90 Minuten im WasserMann treibt auf Luftmatratze aufs Meer – grosser Rettungseinsatz
Sven Ziegler
15.1.2026
Der Mann musste rund 90 Minuten ausharren.
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Mit einer aufblasbaren Matratze wollte eine Person zu einer schottischen Insel gelangen – und geriet dabei in akute Lebensgefahr. Nach rund 90 Minuten im kalten Meer konnte sie von Seenotrettern geborgen werden.
Ein aussergewöhnlicher Rettungseinsatz hat sich am Sonntag vor der Ostküste Schottlands abgespielt. Eine Person versuchte, mit einer aufblasbaren Matratze zu einer Insel zu gelangen – und trieb dabei immer weiter hinaus aufs offene Meer.
Die Crew der Seenotrettungsstation Queensferry der Royal National Lifeboat Institution wurde gegen 9.18 Uhr alarmiert. Die Person befand sich in rund sieben Grad kaltem Wasser östlich von Cramond Island im Meeresarm Firth of Forth.
Als die Rettungskräfte eintrafen, war der Verunglückte bereits fast 90 Minuten im Wasser gewesen. Die Crew konnte die Person bergen und an Land an Sanitäter sowie die Küstenwache übergeben. Angaben zum Gesundheitszustand machte die Organisation nicht, bestätigte jedoch eine starke Unterkühlung.
«Wir hatten Glück»
Der Einsatz hätte laut den Rettungskräften auch tödlich enden können. Einsatzleiter Stewart Atkinson sagte: «Es war Glück, dass wir rechtzeitig dort waren. Die Person war extrem kalt und wurde mit der Strömung und dem ablandigen Wind immer weiter hinausgetrieben.»
Atkinson nutzte den Vorfall für eine eindringliche Warnung. Aufblasbare Matratzen und Badeartikel seien «für Pools gemacht – nicht für das Meer». Sie könnten sich rasch vom Ufer entfernen und Menschen in lebensgefährliche Situationen bringen.
Er riet zudem, vor Aktivitäten am Wasser stets Wetter- und Gezeitenprognosen zu prüfen. «In Küstennähe kann alles ruhig wirken, während die Bedingungen weiter draussen deutlich schlechter sind», sagte Atkinson. Im Notfall solle umgehend der Notruf gewählt und die Küstenwache alarmiert werden.