Röttgen kündigt Vorsitzkandidatur bei deutschen Christdemokraten an

SDA

12.11.2021 - 09:47

Norbert Röttgen, CDU-Bundestagsabgeordneter, zu seiner Kandidatur als Bundesvorsitzender der CDU. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Keystone

Der Aussenpolitiker Norbert Röttgen will neuer Vorsitzender der deutschen Christdemokraten werden. Der 56-jährige CDU-Bundestagsabgeordnete kündigte am Freitag in Berlin seine Kandidatur für die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet an.

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12.11.2021 - 09:47

Er kandidiere, «aus der tiefen Überzeugung, dass es kein «Weiter so» gibt, erst recht kein «Zurück"», sagte Röttgen in Berlin. Es gehe um «eine inhaltlich definierte Erneuerung» der CDU.

Erwartet wird, dass im Laufe des Tages auch der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun nominiert wird. Bei einer virtuellen Landesvorstandssitzung der hessischen CDU will der 49-Jährige die Gründe für seine Bewerbung vorstellen, wie ein Sprecher der hessischen CDU angekündigt hat.

Erwartet wird ferner, dass auch der frühere Unionsfraktionschef im Bundestag, Friedrich Merz, eine Kandidatur anmelden wird. Er hat sich dazu bislang aber noch nicht genau geäussert. Röttgen und Merz hatten bereits im vergangenen Januar für den CDU-Vorsitz kandidiert, waren damals aber Laschet unterlegen. Röttgen sagte jetzt, er kandidiere in der Einschätzung, diesmal gewählt werden zu können.

Die CDU hatte bei der Bundestagswahl im September das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte erzielt. Gemeinsam mit der nur in Bayern antretenden Schwesterpartei CSU kam die Union deutschlandweit auf nur noch 24,1 Prozent der Stimmen. Spitzenkandidat Laschet hatte erst im Januar die Parteiführung übernommen. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Sozialdemokraten, Grünen und Liberalen zur Bildung einer neuen Regierung, die bis zur zweiten Dezemberwoche stehen soll.

Gewählt werden soll der neue Vorsitzende der momentan rund 400 000 Mitglieder zählenden CDU bei einem Bundesparteitag am 21. Januar in Hannover. Davor will die CDU erstmals in ihrer Geschichte eine Mitgliederbefragung durchführen. Dort wird faktisch die Entscheidung fallen, wer künftig an der Spitze der Partei stehen wird. Unterlegene Bewerber sollen beim Parteitag nicht antreten.

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