Soldaten schiessen auf Maga-Puppen Putin versucht, mit Fake-Videos Trumps Anhänger aufzuwiegeln

Von David Klepper, AP

7.12.2024 - 09:13

Trumps Sondergesandter für die Ukraine: So will er den Krieg beenden

Trumps Sondergesandter für die Ukraine: So will er den Krieg beenden

Donald Trump hat eine weitere wichtige Personalentscheidung getroffen. Der frühere Sicherheitsberaters Keith Kellogg soll Sondergesandter für die Ukraine und Russland werden. Bislang ist nicht klar, wie die neue Trump-Regierung ihre Ankündigung wahr machen will, den seit mehr als 1000 Tagen andauernden Krieg zu beenden. Doch Kellog hat schon 2023 Ideen entwickelt.

29.11.2024

Vor dem Wechsel im Weissen Haus kursieren im Internet gefälschte Videos, die einen Keil zwischen Kiew und Washington treiben sollen. Darin unter anderem eine Puppe mit Trump-Shirt im Visier ukrainischer Soldaten.

DPA, Von David Klepper, AP

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Kreml schickt Fake-Videos an staatliche Medien, Websites und Social-Media-Konten, um Stimmung gegen die US-Hilfe für die Ukraine zu machen.
  • Die gefälschten Videos zeigen, wie vermeintlich ukrainische Soldaten auf Maga-Puppen schiessen oder Portraits von Donald Trump verbrennen.
  • Kiew wird als korrupt, faschistisch und im Geheimen an Biowaffen forschend dargestellt.
  • Die Wirkung der Fake-News ist laut Experten schwer abzuschätzen. Putin habe sich wahrscheinlich ein strittigeres Ergebnis bei der letzten US-Wahl gewünscht.

In seinen letzten Tagen im Amt versucht US-Präsident Joe Biden noch sein Möglichstes, der Ukraine den Rücken zu stärken, bevor Nachfolger Donald Trump im Januar im Weissen Haus einzieht. Der macht aus seiner Kritik an der US-Militärhilfe kein Hehl, und das wiederum spielt Russland in die Karten: Moskau nutzt den Countdown zum Regierungswechsel für eine Desinformations-Kampagne, um die Stimmung in den USA zu kippen.

Seit der US-Präsidentschaftswahl vom 5. November hat der Kreml dazu staatliche Medien, Websites und Social-Media-Konten mit verzerrenden Darstellungen zum Ukraine-Krieg und dem Verhältnis zu den USA bestückt. Die für das amerikanische Publikum ins Englische übersetzte Veröffentlichungen zielten darauf ab, die Stimmung zu einem politisch entscheidenden Zeitpunkt zu drehen, erklären Analysten.

Damit solle letztlich ein Zurückfahren der US-Militärhilfe erreicht werden, um die russischen Angreifer im Krieg zu stärken. Beispiele dafür sind etwa gefälschte Videos, auf denen angeblich ukrainische Soldaten zu sehen sein sollen, die Porträts von Trump oder seinen Unterstützern verbrennen.

Soldaten schiessen auf Maga-Puppen

In einem Clip sind angeblich Soldaten mit den Worten zu hören, Trump dürfe «nie wieder Präsident werden». Untersuchungen verschiedener Fachleute fanden verräterische Anzeichen digitaler Manipulation. In einem anderen Video wird suggeriert, dass ukrainische Soldaten auf eine Schaufensterpuppe schiessen, die einen «Make America Great Again»-Hut und ein Trump-Wahlkampf-Shirt trägt.

Sowohl private Analysten als auch dem staatlichen ukrainischen Zentrum für die Bekämpfung von Desinformationen spürten das Video im Netz auf und stuften es als Fälschung ein. Andere, ebenso gefälschte Videos zeigen vorgeblich ukrainische Soldaten, die Trumps Bücher verbrennen oder ihn als Feigling betiteln.

Zu Beginn des mittlerweile fast drei Jahre währenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine konzentrierte sich die Moskauer Propaganda eher darauf, die Führung in Kiew als korrupt und faschistisch zu verunglimpfen. Dazu kam die Behauptung einer geheimen Forschung an Biowaffen, die Russland mit der Corona-Pandemie in Verbindung zu bringen versuchte.

Kiew ist korrupt – Moskau ist die Lösung

Russland habe das Bild vermittelt, die Ukraine sei so korrupt, dass sie nicht einmal ein Staat sein solle, erklärt Rupert Smith vom Strategie-Beratungsunternehmen Solvo Partners mit Sitz in Brüssel. Als Konsequenz hätten sie betont: «Wir sind die richtigen Leute, um dieses Land zu regieren», sagt der ehemalige Nato-Befehlshaber und britische General. Jetzt gehe es darum, die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.

Die Verbreitung des gefälschten Videos über die Puppe mit Trump-Shirt sei zunächst von Kreml-nahen Websites beflügelt worden, bevor es auf Seiten gelangte, die bei US-Bürgern beliebt sind, fand eine Analyse des Unternehmens Newsguard heraus. Einige Versionen wurden demnach deutlich vor der Wahl erstellt, aber als aktueller ausgegeben.

Innerhalb weniger Tage habe das Video Hunderttausende von Aufrufen erhalten und sei in mehrere Sprachen übersetzt worden. Die russischen Motive seien einfach zu durchschauen, wenn Moskau versuche, die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben, sagt Russland-Experte Joshua Tucker von der New York University.

Wirkung schwer abschätzbar

Schwerer abzuschätzen sei jedoch die Wirksamkeit der Desinformationen – vor allem auf Social-Media-Plattformen, die ohnehin mit bizarren und falschen Informationen überfüllt seien.

Desinformation sei für Moskau vermutlich Teil einer langfristigen Bemühung, die globale Führungsrolle der USA zu untergraben, indem es die Bevölkerung spalte und das Vertrauen in die Institutionen unterhöhle, erklärt Tucker. Das gehe über einen Wahlzyklus oder einen Kandidaten hinaus.

«Ich glaube, was sie sich wirklich erhofft haben, ist ein umstrittenes Ergebnis mit vielen Menschen auf der Strasse, die behaupten, die Wahl sei nicht rechtmässig gewesen», sagt er. Das sei so nicht eingetreten, doch die russischen Desinformations-Agenturen liessen in ihren Versuchen nicht nach, das amerikanische Volk aufzuwiegeln.

Auf die Frage nach der Rolle Moskaus bei der Verbreitung von Desinformationen über die Ukraine verwies die russische Botschaft in Washington lediglich auf frühere Erklärungen – darin wurde jegliche Beteiligung zurückgewiesen.


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