Verschärfung für Touristen geplant Prüfen US-Behörden bald dein Instagram?

Oliver Kohlmaier

10.12.2025

Die Einreise in die USA könnte bald erheblich schwerer werden.
Die Einreise in die USA könnte bald erheblich schwerer werden.
EPA/ERIK S. LESSER/KEYSTONE

Wer künftig als Tourist in die USA einreisen will, muss möglicherweise seine Social-Media-Historie offenlegen. Das ist nicht die einzige Verschärfung, die die US-Grenzschutzbehörde fordert.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Geht es nach der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde, soll in einem Esta-Antrag für Touristen künftig die Social-Media-Historie über einen Zeitraum von fünf Jahren offengelegt werden.
  • Hinzu kommt die obligatorische Angabe weiterer sensibler Daten.
  • Treten die Änderungsvorschläge in Kraft, würde dies die ohnehin leidende Tourismusbranche in den USA weiter schwächen.

Trump-kritischen Beitrag auf Instagram gepostet? Wer künftig einen Aufenthalt in den USA plant, muss sich möglicherweise bald Gedanken um vergangene Einträge in den sozialen Medien machen. Denn geht es nach den Forderungen der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), sollen Touristen, die mit einem Esta-Antrag einreisen, künftig ihre Social-Media-Historie offenlegen.

Dann müssten Besucher*innen den Grenzbeamten ihre Beiträge aus den letzten fünf Jahren zugänglich machen, heisst es in einem Änderungsvorschlag, den die CBP vorgelegt hat

Die Vorschläge für den Antrag umfassen neben der obligatorische Angabe der Social-Media-Historie auch sogenannte «high value data elements», also letztlich sensible Daten. Dazu gehören die Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Person aus den letzten fünf Jahren sowie die Namen und Geburtsdaten enger Familienangehöriger, ebenso inklusive deren Geburtsorten, Wohnorten sowie Telefonnummern aus den letzten fünf Jahren.

Datensammlung für Touristen?

Diese Regelverschärfung würde alle Besucher betreffen, die mit dem elektronischen Antrag Esta in die USA kommen, also auch Besucher*innen aus der Schweiz. Der Antrag ermöglicht die visumfreie Genehmigung für Touristen und Geschäftsreisende aus mehr als 40 Ländern, die zum Visa Waiver Program (VWP) zählen. Der Aufenthalt in den USA ist damit für maximal 90 Tagen erlaubt.

Die geplante Änderung begründet die US-Behörde mit dem «Schutz der USA vor ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen für die nationale und öffentliche Sicherheit». Das Dokument ist nicht rechtskräftig, sondern steht nach seiner Veröffentlichung im Bundesregister zunächst zur Diskussion.

Drastische Auswirkungen auf Tourismus

Der Plan hätte massive Auswirkungen auf den Tourismus in den USA, warnen Tourismusorganisationen. So richten die USA nächstes Jahr gemeinsam mit Kanada und Mexiko die Fussball-WM aus. Viele Fans werden zu dem Turnier erwartet.

Während Trumps zweiter Amtszeit ist Zahl der Touristen bereits dramatisch zurückgegangen, da der Präsident eine drakonische Politik gegenüber Einwanderern verfolgt. Jüngste Massnahmen umfassen etwa den Stopp aller Asylanträge aus mehr als 30 Ländern.

Schon im August war bekanntgeworden, dass die US-Regierung die Überprüfung von Visa-Inhabern stark ausgeweitet hat. Laut einem Bericht der «Washington Post» wurden Millionen Menschen unter die Lupe genommen, die sich bereits in den USA aufhalten – mit intensivem Blick in die Aktivitäten auf ihren Online-Kanälen. Hintergrund war demzufolge die Absicht, Visa zu entziehen, wenn Hinweise etwa auf eine Überschreitung der Aufenthaltsdauer oder auf kriminelle Aktivitäten vorlägen.

Auch die Behörde für Einwanderung und Einbürgerung (USCIS) hatte angekündigt, Immigranten bei der Antragsstellung auf mögliche «antiamerikanische» Äusserungen im Internet zu überprüfen.

Mit Material von dpa.