Reaktion auf Sanktionen

Russland zählt die Schweiz nun zu den «unfreundlichen Staaten»

SDA

7.3.2022 - 15:51

Kremlchef Wladimir Putin.
Auch der russische Präsident Wladimir Putin ist von Sanktionen westlicher Länder persönlich betroffen.
Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Russland reagiert auf die Sanktionen gegen Kreml-Chef Wladimir Putin und weitere russische Bürger*innen: Die Schweiz steht jetzt – genau wie die EU-Länder – auf einer Schwarzen Liste. 

SDA

7.3.2022 - 15:51

Als Reaktion auf die Sanktionen des Westens hat die russische Regierung beschlossen, dass finanzielle Verpflichtungen bei «unfreundlichen Staaten» nur noch in Rubel beglichen werden.

Auf der am Montag bestätigten Liste stehen die Schweiz, alle EU-Mitglieder sowie zahlreiche weitere Länder. Darunter sind auch die Ukraine, Japan, Grossbritannien und Kanada, wie die Regierung in Moskau mitteilte. Bisher standen nur die USA und Tschechien auf der Liste. Es handelt sich um eine Reaktion auf die Sanktionen der Länder gegen Russland wegen des Kriegs von Kremlchef Wladimir Putin gegen die Ukraine.

Konkret bedeutet der Schritt, dass russische Bürger*innen, Unternehmen, der Staat selbst oder auch Kommunen Verpflichtungen in anderen Währungen nur noch in Rubel bezahlen. Zudem müssten die Staaten dafür ein Verrechnungskonto bei einer russischen Bank einrichten, heisst es.

478,2 Milliarden Dollar Staatsschulden

Der Westen hatte zahlreiche russische Banken mit Sanktionen belegt und zudem einen Ausschluss zahlreicher Finanzinstitute aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift beschlossen. Das erschwert Überweisungen und andere Bankgeschäfte erheblich.

Russland hat nach Angaben der russischen Zentralbank Auslandsschulden von 478,2 Milliarden Dollar – Stand 1. Januar 2022. Der russische Rubel verzeichnet seit Tagen starke Kursverluste, auch am Montag gab er gegenüber Dollar und Euro deutlich nach.

Die russische Regierung hatte im vergangenen Jahr nach einem Erlass Putins mit der Erstellung einer Liste «unfreundlicher Staaten» begonnen, auf der zuerst die USA und Tschechien erschienen waren. So durften die Botschaften beider Länder keine russischen Staatsbürger mehr als Mitarbeiter beschäftigen. Dadurch ist die Arbeit der diplomatischen Vertretungen, die auf russische Ortskräfte setzen, deutlich eingeschränkt.

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