Polizei will die Demonstranten von der Strasse holen

SDA

17.6.2019 - 03:29

Auch in der Nacht auf Montag protestieren Demonstranten in Hongkong gegen die vorläufig zurückgesetzten Änderungen des Auslieferungsgesetz – einige singen und Knien vor den Polizisten, die die Demonstration räumen wollen.
Bild: AP Photo/Vincent Yu

Nach dem Protest von gegen zwei Millionen Menschen in Hongkong sind auch in der Nacht auf Montag Demonstranten auf der Strasse geblieben. Nach einer Entschuldigung der Regierungschefin für ihren Umgang mit dem Auslieferungsgesetz will die Polizei die Strassen nun aber räumen.

Am Sonntag gingen fast zwei Millionen Menschen gegen umstrittene Änderungen des Auslieferungsgesetzes auf die Strasse. Auch nach einer Entschuldigung von Hongkongs unbeliebter Regierungschefin Carry Lam und dem vorläufig auf Eis gelegten Gesetzesvorhaben, das Auslieferungen auch nach Festland-China vorsieht, sind in der Nacht auf Montag hunderte Demonstranten auf der Strasse geblieben. Die Protestierenden weigerten sich, einem Aufruf der Polizei zu folgen und die Strassen zu räumen.

Sie hinderten niemanden daran, zur Arbeit zu kommen und würden erst gehen, wenn die Regierungschefin komme, um sie anzuhören, antwortete eine Demonstrantin über Mikrofon im Namen der Protestierenden. Die Polizei hatte angekündigt, die Strassen räumen zu wollen.

Nach den Massendemonstrationen vom Wochenende waren einige auch über Nacht vor dem Regierungsgebäude geblieben. Die Polizei entfernte einige Barrieren, die die Protestierenden aufgestellt hatten, setzten jedoch keine Gewalt ein. Die Protestierenden errichteten die Barrikaden später wieder. Am Montagmorgen waren mehrere hundert Menschen vor der Regierungszentrale.

Mit Gesang gegen die Polizei

Die Polizei bat um Kooperation. Die Demonstranten antworteten mit Gesängen, einige knieten vor den Beamten auf dem Boden. Eine Entschuldigung von Lam für ihren Umgang mit dem Gesetzentwurf hatten sie abgelehnt. Sie fürchten einen Ausbau des Einflusses von Peking in Hongkong.

Der umstrittene Gesetzentwurf sieht vor, dass einer Straftat verdächtigte Personen aus der Sonderverwaltungszone an Festlandchina ausgeliefert werden können. Kritiker befürchten dort Folter und unfaire Prozesse.

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