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Ein 22-jähriger ukrainischer Bauarbeiter soll für drei Brandanschläge mit Verbindung zu Regierungschef Keir Starmer verantwortlich sein. Er wurde von einem russischen Diplomaten angeworben.
Archivbild: IMAGO/News Licensing
Gleich mehrere Brandanschläge gegen den britischen Ministerpräsidenten Keir Starmer konnten einem russischen Online-Sabotagenetzwerk zugeordnet werden. Der Drahtzieher sei laut Recherchen der BBC ein junger russischer Diplomat, der Kontakte zu den höchsten Machtkreisen in Moskau pflegt.
Ein britisches Gericht hat zwei Männer im Zusammenhang mit Brandanschlägen auf Privatbesitz von Premierminister Keir Starmer schuldig gesprochen. Der 22-Jährige ukrainische Bauarbeiter Roman Lavrynovych und der 27-Jährige rumänische Staatsbürger Stanislav Carpiuc seien der Verschwörung zur Sachbeschädigung durch Brandstiftung schuldig, urteilte das Gericht am Montag. Den 22-Jährigen verurteilte es ausserdem wegen Brandstiftung und fahrlässiger Gefährdung von Menschenleben. Ein dritter Angeklagter wurde freigesprochen.
🚨 Russia is at war with the UK.
— Igor Sushko (@igorsushko) June 15, 2026
In May 2025, agents recruited by the Russian intelligence services set fire to Prime Minister Starmer's home on Countess Road in Kentish Town, another property he owns, and a car he had recently sold.https://t.co/9r2djA1jOE
Bei den Bränden im Mai vergangenen Jahres waren zwei Häuser und ein Auto beschädigt worden. In einem der Häuser wohnte Starmer, bevor er Premierminister wurde. Bei dem anderen war er früher Miteigentümer. Das Auto hatte Starmer gehört, bevor der Politiker es verkaufte. Verletzte gab es nicht.
Der Anklage zufolge hat eine russischsprachige Person, die unter dem Namen «El Money» auftrat, Lavrynovych über die Messaging-App Telegram Geld angeboten, um die Gebäude in Brand zu setzen und Videomaterial als Beweismittel zu beschaffen, das online veröffentlicht werden sollte.
Wie die BBC berichtet, sei der Drahtzieher der junge russische Diplomat Jewgeni Ljutschin. Er soll 23 Jahre alt und Sohn eines hochrangigen russischen Beamten sein – und somit den höchsten Machtkreisen in Moskau nahestehend. Im Gegenzug für weitere Anschläge soll «El Money» dem Ukrainer Lavrynovych die russische Staatsbürgerschaft angeboten haben.
Weiter schreibt die BBC, dass die Brandanschläge «ein Teil einer umfangreichen Kampagne aus Sabotage, Provokation und Lügen war, die bis in den russischen Staat hineinreichte.»
Der Angeklagte räumte ein, die Brände gelegt zu haben. Er habe die angebotenen 3000 Pfund (etwa 3200 Franken) gebraucht, um die medizinische Behandlung seines Vaters zu bezahlen. Ausserdem habe «El Money» ihn bedroht und detaillierte Anweisungen gegeben. Er selbst habe bis nach den Bränden nicht gewusst, wem die Anschlagsziele gehörten.
Die Leiterin der Anti-Terrorabteilung der Londoner Metropolitan Police, Helen Flanagan, sagte: «Die Aufgabe bestand eindeutig darin, den Premierminister einzuschüchtern und Angst zu schüren sowie einen Angriff auf das Vereinigte Königreich zu verüben.»