«Freundlichste Person» Das ist die Frau (37), die von ICE erschossen wurde

Sven Ziegler

8.1.2026

ICE-Beamte nach dem tödlichen Schuss auf die 37-Jährige.
ICE-Beamte nach dem tödlichen Schuss auf die 37-Jährige.
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Nach der Erschiessung einer 37-jährigen Frau durch einen ICE-Beamten rückt nun ihr Leben in den Fokus. Angehörige zeichnen das Bild einer fürsorglichen Mutter und Nachbarin.

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DPA, Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die von einem ICE-Beamten erschossene Frau hiess Renee Nicole Good und war 37 Jahre alt.
  • Angehörige beschreiben sie als mitfühlende Mutter, Partnerin und Nachbarin.
  • Laut Behörden gab es keine Hinweise, dass sie Ziel einer Einwanderungsaktion war.

Nach der Erschiessung einer Frau durch einen Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis wird jetzt bekannt, wer die Frau war, die bei dem Einsatz ums Leben kam.

Die Getötete hiess Renee Nicole Good. Sie war 37 Jahre alt und US-Staatsbürgerin. Das berichten US-Medien unter Berufung auf Angehörige und lokale Behörden.

Goods Mutter Donna Ganger sagte gegenüber der «Minnesota Star Tribune,» ihre Tochter sei «eine der freundlichsten Personen, die ich je gekannt habe». Sie sei «extrem mitfühlend» gewesen und habe sich ihr Leben lang um andere gekümmert. «Sie war liebevoll, vergebend und ein erstaunlicher Mensch», wird Ganger zitiert.

Auch ein früherer Nachbar bestätigte gegenüber lokalen US-Sendern dieses Bild. Good sei «keine Extremistin, keine Terroristin» gewesen, sondern «eine Mutter, die ihre Kinder und ihren Partner liebte».

Good hinterlässt Bub (6)

Renee Nicole Good hinterlässt einen sechsjährigen Sohn. Dessen Vater starb 2023. Laut dem Grossvater des Kindes habe der Junge nun «niemanden sonst» in seinem Leben. Diese Aussagen stammen aus Berichten der M«innesota Star Tribune», die von CNN und NBC aufgegriffen wurden.

Good lebte zuletzt mit ihrem Partner im Grossraum Minneapolis. Zuvor habe sie einen Grossteil ihres Lebens in Colorado verbracht und zeitweise bei ihren Eltern in Kansas gelebt, berichtete ihr Vater gegenüber der «Washington Post».

Good absolvierte ein Studium an der Old Dominion University, das sie 2020 mit einem Abschluss in Englisch beendete. In einer Stellungnahme erklärte der Präsident der Universität, ihr Leben solle «eine Erinnerung an das sein, was uns verbindet: Freiheit, Liebe und Frieden».

«Sie kümmerte sich um ihre Nachbarn»

Mehrere Behördenvertreter stellten klar, dass es keine Hinweise gebe, wonach Renee Nicole Good Ziel einer Einwanderungs- oder Strafverfolgungsaktion gewesen sei. Der Polizeichef von Minneapolis sagte laut NBC News, es deute nichts darauf hin, dass gegen sie ermittelt worden sei. Sie habe sich in ihrem Fahrzeug auf der Strasse befunden.

Auch Mitglieder des Stadtrats von Minneapolis beschrieben Good in einer gemeinsamen Erklärung als Bewohnerin, die «sich um ihre Nachbarn kümmerte».

Noch am Tag der Erschiessung versammelten sich laut CNN zahlreiche Menschen an der Strasse, an der Good starb. Sie legten Blumen und Kerzen nieder, skandierten ihren Namen und protestierten gegen die Präsenz der Einwanderungsbehörde ICE in der Stadt.

Minnesotas Gouverneur Tim Walz sprach der Familie sein Beileid aus und erklärte, man werde «alles daransetzen, Rechenschaft und Gerechtigkeit zu erreichen».