PolitikProteste in Australien gegen Israels Präsident eskalieren
SDA
10.2.2026 - 12:03
Pro-Palästina-Demonstranten bei einer Demonstration vor dem Rathaus von Sydney. Die Menschen protestieren gegen den Besuch des israelischen Präsidenten Herzog in Australien. Foto: Flavio Brancaleone/AAP/dpa
Keystone
Ein mehrtägiger Besuch des israelischen Präsidenten Izchak Herzog in Australien treibt in Sydney und anderen Städten Tausende Gegendemonstranten auf die Strasse.
Keystone-SDA
10.02.2026, 12:03
10.02.2026, 12:43
SDA
Am Montag schlug eine Grosskundgebung an der Sydney Town Hall in Gewalt um, als Behörden einen Marsch durch die Innenstadt untersagten. Das harte Durchgreifen der Einsatzkräfte sorgte für Wut und Entsetzen. Nach Polizeiangaben wurden knapp 30 Menschen festgenommen, darunter mehrere wegen Körperverletzung und Verstössen gegen Versammlungsauflagen.
Hintergrund der Proteste ist die Einladung Herzogs durch die australische Regierung nach dem antisemitischen Anschlag am Bondi Beach. Bei dem Terroranschlag an dem berühmten Strand in Sydney wurden am 14. Dezember 15 Menschen getötet und mehr als 40 weitere verletzt. Ein Vater und sein Sohn hatten das Feuer auf Besucher eines jüdischen Festes eröffnet.
Die Polizei sprach von etwa 6.000 Teilnehmern, die Veranstalter von bis zu 30.000. Auch in Melbourne und Canberra gab es Protestaktionen. Kritiker werfen Israel in Bezug auf den Gaza-Krieg und die schwierige humanitäre Lage in dem Küstenstreifen Menschenrechtsverletzungen vor.
Viel Kritik an der Polizei
In Videos, die in Medien und sozialen Netzwerken verbreitet wurden, war zu sehen, wie Menschen geschubst, zu Boden gebracht oder festgehalten wurden. Die Sicherheitskräfte hätten unter anderem Pfefferspray eingesetzt, um die Menge zurückzudrängen, berichteten Augenzeugen. Organisatoren und Teilnehmer sagten, mehrere Demonstranten seien verletzt worden. Auch einige Polizisten mussten sich behandeln lassen.
Am harten Vorgehen der Einsatzkräfte gab es viel Kritik. Die Grünen-Abgeordnete Sue Higginson betonte, eine «rechtmässige und friedliche öffentliche Versammlung» sei mit staatlicher Gewalt aufgelöst worden, weil der Polizei übermässige Sonderbefugnisse eingeräumt worden seien. «Dutzende bewaffnete Polizisten haben friedliche Mitglieder unserer Gemeinschaft angriffen», sagte die Politikerin.
Premierminister Anthony Albanese erklärte: «Natürlich sollten Menschen ihre Meinung friedlich äussern können, aber die Polizei hat die Marschrouten klar vorgegeben, um einen friedlichen Ablauf zu gewährleisten.» Er sei von den Szenen «erschüttert».
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Belfast/London, 10.06.2026: Nach gewaltsamen Ausschreitungen: Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilt die rassistische Krawalle in Belfast aufs Schärfste.
Er schreibt in einem X-Beitrag:
«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.
Randalierer zogen teils vermummt durch die Strassen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, aus ihnen mussten Bewohner gerettet werden.
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