern anzukommen.

    Um die Problematik anzugehen, sollen konkret 23 in den USA und Europa zugelassene Medikamente und Impfstoffe zur Behandlung von Infektionskrankheiten, bestimmten Krebsarten sowie seltenen und entzündlichen Krankheiten von Pfizer zum Selbstkostenpreis an die 45 Länder abgegeben werden. 1,2 Milliarden Menschen können gemäss Angaben von Pfizer davon profitieren.

    Ein Pfizer-Mitarbeiter in Freiburg untersucht Paxlovid-Tabletten.  (Pfizer via AP)
    Ein Pfizer-Mitarbeiter in Freiburg untersucht Paxlovid-Tabletten. (Pfizer via AP)
    KEYSTONE/AP Pfizer
  • 5.15 Uhr
    Volvo-Managerin: Lieferprobleme bleiben Wirtschaft länger erhalten

    Die Lieferkettenprobleme bleiben der Wirtschaft aus Expertensicht noch länger erhalten. «Selbst, wenn wir wieder einigermassen zur Normalsituation zurückfinden, wird es noch ein Jahr dauern, bis die Lieferketten wieder über Puffer verfügen», sagte die Einkaufschefin des schwedischen Lkw-Bauers Volvo, Andrea Fuder, am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Das gelte selbst für den Fall, dass sich die Lockdowns in China auflösten, neue Chipkapazitäten aufgebaut würden und sich der Nachfrageboom nach Halbleitern etwas lege.

    Erst wenn die Lager wieder über Puffer verfügten, werde nicht mehr jede Störung direkt auf die Wirtschaft durchschlagen. Dann gebe es in den Lieferketten auch wieder einen «Gummiband-Effekt», sagte Fuder.

    Volvo selbst ist wie andere Hersteller von Autos und Lkw von Lieferproblemen geplagt, insbesondere bei Chips. Dabei sind die Auftragsbücher der Schweden so voll, dass der Konzern jüngst bei der Annahme von Bestellungen bereits zurückhaltender war.

  • 0.02 Uhr 
    US-Milliardär Soros warnt vor Ende der «Zivilisation»

    Der US-Milliardär George Soros hat vor einem Ende der «Zivilisation» wegen des Ukraine-Kriegs gewarnt. Die russische «Invasion könnte der Beginn des Dritten Weltkriegs gewesen sein, und unsere Zivilisation wird ihn vielleicht nicht überleben», sagte Soros am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz. «Wir müssen alle unsere Ressourcen mobilisieren, um den Krieg zu einem frühen Ende zu bringen.»

    Der «beste und vielleicht einzige Weg, unsere Zivilisation zu bewahren, besteht darin, Putin so schnell wie möglich zu besiegen», sagte er weiter. Er lobte die Unterstützung der USA und Europas für die Ukraine. Gleichzeitig ging er hart mit Deutschland ins Gericht.

    Die europäische Abhängigkeit von russischen Energielieferungen sei «grösstenteils auf die merkantilistische Politik der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel zurückzuführen», sagte er. «Ich glaube, dass Putin Europa sehr geschickt erpresst hat, indem er damit drohte, den Gashahn zuzudrehen», fügte Soros hinzu.