Kurz vor Treffen mit Trump-Vertretern «Wir sind bereit, wenn ihr Krieg wollt» – Putin droht Europa offen

Sven Ziegler

2.12.2025

Russland will mehrere Gebiete der Ukraine übernehmen und einen Nato-Beitritt des Landes verhindern. (Archivbild)
Russland will mehrere Gebiete der Ukraine übernehmen und einen Nato-Beitritt des Landes verhindern. (Archivbild)
Valeriy Sharifulin/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Kurz vor einem heiklen Treffen mit US-Sondergesandtem Steve Witkoff hat Wladimir Putin Europa unverblümt mit militärischer Bereitschaft gedroht.

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Keystone-SDA, Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Wladimir Putin behauptet, Europa wolle eine Eskalation – Russland sei «bereit», falls der Westen einen Konflikt beginne.
  • Die USA verhandeln ohne europäische Beteiligung direkt mit Moskau über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs.
  • Selenskyj fordert belastbare Sicherheitsgarantien und sagt, er sei auf alles vorbereitet – auch auf ein Treffen mit Präsident Donald Trump.

Kurz vor den Gesprächen mit dem Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump hat Wladimir Putin in Moskau mit scharfen Worten nachgelegt. Russland wolle «keinen Krieg mit Europa», sagte er, fügte aber sofort hinzu, man sei «bereit, wenn Europa es wolle und beginnt».

Putin warf den europäischen Regierungen vor, gezielt amerikanische Bemühungen für ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs zu blockieren. «Sie haben kein Friedensprogramm, sie stehen auf der Seite des Krieges», sagte er gegenüber Medienvertretern.

Nach Darstellung des Kremls versuche Europa, die diplomatischen Initiativen Washingtons zu unterlaufen – während Kiew auf einer ganz anderen Linie agiere. Europäische Regierungschefs äusserten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Der amerikanische Sondergesandte Steve Witkoff ist am Dienstag in Moskau eingetroffen. Die Gespräche gelten als heikel: Zum ersten Mal seit Monaten findet ein direkter Austausch zwischen Washington und Moskau statt – ohne europäische Beteiligung und ohne die Ukraine am Tisch.

Selenskyj dämpft Erwartungen

Witkoff hatte bereits am Montag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen. Danach wollte er sich aber erst bis Dienstagabend zu einer Einschätzung äussern.

Während Putin verbal auf Konfrontation schaltet, versucht Selenskyj, die Erwartungen zu begrenzen. Bei einem Besuch in Irland sagte er, man warte auf Ergebnisse aus Moskau – sei aber auf jedes Szenario vorbereitet.

Sollte sich eine schnelle umfassende Lösung abzeichnen, werde auf höchster Ebene weiterverhandelt. Bleibe es bei einer reinen Gesprächsebene, werde die nächste Runde nicht mehr in Top-Besetzung stattfinden. «Leider sterben Ukrainer», sagte Selenskyj. Deshalb brauche es Resultate, nicht nur Dialog.

Der Präsident wiederholte zudem zentrale Forderungen der Ukraine: langfristige Sicherheitsgarantien, damit Russland «nicht in einem Jahr wieder mit einer dritten Invasion in zehn Jahren zurückkehrt», sowie Klarheit bei territorialen Fragen und beim Umgang mit eingefrorenen russischen Vermögen in der EU.