Raketen statt Brot: Zehn Millionen Nordkoreanern droht akuter Hunger

tafi / DPA

3.5.2019

Die Vereinten Nationen befürchten, dass zehn Millionen Menschen in Nordkorea akut vom Hunger bedroht sind. Die Regierung hat die Essensrationen bereits reduziert und erwägt weitere Kürzungen. (Symbolbild)
Keystone / Archiv

In Nordkorea werden die Lebensmittel bedrohlich knapp. Zehn Millionen Menschen sind akut vom Hunger bedroht. Das Land steckt weiter Milliarden in Atom- und Raketenprogramme.

Für Atom- und Raketenprogramme ist im Reich von Kim Jong-un genug Geld da, für die Ernährung der Bevölkerung weiterhin nicht. Das international geächtete Nordkorea steht laut einer UN-Untersuchung vor einer Hungersnot, von der mindestens zehn Millionen Menschen betroffen sein könnten. Die Lebensmittelvorräte würden nicht bis zur nächsten Ernte reichen.

«Die Lage ist sehr ernst», warnte Herve Verhoosel am Freitag in Genf. Laut dem Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP) sei die jüngste Ernte nach Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen so schlecht ausgefallen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das WFP hatte die Lage vor Ort zusammen mit der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO untersucht.



Etwa 1,4 Millionen Tonnen Nahrungsmittel werden demnach zur Versorgung der Bevölkerung fehlen. Schon jetzt seien viele Menschen chronisch mangelernährt. Ohne Hilfe würde sich ihre Lage weiter verschärfen. Besonders schlimm: In einigen Regionen sei jedes fünfte Kind aufgrund von Unterernährung in der Entwicklung zurückgeblieben.

Obwohl staattliche Essensrationen bereits von 380 Gramm pro Tag auf 300 Gramm reduziert worden seien, erwäge die Regierung eine weitere Kürzung. Das Welternährungsprogramm bereite bereits Hilfslieferungen für für fast 800'000 Frauen und Kinder in der Umgebung der Hauptstadt Pjöngjang vor.



Dies geschehe laut Verhoosel aus humanitären Gründen: «Wir mischen uns nicht in die Politik ein. Wenn wir Menschen in Not sehen, müssen wir helfen.»

Nordkorea steckt Milliardenbeträge in Raketen- und Atomprogramme, trotzdem müsse die internationale Gemeinschaft die Bevölkerung unterstützen.

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