Trumps Vermögen allein über 6 Milliarden Privatgeschäfte der Trump-Familie erreichen beispielloses Ausmass

dpa

15.4.2026 - 06:12

Peinlicher Moment: Trump gibt 100 Dollar Trinkgeld, doch sie lässt ihn hängen

Peinlicher Moment: Trump gibt 100 Dollar Trinkgeld, doch sie lässt ihn hängen

Aus einer Burgerlieferung wird plötzlich eine Pressekonferenz. US-Präsident Donald Trump inszeniert eine bizarre PR-Aktion für sein neues Steuerpaket. Doch die Essenslieferantin spielt nicht ganz mit.

14.04.2026

Seit seiner Rückkehr ins Weisse Haus konnte US-Präsident Donald Trump das eigene Vermögen um Hunderte Millionen Dollar erhöhen. Kritiker sehen bei vielen «Deals» eine unzulässige Nutzung politischer Macht. Das Vorgehen könnte das US-Präsidentenamt nachhaltig verändern.

DPA

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Seit seiner Rückkehr ins Weisse Haus konnte US-Präsident Donald Trump das eigene Vermögen um Hunderte Millionen Dollar erhöhen.
  • Unterm Strich haben die geschäftlichen Aktivitäten der Trump-Familie das private Vermögen des Präsidenten laut Schätzungen auf 6,3 Milliarden Dollar steigen lassen, 60 Prozent mehr als zum Zeitpunkt seines Amtsantritts.
  • Kritiker sehen bei vielen «Deals» eine unzulässige Nutzung politischer Macht.
  • Das Weisse Haus weist Vorwürfe bezüglich potenzieller Interessenkonflikte stets zurück und wiederholt immer wieder, dass das private Vermögen des Präsidenten in einem von seinen Kindern verwalteten Treuhandfonds liege und Donald Trump in die Geschäfte der Familie nicht involviert sei.
  • Viele der jüngsten «Deals» der Familie werfen jedoch manche Fragen auf.

Für die Familie von Donald Trump ist es finanziell noch nie so gut gelaufen wie jetzt. Das hat viel damit zu tun, dass der Milliardär seit gut einem Jahr wieder Präsident der USA ist. Während seiner ersten Präsidentschaft verzichtete die Trump Organization auf Geschäfte im Ausland – seit Trumps Rückkehr ins Weisse Haus hat sie bereits acht abgeschlossen. Und allein mit dem Verkauf einer eigenen Meme-Coin verdiente die Familie in vier Monaten doppelt so viel wie in den vier Jahren der ersten Amtszeit mit dem Betrieb eines Luxushotels in Washington.

Es gibt etliche weitere Projekte der Trump-Familie, bei denen Kritiker Interessenkonflikte sehen. Sie macht Geschäfte in Staaten, die auf bestimmte Entscheidungen des Weissen Hauses hoffen und investiert in Unternehmen, die von Aufträgen der amerikanischen Regierung abhängig sind oder die steuerfinanzierte Fördermittel beantragen.

Unternehmerfamilie (v.r.n.l.): Donald Trump mit seiner ältesten Tochter Ivanka Trump und seinen beiden ältesten Söhnen Donald Trump Jr. und Eric Trump beim Spatenstich für das Trump International Hotel in Washington – ein Jahr bevor er seine Kandidatur für die US-Präsidentschaft ankündigte. (23. Juli 2014)
Unternehmerfamilie (v.r.n.l.): Donald Trump mit seiner ältesten Tochter Ivanka Trump und seinen beiden ältesten Söhnen Donald Trump Jr. und Eric Trump beim Spatenstich für das Trump International Hotel in Washington – ein Jahr bevor er seine Kandidatur für die US-Präsidentschaft ankündigte. (23. Juli 2014)
Bild: Keystone/AP Photo/Evan Vucci

«Alle Beschränkungen, die es während der ersten Amtszeit noch gegeben haben mag, scheinen nun vollständig verschwunden zu sein», sagt Timothy Naftali, Historiker von der Columbia University. Und das wiederum sende auch ein Signal an künftige Präsidenten, warnt Julian Zelizer, der an der Princeton University Geschichte lehrt. Trump habe gezeigt, dass man «fürs Geldverdienen keinen politischen Preis zu zahlen» habe, sagt er.

Trump bestreitet Beteiligung an Geschäften

Das Weisse Haus weist Vorwürfe bezüglich potenzieller Interessenkonflikte stets zurück und wiederholt immer wieder, dass das private Vermögen des Präsidenten in einem von seinen Kindern verwalteten Treuhandfonds liege und Donald Trump in die Geschäfte der Familie nicht involviert sei. Ähnlich stellt es auch die Trump Organization dar. Der Vorwurf, «dass Politik die Familie Trump bereichert» habe, sei unbegründet, hiess es in einer Stellungnahme.

Viele der jüngsten «Deals» der Familie werfen jedoch manche Fragen auf. In Katar entsteht ein Trump-Golfclub mit Luxusvillen – in Kooperation mit einem Unternehmen, das der Regierung des Emirats gehört. In Vietnam, wo laut einem Bericht der «New York Times» die Regierung Bauern von ihrem Land vertrieben hat, um Platz für ein Trump-Resort zu machen, wurde der Vertrag für das Projekt inzwischen vom stellvertretenden Ministerpräsidenten des Landes unterzeichnet. In Saudi-Arabien wird ein Trump-Resort am Roten Meer von einer Immobiliengesellschaft mit engen Verbindungen zu der dort herrschenden Familie gebaut.

Ob diese Geschäfte in irgendeiner Weise Einfluss auf politische Entscheidungen der USA gehabt haben oder noch haben werden, ist fast unmöglich zu sagen. Fest steht aber, dass diese Länder Dinge gewährt bekommen haben, die ihnen wichtig waren: Katar erhielt Zugang zu fortschrittlicher amerikanischer Technologie, für Vietnam gab es Zollerleichterungen und Saudi-Arabien durfte US-Kampfjets kaufen. Auch die Trump Organization kam auf ihre Kosten – sie erhielt Gebühren in zweistelliger Millionenhöhe.

Umstrittene Deals mit Krypto-Währungen

Besonders umstritten sind zudem die Geschäfte der Trump-Familie mit Krypto-Währungen. Tage vor der zweiten Vereidigung verkaufte Trumps Familie fast die Hälfte ihres Krypto-Unternehmens World Liberty Financial für 500 Millionen Dollar an ein von der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate kontrolliertes Unternehmen. Ein Staatsfonds des Landes nutzte den von World Liberty eingeführten Stablecoin für eine Zwei-Milliarden-Dollar-Investition in die Krypto-Handelsplattform Binance. Kurz darauf erhielten die Emirate Zugang zu hoch entwickelten US-Chips. Und der wegen Geldwäschevergehen verurteilte Binance-Gründer Changpeng Zhao wurde wenig später von Trump begnadigt.

Erhebliche Einnahmen beschert World Liberty der Trump-Familie auch über den Verkauf von sogenannten Governance Tokens. Ein bekannter Käufer dieser Tokens ist der Geschäftsmann Justin Sun, der als ausländischer Staatsbürger einen US-Politiker nicht mit politischen Spenden finanziell unterstützen darf. Zwischen Trumps Wahl und seiner Vereidigung investierte Sun aber 75 Millionen Dollar in Tokens des Trump-Unternehmens. Einen Monat später wurde ein US-Verfahren wegen Betrugsvorwürfen gegen ihn ausgesetzt und vor wenigen Wochen schliesslich gegen Zahlung von zehn Millionen Dollar eingestellt.

Und dann sind da noch die Meme-Coins, deren Verkauf wenige Tage vor der Amtseinführung im vergangenen Jahr startete. In den folgenden vier Monaten wurden darüber 320 Millionen Dollar generiert – der grösste Teil davon floss laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis an Gesellschaften mit Verbindungen zur Trump-Familie. Die Käufer der Meme-Coins können anonym bleiben.

Söhne steigen bei Drohnen-Hersteller ein

Unterm Strich haben die geschäftlichen Aktivitäten der Trump-Familie das private Vermögen des Präsidenten laut Schätzungen des Wirtschaftsmagazins «Forbes» auf 6,3 Milliarden Dollar steigen lassen, 60 Prozent mehr als zum Zeitpunkt seines Amtsantritts. Und die Entwicklung scheint in diese Richtung weiterzugehen. Im März sicherten sich die beiden älteren Söhne des Präsidenten, Eric und Donald Jr., eine Beteiligung an einem Drohnen-Hersteller, der sich um Verträge mit dem Pentagon und mit den vom Iran angegriffenen Golfstaaten bemüht. Die beiden Söhne haben auch Anteile an weiteren Unternehmen erworben, die für die Regierung arbeiten, darunter ein Hersteller von Raketenmotoren, ein Lieferant von KI-Chips und ein Datenanalyseunternehmen.

Auf mögliche Interessenkonflikte im Zusammenhang mit dem Drohnen-Deal angesprochen, sagte Eric Trump lediglich: «Ich bin unglaublich stolz, in Unternehmen zu investieren, an die ich glaube.» Ein Sprecher von Donald Trump Jr. sagte, der Präsidenten-Sohn halte bezüglich der Unternehmen in seinem Portfolio keine Rücksprache mit der Regierung. Der Präsident selbst gibt sich gelassen. Der «New York Times» sagte er im Januar in Hinblick auf mögliche Interessenkonflikte: «Ich habe festgestellt, dass es niemanden interessiert.»

Wilde KI-Fantasien: Trump will protziges Denkmal und erhält goldene Toilette

Wilde KI-Fantasien: Trump will protziges Denkmal und erhält goldene Toilette

Während sein Land mitten in einem Krieg gegen den Iran steckt, bastelt US-Präsident an seinem Vermächtnis. Ein KI-Video zeigt wie sich Donald seine Bibliothek vorstellt. Achtung Spoiler: Schlicht ist sie nicht.

01.04.2026