«Sensenmann sitzt ihm im Nacken»Russlands Ex-Präsident Medwedew droht Selenskyj mit dem Tod
Lea Oetiker
30.12.2025
Ex-Präsident Dmitri Medwedew droht Selenskyj mit dem Tod.
Ekaterina Shtukina/Sputnik Pool/AP/dpa
In einem Telegram-Post hat Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew Selenskyj offen mit dem Tod gedroht. Die Aussagen gelten selbst für ihn als extreme Entgleisung.
Russlands Ex-Staatschef Dmitri Medwedew hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem mit Beleidigungen gespickten Text auf Telegram mit dem Tod gedroht. Selenskyj habe in seiner Weihnachtsansprache «einem Menschen» - mutmasslich Kremlchef Wladimir Putin - den Tod gewünscht, schrieb Medwedew auf Russisch in dem Post.
«Allen ist klar, dass er den Tod nicht nur ‹eines Menschen› wünscht, sondern unser aller und unseres Landes. Und er wünscht es nicht nur, er hat auch massive Angriffe befohlen», behauptete der jetzige Vizechef des russischen Sicherheitsrates. «Ich werde hier nicht über seinen gewaltsamen Tod schreiben, obwohl gerade jetzt der Sensenmann dem Schuft oft im Nacken sitzt.»
Medwedew fügte hinzu, nach Selenskyjs baldigem Tod sollte dessen konservierter Leichnam «zu wissenschaftlichen Zwecken» in der Kunstkammer in St. Petersburg gezeigt werden.
In diesem Raritätenkabinett hatte Zar Peter I. im 18. Jahrhundert naturwissenschaftliche Objekte sammeln lassen, darunter viele Missbildungen. Medwedew ist als Scharfmacher bekannt, allerdings ist diese Passage auch für seine Massstäbe eine grobe Entgleisung.
«Wir bitten um Frieden für die Ukraine»
Selenskyj hatte in seiner Ansprache zu Heiligabend gesagt, wenn jeder Ukrainer für sich einen Wunsch habe, wäre das wohl, «dass er stirbt». Er nannte keinen Namen, doch im Kontext lässt sich dies nur auf Putin beziehen. Selenskyj fuhr fort: «Aber wenn wir uns an Gott wenden, bitten wir natürlich um mehr. Wir bitten um Frieden für die Ukraine.»
In dem seit fast vier Jahren dauernden russischen Angriffskrieg haben beide Seiten Luftangriffe auf das gegnerische Staatsoberhaupt bislang vermieden. Russische Spezialkräfte machten in den ersten Kriegstagen 2022 Jagd auf Selenskyj. Danach sind nach Angaben ukrainischer Sicherheitsdienste zahlreiche russische Attentatspläne vereitelt worden.