USARubio enttäuscht über Europas Haltung im Iran-Krieg
SDA
8.5.2026 - 17:16
Marco Rubio, Aussenminister der USA, spricht während einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa/Archivbild
Keystone
US-Aussenminister Marco Rubio hat sich erneut über die aus Sicht seiner Regierung unzureichende Unterstützung europäischer Regierungen im Iran-Krieg enttäuscht gezeigt.
Keystone-SDA
08.05.2026, 17:16
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Einer der Vorteile der Nato-Mitgliedschaft bestehe in der Möglichkeit, Streitkräfte in Europa zu stationieren und Stützpunkte für die Logistik in Notfällen zu unterhalten, sagte er in Rom.
Das sei nicht mehr der Fall. «Das ist ein Problem, und das muss geprüft werden.» Am Ende liege die Entscheidung, wie man darauf reagiere, aber bei US-Präsident Donald Trump.
Rubio sieht Kosten und Gefahren
Die Weigerung von Ländern wie Spanien, den USA Basen in einer dringenden Situation zur Verfügung zu stellen, habe Kosten verursacht und unnötige Gefahren geschaffen, erklärte Rubio. Die USA waren sowohl in Spanien als auch in Italien auf Widerstand bei der Nutzung von Militärstützpunkten für den Iran-Krieg gestossen.
Trump droht nun mit dem Abzug von Truppen aus Europa. Für Deutschland ist der Abzug von 5.000 US-Soldaten angekündigt. Das seien weniger als 14 Prozent und entsprächen dem Stand von 2022, sagte Rubio.
Zuvor hatte Rubio Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Aussenminister Antonio Tajani getroffen. Letzterer bezeichnete sein Treffen mit Rubio als gut, er habe die Wichtigkeit der Einheit des Westens und der transatlantischen Beziehungen unterstrichen. Italien unterstütze alle Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe mit dem Iran. Dann sei man auch bereit, mit der eigenen Marine bei der Entminung und Sicherung der Strasse von Hormus zu helfen.
Ein Stammbaum für den Minister
Handelskriege wolle man nicht, sagte Tajani mit Bezug auf die Auseinandersetzungen mit den USA. Nicht nur Europa brauche die USA, das sei auch umgekehrt der Fall. Eine US-Militärpräsenz in Europa sei wichtig.
Bei der Zusammenkunft wurde Rubio auch ein Stammbaum überreicht, der dessen Wurzeln im Piemont im Nordwesten Italiens nachzeichnet. Rubio, der als Sohn kubanischer Einwanderer Spanisch spricht, verriet, er lerne Italienisch und könne alles verstehen. Das Abo für seinen Italienisch-Kurs sei aber abgelaufen – beim nächsten Besuch werde er eine Rede auf Italienisch halten, kündigte er an.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
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