Ukraine-Übersicht Selenskyj auf Frontbesuch +++ Putin trägt laut Scholz «furchtbare Schuld»

Agenturen/red.

18.6.2022

Kämpfe im Donbass halten an – Selenskyj begrüsst Annäherung der Ukraine an EU

Kämpfe im Donbass halten an – Selenskyj begrüsst Annäherung der Ukraine an EU

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Empfehlung der EU- Kommission zu einem EU-Beitrittsverfahren für sein Land begrüsst. Die Kämpfe im Osten der Ukraine um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk gingen indes unvermindert wei

18.06.2022

Der ukrainische Präsident Selenskyj war auf Frontbesuch im Süden des Landes. Die Ukraine will derweil erst Ende August nach der Durchführung von Gegenangriffen die Friedensverhandlungen mit Moskau wieder aufnehmen. 

Agenturen/red.

18.6.2022

Das Wichtigste in Kürze:

  • In der separatistischen Stadt Donezk in der Ostukraine sind nach Angaben der örtlichen Behörden durch ukrainische Angriffe Zivilisten getötet und verletzt worden.
  • Der ukrainische Präsident Selenskyj hat offiziellen Angaben nach eine weitere Frontregion besucht – Mykolajiw im Süden des Landes.
  • Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat der Ukraine in einer Videobotschaft weitere Hilfen im Kampf gegen Russland zugesichert.
  • Die Ukraine will erst Ende August nach der Durchführung von Gegenangriffen die Friedensverhandlungen mit Moskau wieder aufnehmen.
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  • 21.54 Uhr

    Wir beenden unseren Ticker am Samstag

  • 21.44 Uhr

    Fast zwei Millionen Ukrainer nach Russland gebracht

    Aus den umkämpften Gebieten der Ukraine sind nach Angaben des Moskauer Militärs fast zwei Millionen Menschen nach Russland gebracht worden. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums nannte eine Gesamtzahl von 1,936 Millionen Menschen aus der Ukraine, darunter 307 000 Kinder. Allein am Samstag seien 29'730 Menschen nach Russland evakuiert worden, darunter 3500 Kinder, sagte Generaloberst Michail Misinzew.

    Nach Moskauer Darstellung werden die Menschen aus den Kampfgebieten und aus den Separatistengebieten Donezk und Luhansk nach Russland in Sicherheit gebracht. Die Ukraine wirft Russland vor, die Menschen nicht auf Gebiet fliehen zu lassen, das von der Kiewer Regierung kontrolliert wird. Aus Sicht der Ukraine deportiert Russland ihre Bürger. Viele ukrainische Flüchtlinge versuchen, Russland wieder zu verlassen und in Drittländer weiterzureisen. Russland hat das Nachbarland am 24. Februar angegriffen.

  • 21.39 Uhr

    Putin trägt laut Scholz «furchtbare Schuld»

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit dem Angriff auf die Ukraine nach Überzeugung von Bundeskanzler Olaf Scholz «furchtbare Schuld» auf sich geladen.

    Über seine Reise in das angegriffene Land sagte Scholz in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, es sei «etwas anderes, wenn man die Zerstörungen mit eigenen Augen sieht und selbst spürt, dass an einem Ort konkret Menschen gestorben sind, dass in den Autos, die dort zerstört herumstehen, Familien sassen, die fliehen wollten und brutal erschossen wurden».

    Wegen des Einmarsches in die Ukraine sieht der deutsche Kanzler Olaf Scholz eine «furchtbare Schuld» bei Russlands Präsident Wladimir Putin.
    Wegen des Einmarsches in die Ukraine sieht der deutsche Kanzler Olaf Scholz eine «furchtbare Schuld» bei Russlands Präsident Wladimir Putin.
    Bild: Evgeny Biyatov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • 20.54 Uhr

    Russische Raketen zerstören ukrainische Öltanks bei Dnipro

    Russische Truppen haben am Samstag mit einem Raketenangriff Öltanks nahe der zentralukrainischen Stadt Dnipro zerstört. Die regionale Verwaltung berichtete von drei Raketen, die das Depot im Kreis Nowomokowsk trafen. «Es gibt ein starkes Feuer», schrieb der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, auf Telegram. Drei Menschen seien mit Verbrennungen in Krankenhäuser gekommen.

    In der Nähe der Stadt Isjum in der Ostukraine trafen russische Raketen eine Fabrik, die Gas verarbeitet. Auch dort gab es einen grossen Brand, wie der Gouverneur des Gebietes Charkiw, Oleh Synjehubow, mitteilte. Ausser der Fabrik seien auch Wohnhäuser getroffen worden. Angaben zu Opfern wurden in diesem Fall nicht gemacht.

  • 20.04 Uhr

    Russische Truppen erzielen Geländegewinne bei Sjewjerodonezk

    Die russische Armee hat Geländegewinne in der Nähe des schwer umkämpften Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk erzielt, die einstige Grossstadt selbst aber weiterhin nicht einnehmen können. «Durch den Beschuss und Sturm hat der Feind in der Ortschaft Metjolkine einen Teilerfolg erzielt und versucht sich dort festzusetzen», teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Samstagabend mit. Metjolkine liegt südöstlich von Sjewjerodonezk.

    Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hatte zuvor erklärt, die russischen Kräfte hätten die Ortschaft eingenommen. In der russischen Streitmacht in der Ukraine kämpfen Tausende Tschetschenen.

    Die Kämpfe um Sjewjerodonezk selbst halten nach ukrainischen Angaben weiter an. Demnach beschießen die russischen Truppen das Verwaltungszentrum des Gebiets Luhansk im Osten der Ukraine mit schwerer Artillerie. Ein versuchter Sturm der ukrainischen Stellungen im Industriegebiet der Stadt sei aber gescheitert. Auch in Syrotyne, einem Dorf westlich von Metjolkine, blieben die russischen Sturmversuche erfolglos.

  • 19.34 Uhr

    Rumänien mit ukrainischem Getreideexport überfordert

    Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat das benachbarte EU-Land Rumänien mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, als Ausweichroute für den Export von ukrainischem Getreide zu dienen.

    Wegen der mangelhaften Transport-Infrastruktur hat Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis jüngst dieses Problem als «logistische Herausforderung von epischem Ausmass» bezeichnet. Florin Goidea, Generaldirektor des grössten rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta, sah im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur keine schnelle Lösung.

    Klaus Iohannis, Präsident von Rumänien, forderte Unterstützung ein.
    Klaus Iohannis, Präsident von Rumänien, forderte Unterstützung ein.
    Bild: Ludovic Marin/AFP POOL/dpa

    Mühsam sind schon allein die Transportwege aus der Ukraine bis nach Constanta. «Mehr als 80 Prozent des ankommenden ukrainischen Getreides erreicht unseren Hafen auf kleinen Frachtschiffen über die Donau», sagt Goidea. Das Donaudelta bildet im Südosten die ukrainisch-rumänische Grenze.

    Diese Flussfrachter müssen donauaufwärts fahren, von den ukrainischen Donauhäfen Reni und Ismail aus – zunächst auf dem mäandernden Chilia-Arm des Deltas bis nach Cernavoda im Landesinneren und von dort auf dem Donau-Schwarzmeer-Kanal nach Constanta, erläutert der Hafenchef. Das sind von Ismail aus insgesamt gut 320 Kilometer.

  • 18.09 Uhr

    Zivilisten durch ukrainische Angriffe in Donezk getötet

    In der separatistischen Stadt Donezk in der Ostukraine sind nach Angaben der örtlichen Behörden durch ukrainische Angriffe Zivilisten getötet und verletzt worden. «Infolge der Bombardierung durch die ukrainischen Streitkräfte wurden in der Volksrepublik Donezk (DNR) fünf Menschen getötet und zwölf weitere verletzt», erklärten die Behörden der Region am Samstag im Onlinedienst Telegram.

    Donezk ist der Hauptort der selbsternannten Republik Donezk im ostukrainischen Donbass. Die Region wurde seit 2014 teilweise von pro-russischen Separatisten kontrolliert. Seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine am 24. Februar ist sie Schauplatz erbitterter Kämpfe.

    «Seit dem Morgen zielen massive feindliche Bombardements auf die Hauptstadt der Volksrepublik», erklärte das Militär der DNR. Am Samstag seien mehr als 200 Artilleriegeschosse auf mehrere Bezirke von Donezk niedergegangen. Russische Nachrichtenagenturen berichteten, ein Kino und ein Café im Stadtzentrum seien getroffen worden.

  • 17.03 Uhr

    CDU setzt Scholz wegen Waffenlieferungen unter Druck

    Die Union setzt den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wegen dessen Zögerns bei der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine weiter unter Druck. Anlässlich der für Mittwoch geplanten Regierungserklärung von Scholz im Bundestag wollen CDU und CSU einen Antrag einbringen, der laut Medienberichten konkret die umgehende Lieferung von Marder-Schützenpanzern sowie von Berge- und Pionierpanzern fordert. «Sonst gibt es bald keine Ukraine mehr», warnte Fraktionsvize Johann Wadephul.

    Über den Antrag berichteten am Wochenende zuerst die «Welt am Sonntag» und der Berliner «Tagesspiegel». Ziel sei die Lieferung gepanzerter Waffensysteme für die Ukraine, «die schnell zur Verfügung stehen», sagte Wadephul dem «Tagesspiegel». Er kritisierte, Deutschland bleibe in Hinsicht auf die Lieferung schwerer Waffen «hinter allen Erwartungen zurück» und erfülle auch nicht die Vorgaben des gemeinsamen Entschlusses von Ampel und Union dazu vom April.

    «Deshalb können wir dem Kanzler nicht ersparen, diese Diskussion im Bundestag noch einmal zu führen», sagte der CDU-Politiker. «Wir messen ihn an Taten, nicht an Worten.» Wadephul kritisierte, der Rüstungskonzern Rheinmetall müsse seine Marder-Panzer «schon fast wie Sauerbier anbieten, weil das Kanzleramt für ihre Ausfuhr keine Genehmigung erteilt».

    «Die Ukraine braucht in dieser Phase des Krieges neben Artillerie auch Kampf- und Schützenpanzer», betonte der Fraktionsvize: «Sonst gibt es bald keine Ukraine mehr, die sich um einen EU-Beitritt bemühen kann.» Berge- und Pionierpanzer seien unter anderem nötig, weil oft Brücken vom russischen Militär aus taktischen Gründen zerstört würden.

  • 15.44 Uhr

    Strassenkämpfe in Sjewjerodonezk dauern an

    In der erbittert umkämpften ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk gibt es weiter Strassenkämpfe. Die Stadt und ihre Umgebung liege unter schwerem Artilleriefeuer, teilte der ukrainische Generalstab mit. Es sei unmöglich, die in Bunkern unter dem Chemiewerk Azot versteckten Zivilisten in Sicherheit zu bringen, sagte der Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj.

    Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums gibt es für Zivilisten angesichts zerstörter Brücken ausser den von Russland und seinen Verbündeten einseitig ausgegebenen humanitären Korridoren kaum Wege, um aus der Stadt zu kommen. 

    In dem Chemiewerk Azot sollen noch ukrainische Soldaten und Hunderte Zivilisten ausharren.

  • 13.28 Uhr

    Johnson – Verschaffen der Ukraine «strategische Ausdauer»

    Der britische Premier Boris Johnson sagte bei seinem Besuch in Kiew der Ukraine langfristige Hilfe zu.

    Johnson – Verschaffen der Ukraine «strategische Ausdauer»

    Johnson – Verschaffen der Ukraine «strategische Ausdauer»

    STORY: Nur einen Tag nach dem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Regierungschef Mario Draghi ist der britische Premier Boris Johnson nach Kiew gereist. Es ist für ihn bereits das zweite Mal seit Kriegsausbruch, dass er den ukrainischen Präsidenten Wolodomyr Selenkskyj in der Hauptstadt getroffen hat. Johnson sagte langfristige Hilfe zu. Man werde der Ukraine die notwendige «strategische Ausdauer» verschaffen. Zudem werde man zusammenarbeiten, um das ukrainische Getreide freizubekommen, das vom russischen Präsidenten Wladimir Putin, Zitat, «als Geisel» gehalten werde. Selenskyj bezeichnete Johnson als einen «grossen Freund der Ukraine» und freue sich darüber, ihn erneut in Kiew zu sehen.

    18.06.2022

  • 13.21 Uhr

    Selenskyj auf Frontbesuch im Süden der Ukraine

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat offiziellen Angaben nach eine weitere Frontregion besucht – Mykolajiw im Süden des Landes. Auf einem am Samstag erschienenen Video in seinem Telegram-Kanal ist zu sehen, wie Selenskyj Ruinen in der Stadt in Augenschein nimmt und nach einer Lagebesprechung Orden verteilt.

    Er habe an einem Treffen zu wichtigen Themen in der Region teilgenommen. «Wir haben den Zustand der Wirtschaft, die Wiederherstellung der Wasserversorgung und die Situation in der Landwirtschaft besprochen. Besonderes Augenmerk wurde auf Bedrohungen von Land und Meer gelegt», heisst es in der Beschreibung des Videos.

    Unter anderem ist zu sehen, wie Selenskyj den Militärgouverneur des Gebiets Mykolajiw, Witali Kim, und den Bürgermeister Olexander Senkewitsch mit Orden auszeichnet. Kurz nach Kriegsbeginn hatten russische Truppen bei Cherson den Fluss Dnipro überschritten. In der Zeit schien auch das benachbarte Mykolajiw kurz vor dem Fall. Doch die ukrainischen Truppen konnten den russischen Vormarsch stoppen und teilweise sogar zurückdrängen. Derzeit laufen die Kämpfe entlang der Gebietsgrenzen zwischen Cherson und Mykolajiw.

  • 12.24 Uhr

    Boris Johnson: Nächster ESC sollte in der Ukraine stattfinden

    Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich für eine Austragung des nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine ausgesprochen. «Tatsache ist, dass sie ihn gewonnen haben, und sie verdienen es, ihn zu haben», sagte Johnson in einem Interview am Samstag.

    Er selbst habe sich bei einem kurzfristigen Besuch am Freitag in Kiew davon überzeugt, dass die Stadt schon sehr viel belebter sei als noch vor einigen Wochen, sagte der konservative Politiker. «Kiew oder eine andere sichere ukrainische Stadt wäre ein fantastischer Austragungsort», so Johnson und fügte hinzu: «Es ist noch ein Jahr bis dahin, ein Jahr! Das wird okay sein.»

    Mitte Mai hatte die ukrainische Gruppe Kalush Orchestra mit dem Lied «Stefania» in Turin den 66. ESC gewonnen. Damit hatten die Ukrainer zum dritten Mal das Recht auf die Austragung im kommenden Jahr erlangt, schon 2005 und 2017 waren sie Gastgeber gewesen.

    Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich für eine Austragung des nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine ausgesprochen. Hier die Gewinner-Gruppe Kalush Orchestra.
    Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich für eine Austragung des nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine ausgesprochen. Hier die Gewinner-Gruppe Kalush Orchestra.
    KEYSTONE

    Doch wegen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem seit fast vier Monaten andauernden russischen Krieg gegen die Ukraine hatte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Freitag verkündet, Gespräche mit der BBC in Grossbritannien über die Austragung zu beginnen. Der Brite Sam Ryder hatte in Turin den zweiten Platz belegt.

  • 10.50 Uhr

    Scholz sichert Ukraine weitere Hilfen zu

    Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat der Ukraine weitere Hilfen im Kampf gegen Russland zugesichert. Der SPD-Politiker sagte in einer am Samstag erstmals veröffentlichten Videobotschaft: «Wir werden weiter finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Wir werden beim Wiederaufbau helfen. Wir werden weiter Waffen liefern, die dringend notwendig sind für die Verteidigung der Unabhängigkeit der Ukraine.»

    Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), aufgenommen bei einem Interview mit der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH in seinem Büro im Bundeskanzleramt. 
    Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), aufgenommen bei einem Interview mit der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH in seinem Büro im Bundeskanzleramt. 
    Bild: KEYSTONE

    Unter dem Namen «Kanzler kompakt» soll laut Bundesregierung künftig wöchentlich ein Video von Scholz zu einem zentralen Thema erscheinen – auch seine Vorgängerin Angela Merkel (CDU) hatte immer samstags eine Videobotschaft veröffentlicht.

  • 9.30 Uhr

    Ukraine will Verhandlungen mit Russland im August wieder aufnehmen

    Der ukrainische Chefunterhändler David Arachamija will erst Ende August nach der Durchführung von Gegenangriffen die Friedensverhandlungen mit Moskau wieder aufnehmen. Ende August werde die Ukraine eine bessere Verhandlungsposition haben, sagte er in einem am Samstag erschienenen Interview mit dem Sender Voice of America. «Ich denke, wir werden eine Operation mit Gegenangriffen an verschiedenen Orten führen», erklärte Arachamija, ohne Details zu nennen.

    Die Verhandlungen über eine Friedenslösung haben kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine begonnen. Ende März hatte Kiew bei den Gesprächen in Istanbul unter anderem vorgeschlagen, auf einen Nato-Beitritt zu verzichten, wenn das Land im Gegenzug internationale Sicherheitsgarantien bekäme. Russland fordert allerdings darüber hinaus noch eine Entmilitarisierung und Gebietsabtretungen. Neben der schon seit 2014 annektierten Krim betrifft dies unter anderem die Gebiete Donezk und Luhansk.

    Später kamen die Gespräche zum Erliegen. Verhandelt wurde nur noch über Detailfragen wie den Austausch von Gefangenen, aber keine grundsätzliche Lösung mehr. Moskau macht dafür Kiew verantwortlich. Allerdings setzen beide Seiten offenbar darauf, durch militärische Erfolge, ihre Gesprächsposition verbessern zu können.

  • 8.18 Uhr

    Russische Medien führen in Ukraine gefangene US-Soldaten vor

    Russische Medien haben zwei in der ukrainischen Armee kämpfende und von moskautreuen Truppen gefangen genommene US-Soldaten vorgeführt. Er habe der westlichen «Propaganda» von den «schlechten Russen» geglaubt und sei deswegen in den Krieg gezogen, rechtfertigte sich einer der Männer im Interview mit der kremlnahen Zeitung «Iswestija», das das Blatt am Freitag auf seinem Telegram-Kanal zeigte. «In den westlichen Medien wird uns nicht gesagt, wie inkompetent und korrupt die ukrainische Armee ist», sagte er.

    Der zweite Gefangene trat beim Kremlsender RT auf. Er übermittelte nur einen Gruss an seine Mutter und sprach von der Hoffnung, nach Hause zurückkehren zu dürfen. Beide Soldaten stammen laut den russischen Medien aus dem US-Bundesstaat Alabama und sollen in der Nähe von Charkiw gefangen genommen worden sein.

    Unklar ist noch, von wem sie gefangen genommen wurden. Das ist womöglich wichtig für ihr weiteres Schicksal. An der Seite Russlands kämpfen auch noch Truppen der prorussischen Separatisten aus den selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk. Diese haben bereits drei Ausländer aus den Reihen der ukrainischen Armee – zwei Briten und einen Marokkaner – in einem Schauprozess zum Tode verurteilt. In Russland hingegen ist die Todesstrafe ausgesetzt.

  • 6.50 Uhr

    Ukraine meldet Versenkung eines russischen Schleppers

    Der von ukrainischen Raketen getroffene Schlepper der russischen Schwarzmeerflotte ist nach ukrainischen Behördenangaben gesunken. Der Schlepper «Wassili Bech» sei am Morgen von ukrainischen Raketen beschädigt worden. «Später wurde bekannt, dass er gesunken ist», sagte der Militärgouverneur von Odessa, Maxym Martschenko, am Donnerstagabend in einer Videoansprache auf seinem Telegram-Kanal.

    Eine Bestätigung von russischer oder unabhängiger Seite für die Versenkung gibt es nicht.

  • 6.30 Uhr

    Selenskyj: Ukraine ist wertvoll für die EU

    In der Debatte über die Europa-Tauglichkeit der Ukraine hat deren Präsident Wolodymyr Selenskyj den Wert seines Landes für die Europäische Union betont. «Unsere Annäherung an die Europäische Union ist nicht nur für uns positiv», sagte er in seiner Videoansprache am Freitagabend in Kiew. «Das ist der grösste Beitrag zur Zukunft Europas seit vielen Jahren.»

    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zeigte sich zuversichtlich, dass die EU-Mitglieder eine gemeinsame Position zum Beitrittsgesuch der Ukraine finden werden. Als Vorlage empfahl die EU-Kommission am Freitag, die Ukraine und Moldau als Beitrittskandidaten einzustufen. Beim Besuch von Scholz in Kiew am Vortag hatte die Ukraine dafür die Unterstützung von Deutschland, Frankreich, Italien und Rumänien bekommen. Entscheidend für die Anerkennung als Beitrittskandidat ist ein EU-Gipfel kommende Woche, bei dem Einstimmigkeit nötig ist.

    Im Osten der Ukraine dauerten die heftigen Gefechte auch in der Nacht zum Samstag an.