Bund bestellt Israels Botschafter einSchweizer Teilnehmer der Gaza-Hilfsflotte sind jetzt in der Türkei
SDA
21.5.2026 - 22:44
Es war nicht die erste Gaza-Hilfsflotte, die von den israelischen Behörden gestoppt wurde. (Archivbild)
Keystone
Alle acht Schweizerinnen und Schweizer, die sich auf der internationalen Gaza-Hilfsflotte befunden haben, sind in die Türkei ausgeflogen worden. Zudem empfing der Bund den israelischen Botschafter zu einem Gespräch.
Keystone-SDA
21.05.2026, 22:44
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Israel hatte eine aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte Anfang der Woche in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt.
An Bord waren auch Schweizer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Diese waren vorübergehend festgenommen worden und wurden nun in die Türkei ausgeflogen.
Das EDA hat in dieser Angelegenheit den israelischen Botschafter einbestellt.
Die Schweizer Aktivistinnen und Aktivisten seien zusammen mit allen anderen Teilnehmenden der Gaza-Flottille am Donnerstagnachmittag in die Türkei gebracht worden, schrieb das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Schweiz stehe mit den israelischen und türkischen Behörden in Kontakt.
Zuvor hatte Israels Umgang mit den Aktivisten für internationale Kritik gesorgt. Am Mittwoch forderte das EDA Israels Botschafter und Behörden dazu auf, die Grundrechte der Festgenommenen aus der Schweiz zu achten.
Demütigender Umgang
Ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben Gvir, das Gaza-Aktivisten auf demütigende Weise zeigt, sorgte weltweit für grossen Unmut. Das Video zeigt den Minister mit einer Gruppe Anhängern und eine israelische Flagge schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten der internationalen Gaza-Hilfsflotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod. «Willkommen in Israel, wir sind hier die Hausherren», ruft er auf dem Video, auf dem er die Aktivisten auch verspottet.
Der israelische Aussenminister Gideon Saar distanzierte sich auf X mit deutlichen Worten von seinem rechtsextremen Kabinettskollegen. Dieser habe «dem Staat mit diesem beschämenden Auftritt wissentlich Schaden zugefügt», schrieb Saar.
Regierungschef Netanjahu wiederum schrieb, Ben Gvirs Umgang mit den Aktivisten entspreche nicht den Werten und Normen Israels. Gleichzeitig betonte er, Israel habe das Recht, «Flottillen von Hamas-Unterstützern am Eindringen in unsere Hoheitsgewässer und am Erreichen des Gazastreifens zu hindern».
Israels Botschafter einbestellt
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) bezeichnete das Verhalten des Ministers am Donnerstag in einem Beitrag auf X als «beschämend und verantwortungslos». «Es widerspricht den Grundsätzen des israelischen Rechtsstaates und jüdischen Werten. Der SIG folgt dem European Jewish Congress und distanziert sich in aller Form von diesem Verhalten», so die Organisation weiter.
Am Donnerstag empfing die Chefin der Schweizer Abteilung Mittlerer Osten, Monika Schmutz Kirgöz, gemäss EDA deshalb den israelischen Botschafter zu einem Gespräch und kritisierte das Verhalten von Ben Gvir und «die inakzeptable Behandlung der Flottillen-Teilnehmenden». Weiter habe sie den israelischen Botschafter zur Einhaltung des Völkerrechts und der Grundrechte der Aktivistinnen aufgefordert, wie es das EDA gegenüber den israelischen Behörden bereits mehrmals getan hat.