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«Werden euch vom Antlitz der Erde tilgen»

Putins Propaganda geht auf Konfrontationskurs mit Trump

04:30

#06: Trump – das ist nicht neutral: Der US-Präsident beendet den Ukraine-Krieg. Schon wieder. Vielleicht

Donald Trump kennt Wladimir Putin: Der Russe ist für eine Waffenruhe zu haben. Und er will Frieden. Und er will alles und tötet weiter Menschen – der US-Präsident legt beim Ukraine-Krieg öffentlich eine Lernkurve hin.

Die russische Propaganda schiesst scharf gegen Donald Trump, nachdem der US-Präsident mit Blick auf den Krieg in der Ukraine neue, kritische Töne angeschlagen hat: Hat der Kreml einen Kurswechsel angeordnet?

Philipp Dahm

Philipp Dahm

12.07.2025, 11:36

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  • Wladimir Solowjow und Olga Skabejewa, zwei Exponenten der russischen Propaganda, schiessen medial gegen Donald Trump.
  • Sie reagieren darauf, dass der US-Präsident gegenüber Moskau neue, kritischere Töne anschlägt.
  • Solowjow greift die Epstein-Akten auf und droht den USA mit atomar betriebenen Torpedos, die nukleare Tsunamis auslösen, und U-Booten, deren Rakete unaufhaltbar seien.
  • Trump kündigt «wichtige Erklärung» am Montag an – mit diesem Schritt könnten die USA Putins Kriegswirtschaft brechen.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

«Jetzt sagen sie: ‹Wir haben zehn Patriot-Raketen geliefert. Wir werden die Russen überraschen›», schimpft Wladimir Solowjow im russischen TV über Donald Trump. «Womit könnt Ihr uns überraschen?», fragt er schnippisch.

Zuvor hat sich Wladimir Putins bekannter Fernseh-Prediger über Trumps jüngsten Angriff auf die BRICS-Staaten ausgelassen: Der US-Präsident hatte allen denen wegen «anti-amerikanischer Politik» und Schwächung des Dollars mit Extra-Zöllen gedroht.

«Der Dollar hat alles getan, um sich selbst zu schwächen», mault Solowjew nicht. «Stoppt die Sanktionen! Ihr habt damit angefangen, den Dollar als Waffe zu benutzen. Dafür habt ihr als Antwort einen Kampf bekommen.» Die USA kontrollierten nur 16 Prozent der Weltwirtschaft und China sei stärker.

02:29

«Das ist unglaublich»: Hier flippt Trump aus, weil ein Reporter nach Jeffrey Epstein fragt

Bei einer Pressekonferenz wagt es ein Reporter, zu fragen, was mit der Klienten-Liste des Pädophilen Jeffrey Epstein ist. Donald Trump findet das gar nicht lustig. Seine Justizministerin erklärt sich dennoch.

Trump solle doch mal gucken, so Solowjew, ob Russland oder die USA mehr Rüstungsgüter herstellten. Und dann zeigt der 61-Jährige das Video von Trumps Ausraster bei der Pressekonferenz, als nach Jeffrey Epstein gefragt wird – siehe oben.

Gegen Moskaus Raketen hilft kein «Sch****-Dom»

«Und alle so: Was meinst du mit ‹Es reicht›?», ruft Solowjow Trump zu. «Du hast die ganze Zeit über ihn geredet. Du hast gesagt, der ganze Deep State ist darin verwickelt. Alle möglichen Leute seien beteiligt. Du hast gesagt, [Epstein] habe sich nicht selbst das Leben nehmen können. Aber jetzt sagst du: ‹Lasst es uns vergessen?› Wow, das ist cool. Was kommt als Nächstes?»

Teaser image

Trumps Team und der Fall Epstein

«Die Öffentlichkeit – Sie – werden hier für dumm verkauft»

Solowjow spielt seinem Publikum auch den Audio-Mitschnitt vor, in dem Trump erzählt, er habe Putin mit der Bombardierung Moskaus gedroht. Und jetzt legt Putins Propagandist richtig los: Was würde Trump davon halten, wenn Russland von zwei Seiten atomar betriebene Poseidon-Torpedos auf die USA abfeuert, die einen nuklearen Tsunami auslösen?

Wladimir Solowjow ist ob der Beziehungen zu den USA und zu Donald Trump angefressen.

Wladimir Solowjow ist ob der Beziehungen zu den USA und zu Donald Trump angefressen.

YouTube/Russian Media Monitor

«Der wird eine Wasserstrasse erschaffen, die nach Genosse Stalin benannt werden wird», sagt Solowjew mit düsterer Miene. Und dann seien da noch Moskaus U-Boote, vor deren Rakete es keinen Schutz gebe. Da helfe auch kein «Golden Dome, Diamant-Dom oder Sch****-Dom».

«Seine sch*** B-2 sind für uns sichtbar»

«Seine sch*** [Tarnkappenbomber vom Typ] B-2 sind für uns sichtbar», tönt der Moskauer. Und der Kreml würde nicht bloss zuschauen: «Nein, wir werden euch vom Antlitz der Erde tilgen.» Putin habe nicht zum Spass gesagt, dass eine Welt ohne Russland keinen Sinn mache.

Solowjew redet sich in Rage: «Seid Ihr verrückt geworden? Was glaubt Ihr, wer Ihr seid», heisst es an die Adresse der Amerikaner. «Kommt zur Besinnung, ihr Tiere!» Wenn nicht, drohe ein «grosser Krieg», droht der dreimal verheiratete achtfache Vater.

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Weiter heisst es: «Der Westen wird nicht aufhören, bis wir ihm so hart auf seine rotzige Nase schlagen, dass rundherum alles schwirrt.» Auch Paris gibt Solowjew noch einen mit: «Wir sollten die Hölle aus Frankreich heraus prügeln», meint er. Und gleichzeitig: «Ich würde sagen, wir sind viel zu entspannt geworden.»

Trump: «Putin bewirft uns mit jeder Menge Sch*****»

Auch Olga Skabejewa, die wie Solowjew als inoffizielles Sprachrohr des Kreml gilt, spricht am 9. Juli in ihrer TV-Show «60 Minuten» über die  «Methoden Washingtons» – und vergleicht die amerikanischen Attacken mit den Vorwürfen, die einst dem Irak gemacht wurden: Die USA wollten wieder «ein Regime vernichten».

TV anchor Olga Skabeyeva said that Trump had criticized Russia for "the fourth time in recent days."

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— Newsweek (@newsweek.com) 10. Juli 2025 um 06:33

«Die Geschichte scheint sich zu wiederholen: Das Symbol der bakteriologischen Waffen, deren Herstellung die Amerikaner dem Regime von Saddam Hussein vorwarfen, ging als ‹Colin Powells Reagenzglas›» in die Geschichte ein», wird die TV-Frau zitiert. Mit Blick auf Trumps CIA-Chef fügt sie an: «Ob es ‹Ratcliffe-Röhrchen› geben wird, ist unbekannt.»

Trump: "We get a lot of bullshit thrown at us by Putin, if you want to know the truth. He's very nice all the time but it turns out to be meaningless."

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— Aaron Rupar (@atrupar.com) 8. Juli 2025 um 18:21

Donald Trump hat tatsächlich eine Lernkurve hingelegt, was Putins Bereitschaft für Frieden angeht – siehe Video ganz oben. Zuletzt wurde er mehr als deutlich: «Putin bewirft uns mit jeder Menge Sch*****, um die Wahrheit zu sagen», bekundet der US-Präsident am 9. Juli unverblümt.

Trump kündigt «wichtige Erklärung» am Montag an

Er wisse noch nicht, ob er die Sanktionen gegen Russland verschärfen werde. «Ich schaue mir das an», sagt der Republikaner. Die Frage ist: Wird Trump seinen Worten irgendwann auch Taten folgen lassen? Seine jüngsten Aussagen dürften Kiew Hoffnung machen.

President Trump said he's disappointed in Russia and will make a big announcement on Monday. He added that NATO will pay for and distribute weapons for Ukraine. No further details at the moment.

[image or embed]

— Anton Gerashchenko (@antongerashchenko.bsky.social) 11. Juli 2025 um 08:32

Denn: Trump hat «NBC News» gesagt, dass die Nato der Ukraine weitere Waffen und Munition liefern wird. «Wir schicken Waffen an die NATO, und die NATO zahlt für diese Waffen, 100 Prozent», erklärt er die Abmachung, die beim letzten Nato-Gipfel getroffen worden sein soll.

Trump orakelt ausserdem: «Ich denke, ich werde am Montag eine wichtige Erklärung zu Russland abgeben.» Was damit gemeint sein könnte, ist der Sanctioning Russia Act of 2025: Das Gesetz ist unter Federführung des Republikaners Lindsey Graham entstanden und hat überparteiliche Unterstützung. Es sieht sekundäre Sanktionen gegen Russland vor.

the sanctioning russia act of 2025 has been sitting in senate and house committees since april 1st, sir. S.1241 has 84 cosponsors and is 31 pages long. H.R.2548 has 81 cosponsors and is 31 pages long. that's maybe 2 days worth of homework reading for your average high schooler.

[image or embed]

— Bea (@autiebea.bsky.social) 8. Juli 2025 um 23:31

Diese würden alle Länder mit hohen Zöllen bestrafen, die russische Waren wie etwa Öl kaufen. Es könnte der Todesstoss für die Putins Kriegswirtschaft sein. Die Vorlage, die Trump explizit final absegnen soll, ist nur deshalb nicht in den Senat zur Abstimmung gebracht worden, weil der New Yorker noch kein grünes Licht dafür gegeben hat. 

Spätestens dann wird der Kreml auch offiziell und öffentlich auf vollen Konfrontationskurs gehen.


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Trump for Friedensnobelpreis – «Wow, vielen Dank. Ich hatte ja keine Ahnung»

Benjamin Netanjahu hat US-Präsident Donald Trump für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Mit dem Vorstoss will Netanjahu Trumps Einsatz im Nahost-Konflikt hervorheben. Die Szene im Video.

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