Fehler gefunden?
Jetzt meldenElf Tage vor der Bundestagswahl gerät Bundeskanzler Olaf Scholz unter Druck: Laut einem Bericht des Focus soll er Berlins Kultursenator Joe Chialo als «Hofnarr» bezeichnet haben. Auch Journalisten soll er beleidigt haben.
Wie «Focus Online» berichtet, soll Scholz bei einem privaten Empfang in Berlin den Kultursenator und CDU-Politiker Joe Chialo als «Hofnarr» bezeichnet haben – und das sogar mehrfach. Die Äusserung fiel, als über eine angebliche Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD in der Migrationspolitik diskutiert wurde.
Laut «Berliner Zeitung» bestätigte ein Sprecher der Senatsverwaltung am Mittwoch, dass es einen «Vorfall» gegeben habe.
Chialo selbst äusserte sich bislang nicht weiter dazu. «Focus» verweist darauf, dass Chialo der einzige schwarze Minister in einer deutschen Landesregierung ist.
Scholz räumte ein, den Begriff «Hofnarr» verwendet zu haben, wies aber jegliche rassistische Intention von sich. «Der erhobene Vorwurf des Rassismus ist absurd und künstlich konstruiert», erklärte er in einer Mitteilung des SPD-Parteivorstands. Auch im Spiegel-Spitzengespräch zeigte sich der Kanzler überrascht: «Ich bin aus allen Wolken gefallen.»
Er betonte, dass er den Ausdruck «Hofnarr» bereits mehrfach in anderen Kontexten genutzt habe und dieser nicht auf Chialos Hautfarbe bezogen gewesen sei. «Alles kann man mir vorwerfen, aber ganz sicher nicht, dass ich ein Rassist bin.»
Der SPD-Politiker kündigte an, sich juristisch zu wehren. Wie die «Bild» berichtet, sollen Scholz und Chialo nach dem Vorfall telefoniert haben – über den Inhalt des Gesprächs ist nichts bekannt.
Doch damit nicht genug: Laut «Focus» soll Scholz an dem betreffenden Abend auch Journalisten beleidigt haben. «Halt den Mund, du Arsch», habe er einem hochrangigen Mitarbeiter eines öffentlich-rechtlichen Senders zugerufen. Zudem soll er Medienvertreter als «billiges Werkzeug der CDU-Pressestelle» bezeichnet haben.
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
In den sozialen Netzwerken löst der Vorfall heftige Kritik aus. «Was ist nur aus Herrn Scholz geworden...», schrieb CDU-Politikerin Julia Klöckner. FDP-Politikerin Karoline Preisler nannte das Verhalten des Kanzlers «absolut indiskutabel und abstossend».