MedienRussland droht Schweizer Zeitung nach Kritik an Putin mit Klage
ot, sda
16.7.2022 - 15:51
Anlass für die Kritik von Russland an der NZZ ist ein Zeitungsartikel vom 9. Juli mit einer Abbildung von Kremlchef Wladimir Putin.
Keystone
Russland hat der «Neuen Zürcher Zeitung» nach der Publikation von kritischen Berichten und einer Karikatur von Kremlchef Wladimir Putin mit einer Klage gedroht. Die russische Botschaft veröffentlichte einen entsprechenden Brief an NZZ-Chefredaktor Eric Gujer.
Keystone-SDA, ot, sda
16.07.2022, 15:51
SDA
«Wir sind äusserst empört über die Veröffentlichung der beleidigenden Karikatur vom Präsidenten der Russischen Föderation», hiess es in dem Schreiben. Dieses veröffentlichte der Pressedienst der Russischen Botschaft in der Schweiz am Samstag auf seiner Internetseite.
«Wir glauben, dass die Meinungsfreiheit in keiner Weise mit Freiheit der Verbreitung der Beleidigungen und Fakes kompatibel ist», schrieb die russische Botschaft. Man behalte sich das Recht vor, den Artikel sowie mögliche künftige «verleumderische und beleidigende» Publikationen hinsichtlich der russischen Staatsführung wegen übler Nachrede und Verleumdung anzuzeigen, hiess es.
Anlass ist den Angaben zufolge ein Artikel in der NZZ-Ausgabe von vor einer Woche am 9. Juli unter dem Titel «Superhelden und Schurken entfalten Schlagkraft im Internet». Darin schrieb die Zeitung, dass der Krieg in der Ukraine auch ein Gefecht der Narrative sei. Sogenannte Memes würden «aufsteigende Underdogs und gefallene Bösewichte» zeigen.
NZZ vorerst stumm
Illustriert war der Text unter anderem mit einem retuschierten Foto von Putin mit roter Clownnase und Regenbogenfarben auf dem Gesicht. Das Foto war zuvor auf Twitter unter dem Hashtag «#PutinWarCriminal» (zu Deutsch «#PutinKriegsverbrecher") verbreitet worden.
Die russische Botschaft hatte die NZZ bereits früher für Berichte über Russland und den Ukraine-Krieg kritisiert. Von der NZZ lag zunächst keine Stellungnahme vor.
Seit der Entsendung von Truppen in die Ukraine geht Russland im Inland in beispielloser Weise gegen Medien und die Opposition vor. Das Land erklärte mehrere Organisationen für «unerwünscht» und bezeichnete sie als «Bedrohung». Wenn ausländische Organisationen, Stiftungen oder Unternehmen als «unerwünscht» eingestuft werden, drohen Russen mit Verbindungen zu solchen Organisationen hohe Geldstrafen oder Haftstrafen von bis zu sechs Jahren.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
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