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Rob Wittmann gab vor, zu telefonieren. Sein Handybildschirm entlarvt ihn jedoch.
Screenshot X / MeidasTouch
Ein republikanischer Kongressabgeordneter aus den USA wollte Fragen zu möglichen Kürzungen bei Sozialleistungen offenbar um jeden Preis vermeiden. Ein Video zeigt, wie er während mehr als einer Minute ein Telefonat vortäuscht – sein Handybildschirm verrät ihn dabei.
«Ich bin in ein paar Minuten da.»
Mit diesen Worten läuft der republikanische Kongressabgeordnete Rob Wittman durch Washington. Neben ihm geht ein Reporter des linken Mediennetzwerks MeidasTouch, der Antworten auf eine politisch heikle Frage sucht.
Wittman soll Stellung zu Äusserungen des republikanischen Mehrheitsführers Mike Johnson nehmen. Dieser hatte zuvor angekündigt, Programme wie die Sozialversicherung Social Security sowie Medicare langfristig «anzupassen» und zu reformieren. Was das genau bedeutet, wissen jedoch bislang nur Eingeweihte – dazu gehört auch Wittmann.
Rep. Rob Wittman (R-VA) faked a phone call for roughly 90 seconds after being asked about Speaker Mike Johnson’s comments regarding potential Social Security cuts.
— MeidasTouch (@MeidasTouch) June 10, 2026
The phone's screen remained visible, with his cheek inadvertently tapping different parts of the display. pic.twitter.com/y3ST5AX651
Der Reporter bleibt daher hartnäckig und stellt seine Fragen immer wieder. Wittman antwortet jedoch nicht. Stattdessen hält er sich sein Smartphone ans Ohr und beginnt ein Gespräch.
«Hey, wie geht's? Mir geht's gut. Ich bin in ein paar Minuten da», sagt der Kongressabgeordnete, während er weiterläuft. Die Szene dauert mehr als eine Minute.
Nur: Das Telefonat hat gar nie stattgefunden. Der Abgeordnete gab vor, zu telefonieren, ohne dies jedoch wirklich zu tun. Auf den Aufnahmen ist ein Teil des Handybildschirms zu sehen. Dort erscheint nicht die übliche Anzeige eines laufenden Telefongesprächs. Zudem aktiviert sein Gesicht laut Beobachtern mehrfach Funktionen auf dem Display.
Für Kritiker ist die Sache deshalb klar: Wittman habe das Gespräch lediglich vorgetäuscht, um den Fragen auszuweichen.
Eine Stellungnahme des Kongressabgeordneten lag zunächst nicht vor. Das Video des vermeintlichen Schein-Anrufs verbreitete sich innerhalb weniger Stunden tausendfach.
Der Hintergrund der Szene ist politisch brisant. Johnson hatte bei einem Radioauftritt erklärt, Programme wie Medicare, Medicaid und Social Security müssten reformiert werden. Demokraten werfen den Republikanern deshalb vor, Sozialleistungen kürzen zu wollen.
Die Republikaner weisen diese Darstellung zurück und argumentieren, dass langfristige Anpassungen nötig seien, um die Finanzierung der Programme zu sichern.
Tatsächlich warnte ein aktueller Bericht der Sozialversicherungstreuhänder laut US-Medien, dass der Fonds zur Finanzierung von Rentenleistungen Anfang der 2030er-Jahre ohne Reformen unter Druck geraten könnte.