PolitikRussland-Experte erwartet keinen raschen Angriff gegen Nato
SDA
17.5.2026 - 07:36
Russische Soldaten bei der Militärparade zum Tag des Sieges am 9. Mai in Moskau. Foto: Alexander Zemlianichenko/Pool AP/AP/dpa/Archivbild
Keystone
Der Historiker Mattias Uhl hält die Warnungen von Bundespolitikern und Sicherheitsexperten vor einem baldigen Angriff Russlands auf Deutschland oder ein anderes Nato-Land für überzogen. «Es wäre unklug, jenen Experten Beachtung zu schenken, die zu Dramatisierungen neigen, ohne das Potenzial Russlands wirklich zu kennen», sagt der Experte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Moskau.
Keystone-SDA
17.05.2026, 07:36
SDA
In seinem Buch «Wie stark ist Russland wirklich? Die Wahrheit über Putins Militärmacht» (Herder) warnt er vor einem für den Westen «fatalen Rüstungswettlauf». Er plädiert für eine Abschreckung mit Augenmass sowie für Dialog der EU mit Russland. Der Experte beklagt, dass zahlreiche deutsche Experten in Militär- und Sicherheitsfragen der russischen Propaganda von der «zweitstärksten Armee» der Welt erlegen seien.
Das deutsche Bild beruhe nicht selten auf Fehlwahrnehmungen oder Mythen. «Dies führt zu einer Überschätzung der russischen Fähigkeiten und birgt die Gefahr, in eine fatale Rüstungsspirale zu geraten, die der Nato keine Vorteile in der Auseinandersetzung mit Russland bringt.»
Kremlchef Wladimir Putin versuche zwar, mit Waffenschauen und Raketentests, den Eindruck einer vermeintlichen Stärke russischer Rüstungsindustrie zu erzeugen. «Doch nichts ist weiter von der Realität entfernt», betont Uhl in seinem Buch.
Nato hatte im Kalten Krieg mit «Weniger ist mehr»-Strategie Erfolg
Schon im Kalten Krieg habe sich das einfache Anhäufen von Panzern und Flugzeugen nicht ausgezahlt. Vielmehr habe die Nato damals mit ihrer «Weniger ist mehr»-Strategie, mit Fortschritt und Technologie gepunktet, sagt Uhl, der 20 Jahre lang in Russland lebte und dort am inzwischen für «unerwünscht» erklärten Deutschen Historischen Institut in Moskau tätig war.
«Europa und die USA haben gerade deshalb den Kalten Krieg gewonnen, weil sie ihre Länder eben nicht in Militärlager verwandelten», erklärt der Experte, der am Max Weber Netzwerk Osteuropa arbeitet. «Tatsächlich ist es dem Westen bereits einmal gelungen, die Sowjetunion beziehungsweise Russland ohne einen Schuss zu Fall zu bringen.» Auch heute sei offensichtlich, dass die «Nato ein schlafender Bär ist, an dem Russland allenfalls sanft knabbern kann».
Aussagen von Sicherheitsexperten, dass Russland schon 2029 oder sogar 2028 ein Nato-Land überfallen könne, hält Uhl daher für nicht realistisch. Zur Abschreckung Russlands empfiehlt er etwa weitreichende Präzisionswaffen wie Raketen und Weiterentwicklungen des Taurus-Marschflugkörpers. Sie könnten dann im Fall der Fälle «zielgenau russische Militärbasen, Flugplätze, Depots und Kommandobunker vernichten».
Kremlchef Putin hatte Vorwürfe, er plane nach seiner Invasion in der Ukraine als nächstes den Angriff auf ein Nato-Land, mehrfach als «Unsinn» bezeichnet.
Rassistische Krawalle in Belfast: Starmer «schockiert»
Belfast/London, 10.06.2026: Nach gewaltsamen Ausschreitungen: Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilt die rassistische Krawalle in Belfast aufs Schärfste.
Er schreibt in einem X-Beitrag:
«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.
Randalierer zogen teils vermummt durch die Strassen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, aus ihnen mussten Bewohner gerettet werden.
11.06.2026
ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften Aliya Rahman.
15.01.2026
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
14.05.2026
Rassistische Krawalle in Belfast: Starmer «schockiert»
ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan