«Terroristischen Agenten» Proteste im Iran erreichen neuen Höhepunkt

Lea Oetiker

9.1.2026

Die Proteste im Iran werden immer gewaltsamer. (Archivbild)
Die Proteste im Iran werden immer gewaltsamer. (Archivbild)
-/Fars News Agency/AP/dpa

Im Iran haben sich die landesweiten Proteste gegen die wirtschaftliche Misere in der Nacht zu Freitag weiter zugespitzt. Sicherheitskräfte greifen hart durch –  und die Regierung kappt das Internet.

Lea Oetiker

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  • Im Iran haben die Proteste gegen die schlechte Wirtschaftslage neue Gewalt ausgelöst.
  • Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, Fahrzeuge brannten.
  • Die Regierung schränkte das Internet ein und beschuldigt «terroristische Agenten».

Im Iran haben die seit fast zwei Wochen andauernden Proteste in der Nacht zu Freitag einen neuen Höhepunkt erreicht. In mehreren Städten, darunter Teheran und Abadan, kam es zu massiven Demonstrationen.

Auf Bildern und Videos in sozialen Netzwerken sind grosse Menschenmengen, Tränengaseinsätze und brennende Fahrzeuge zu sehen. Augenzeugen berichten von heftigen Zusammenstössen mit Sicherheitskräften.

Erstmals seit Beginn der Protestwelle äusserten sich nun auch staatliche Medien in Iran zu den Unruhen. In einer Nachrichtensendung war die Rede von «terroristischen Agenten» aus den USA und Israel, die für Brände und Gewalt verantwortlich seien.

Exilsender veröffentlichten zudem Aufnahmen von Protesten aus weiteren Städten wie Täbris und Maschhad, einem wichtigen religiösen Zentrum des Landes.

Internetzugang fast vollständig abgeschaltet

Die Proteste dauern inzwischen seit zwölf Tagen an. Auslöser waren Unmut über die hohe Inflation und die schlechte Wirtschaftslage. Nach Angaben der Organisation NetBlocks haben die Behörden den Internetzugang fast vollständig abgeschaltet – das Land befinde sich in einem «nahezu totalen Internet-Blackout».

Unterdessen verschärfte auch die internationale Kritik den Druck auf die iranische Führung. US-Präsident Donald Trump drohte Teheran im Radiointerview mit «hartem Durchgreifen», sollte das Regime gewaltsam gegen Demonstrierende vorgehen.