Nach dem angespannten Treffen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj läuft die russische Propagandamaschine auf Hochtouren. Kreml-nahe Medien stilisieren Trump als harten Verhandler – und Selenskyj als gescheiterten Bittsteller.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Russische Medien stellen Trumps Distanz zu Selenskyj als Schwächung der Ukraine dar, die die US-Unterstützung für Kiew weiter untergrabe.
- Margarita Simonjan und andere russische Propagandisten verzerren das Treffen und verbreiten Desinformation.
- Die Ukraine steht zunehmend unter Druck, da Trump sich offener für eine Verständigung mit Putin zeigt.
Das Verhältnis zwischen den USA und der Ukraine hat sich seit Donald Trumps Rückkehr ins Weisse Haus merklich abgekühlt – ein gefundenes Fressen für russische Propagandamedien.
Besonders scharf schoss Margarita Simonjan, Chefredakteurin des Kreml-Senders RT, die das Treffen zwischen Trump und Wolodymyr Selenskyj als «historisches Fiasko» für den ukrainischen Präsidenten inszenierte.
In ihrer Analyse verstieg sich Simonjan zu der Aussage, Selenskyj habe sich «wie im Schweinestall» benommen. «Selenskyj hat sich wie ein heimatloses Schwein benommen, vielleicht lebt er in einem Schweinestall», so Simonjan.
Trump hingegen wird als ruhiger, überlegener Staatsmann dargestellt, der Selenskyj diplomatisch in die Schranken verwiesen habe. Demnach habe sich Trump «respektvoll und diplomatisch» verhalten, Selenskyj hingegen sei ein «ungehobelter Gast» gewesen.
«London und Paris angreifen»
Ein weiteres häufig wiederholtes Narrativ ist, dass Selenskyj angeblich mit «Demokraten-Methoden» agiere und mit «leeren Phrasen» gegen Russland hetze. Dabei wird gezielt verschwiegen, dass die Ukraine seit dem russischen Angriffskrieg 2022 auf umfassende westliche Unterstützung angewiesen ist und sich ohne US-Hilfe kaum gegen die russische Aggression verteidigen könnte.
Simonjan betonte in ihrer Analyse, dass Selenskyj sich gegenüber Trump unhöflich verhalten habe, ihn unterbrochen und öffentlich in Frage gestellt habe – insbesondere in Bezug auf die Vertrauenswürdigkeit von Wladimir Putin. Diese Behauptung dient dazu, das Bild einer zunehmend isolierten Ukraine zu verstärken. Diese könne sich nicht einmal mehr auf ihre Verbündeten wie die USA verlassen.
In russischen Medien wird dieses Ereignis als Zeichen gedeutet, dass Trump bereit sein könnte, sich Russland anzunähern. Offizielle Kreml-Stimmen halten sich zurück, doch die Propaganda läuft auf Hochtouren: Trumps Ukraine-Kurs wird als Schwächung des Westens gefeiert. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt jubelten Propagandisten: «Jetzt können wir endlich London und Paris angreifen.»