PolitikPräsident festigt Macht in Kirgistan durch Parlamentswahl
SDA
30.11.2025 - 21:18
Blick auf das Denkmal von Bischkek Baatyr, dem angeblichen Gründer der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, vor dem Hintergrund der Nationalflagge. Foto: André Ballin/dpa
Keystone
Mit der Parlamentswahl in der zentralasiatischen Republik Kirgistan hat Präsident Sadyr Schaparow seine Macht im Land gefestigt. Der schwindende Einfluss der Volksversammlung zeigte sich am relativ geringen Wählerinteresse. 4,3 Millionen Kirgisen waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Nach eine Stunde vor Schliessung der Wahllokale veröffentlichten Angaben taten dies lediglich rund 1,5 Millionen.
Keystone-SDA
30.11.2025, 21:18
SDA
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl konnten sich nur Direktkandidaten um einen der 90 Abgeordnetensitze bewerben. Schaparow hat die Parteien im Land weitgehend ausgeschaltet. Der Präsident hat das Wahlsystem so umgestellt, dass nicht mehr wie früher ein grosser Teil der Abgeordneten über Parteilisten ins Parlament kommt. Die Abhängigkeit der künftigen Abgeordneten vom Präsidenten dürfte so noch grösser sein. In dem vorherigen Parlament gab es zumindest noch einzelne Kritiker Schaparows.
Schaparow kam 2021 bei Umsturz an die Macht
Trotz der eher geringen Beteiligung gilt die Wahl als Sieg für Präsident Schaparow. Die Wahl habe die Unterstützung des ganzen Volkes für Schaparows Kurs gezeigt, gratulierte der Präsident der Nachbarrepublik Kasachstan, Kassym-Schomart Tokajew, seinem Kollegen am Wahltag.
Schaparow kam 2021 bei einem Umsturz an die Macht, der durch eine skandalumwitterte Parlamentswahl ausgelöst worden war. In den vergangenen Jahren hat er seine Position konsequent ausgebaut und Kirgistan in eine präsidiale Republik zurückverwandelt.
Vorgehen gegen Opposition, NGOs und Medien
Zuletzt setzte die Regierung ein deutliches Zeichen: Zehn bekannte Oppositionelle landeten im Gefängnis, darunter auch der Sohn des im spanischen Exil lebenden Ex-Präsidenten Almasbek Atambajew, Kadyrbek Atambajew. Ihnen wird die versuchte Organisation von Massenunruhen nach der Wahl vorgeworfen.
Die politische Führung setzte auch ein Gesetz zu ausländischen Repräsentanten durch. Damit können regierungsunabhängige Organisationen (NGO) scharf kontrolliert werden. Bislang wird das Gesetz aber nicht rigoros umgesetzt.
Vor der Wahl liess Schaparow mehrere kritische Medien, die über Korruption berichtet hatten, als extremistisch verbieten. Die Medienfreiheit nehme rapide ab, konstatierte auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die Wahlbeobachter in die Hochgebirgsrepublik an der Grenze zu China entsandte.
Das Vorgehen ist besonders brisant, weil sich der Staatschef selbst in den vergangenen Jahren als Kämpfer gegen die Korruption präsentiert hat. Die öffentlichkeitswirksamen Auftritte kamen bei vielen Kirgisen gut an. Das Vertrauen basiert dabei auch auf einem deutlichen Wirtschaftsaufschwung. In diesem Jahr erwartet die Regierung ein Wachstum von neun Prozent.
Schaparow kann auf Wachstum verweisen
Das Wachstum ist freilich zumindest teilweise dem russischen Krieg in der Ukraine zu verdanken: So konnte sich Kirgistan als Zwischenhändler vieler Waren etablieren, die nicht mehr auf direktem Weg nach Russland kommen.
Weil Hunderttausende Russen an der Front sind, ist die Nachfrage nach kirgisischen Gastarbeitern ungebrochen. Und wegen der unruhigen Zeiten ist der Goldpreis deutlich gestiegen. Die Goldförderung ist ein wichtiger Teil der kirgisischen Wirtschaft.
Zwei Probleme haben sich dadurch aber verschärft: Die Lebenshaltungskosten sind deutlich gestiegen und die seit Jahren latente Energiekrise ist akut geworden. Stromausfälle häufen sich.
Ukraine-Beratungen in Berlin: An diesem Sonntag wollen aussenpolitische Berater unter anderem der USA, der Ukraine und Deutschlands ihre Gespräche über einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine fortsetzen.
13.12.2025
Ukraine-Treffen am Samstag? Trump unsicher über Teilnahme
«Well, there's a meeting on Saturday»: US-Präsident Donald Trump nennt als Termin für ein mögliches Treffen in Europa zur Befriedung des Ukraine-Kriegs den Samstag. «Am Samstag findet ein Treffen statt, wir werden sehen, ob wir daran teilnehmen oder nicht.» Das sagt Trump am Donnerstag im Weissen Haus – ohne zu erwähnen, mit wem die Gespräche geführt werden.
12.12.2025
Ukraine-Friedensplan: US-Regierung soll Änderungen prüfen
Nach dem Treffen in London: Eine überarbeitete Version des US-Friedensplans für ein Ende des Ukraine-Kriegs soll nach Angaben der Staatsführung in Kiew am Dienstag an Washington übermittelt werden. Diese soll deutlich veränderte Züge tragen. Der von der US-Regierung ausgearbeitete Friedensplan sei inzwischen von 28 auf 20 Punkte gekürzt worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Er sagt dazu: «Die offen Ukraine-feindlichen Positionen wurden herausgenommen.»
10.12.2025
Ukraine-Beratungen am Sonntag in Berlin
Ukraine-Treffen am Samstag? Trump unsicher über Teilnahme
Ukraine-Friedensplan: US-Regierung soll Änderungen prüfen