«Du kannst schon Zwölfjährige anpeilen»Reportage enthüllt: Kriminelle rekrutieren Kinder für Morde
Samuel Walder
21.12.2025
Kriminelle in Europa rekrutieren Kinder für Mordanschläge.
NDR
Bombenanschläge, Morde, Geiselnahmen – in Europa werben kriminelle Netzwerke gezielt Minderjährige für schwerste Verbrechen an. Eine ARD-Reportage zeigt, wie erschreckend leicht der Weg vom Klick zur Tat geworden ist.
Die ARD-Reportage zeigt, wie kriminelle Netzwerke gezielt Kinder über soziale Medien für Auftragsmorde und Bombenanschläge rekrutieren – oft mit minimaler Bezahlung und massiver Einschüchterung.
Besonders betroffen sind Länder wie die Niederlande, wo täglich mehrere Explosionen durch selbstgebaute Sprengsätze gemeldet werden.
Experten wie Ex-Interpol-Chef Jürgen Stock fordern verstärkte Prävention und soziale Massnahmen, um Jugendliche vor dem Abrutschen in die organisierte Kriminalität zu schützen.
Was klingt wie ein Drehbuch für einen düsteren Thriller, ist bittere Realität: Kriminelle Hintermänner werben über soziale Medien gezielt Kinder und Jugendliche für schwerste Verbrechen an – von Bombenanschlägen bis zu Auftragsmorden. Die ARD-Reportage «Heute Kids, morgen Killer – Rekrutiert fürs Verbrechen» zeigt erschütternde Einblicke in eine wachsende Schattenwelt.
Ein sogenannter «Mordmakler» spricht offen über seine Geschäfte. Seine Preisliste ist kalt kalkuliert: Bombenanschläge für 3000 bis 7000 Euro, Morde für 15’000 bis 25’000 Euro. Die eigentlichen Täter? Oft Minderjährige. «Du kannst schon Zwölfjährige anpeilen», sagt er. Für die Jugendlichen selbst gebe es teils nur ein paar Hundert Euro – doch viele würden regelrecht darum bitten. Es gehe um Anerkennung, um einen «kriminellen Abschluss».
Rekrutierung per Klick
Die Anwerbung läuft laut den Machern der Reportage über Telegram, Instagram oder Snapchat – «so einfach wie eine Pizza zu bestellen». Wer zusagt, kommt kaum mehr raus. Drohungen und Gewalt sorgen dafür, dass die Jugendlichen «funktionieren». Das Schicksal der Kinder sei ihm egal, sagt der Mittelsmann nüchtern. «Solange es Nachfrage gibt, gibt es auch ein Angebot. Das ist wie Gift, das wird nicht aufhören.»
Besonders drastisch ist die Lage in den Niederlanden, wo Statistiken von mehr als vier Explosionen pro Tag sprechen – Tendenz steigend. Illegale Sprengsätze aus manipulierten Böllern, Nägeln und Glasscherben können ganze Häuser zerstören.
Vom Lockruf in den Knast
Wie schnell Jugendliche in diesen Strudel geraten, zeigt der Fall von Tarek (Name geändert). Der heute 19-Jährige sitzt im Gefängnis, nachdem er an einer brutalen Geiselnahme eines Ehepaars in Köln beteiligt war. «Ich war dumm und naiv», sagt er rückblickend. Erst schien es harmlos, doch die Forderungen wurden immer brutaler. Am Tatort fand er die Opfer bereits gefesselt und misshandelt vor. Trotzdem schlug er zu – aus Angst, aus Gruppendruck. Heute bereut er alles: «Ich würde das für kein Geld der Welt mehr machen.»
Der frühere Interpol-Chef Jürgen Stock sieht die Ursachen klar: Es gehe um Verführung und Druck. Ohne Investitionen in Prävention, soziale Arbeit und Perspektiven für Jugendliche lasse sich das Problem nicht stoppen.
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O-Ton Johann Wadephul, CDU, Aussenminister
«Aber es ist klar, diese Position habe ich vertreten, und ich glaube, die sollte auch, dass Rasmussen weiter vertreten wird er auch weiterhin vertreten, dass die Zukunft Grönlands durch die Grönländer innen und Grönländer entschieden wird. Die Fragen der Souveränität des Staatsgebietes des Königreiches Dänemark wird durch Dänemark entschieden und durch niemanden anders.»
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