«Geruch von Schiesspulver»

Schwester von Kim Jong Un droht USA und Südkorea

AFP/uri

16.3.2021

«Marsch des Kriegs»: Vor dem Besuch des amerikanischen Aussenministers in Südkorea verurteilt Nordkorea Militärmanöver der beiden Länder und schickt Warnungen an die Vereinigten Staaten.

AFP/uri

16.3.2021

Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un hat die USA mit scharfen Worten angegriffen. Die Regierung des neuen US-Präsidenten Joe Biden wolle «den Geruch von Schiesspulver über unserem Land verbreiten», sagte Kim Yo Jong nach Angaben der staatlichen nordkoreanischen Zeitung «Rodong Sinmun» am Dienstag. «Wenn Sie die nächsten vier Jahre ruhig schlafen wollen, wäre es besser, nicht gleich zu Beginn für Arbeit zu sorgen, die Ihnen den Schlaf rauben wird.»

Es handelte sich um die erste öffentliche Äusserung Nordkoreas zu Biden. Zugleich verurteilte Kim Yo Jong das vergangene Woche gestartete Militärmanöver der USA mit Südkorea. Sie warf der Regierung in Seoul vor, den «Marsch des Kriegs» zu spielen. Sollte Südkorea «noch provokativer» handeln, drohte Kim Yo Jong mit der Aufkündigung einer militärischen Übereinkunft zwischen den beiden Staaten.

epa09077282 (FILE) - Kim Yo-jong, sister of North Korea's leader Kim Jong-un, attends wreath laying ceremony at the Ho Chi Minh Mausoleum in Hanoi, Vietnam, 02 March 2019 (reissued 16 March 2021). According to the North Korean state newspaper Rodong Sinmum, Kim Yo-jong, sister of North Korea's leader Kim Jong-un, reinterated North Korea's opposition to joint military excercises between the USA and South Korea. EPA/JORGE SILVA / POOL
Kim Yo Jong gilt als einflussreiche Beraterin ihres Bruders Kim Jong Un. 
Bild: Keystone

Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Jahren mittels direkter Begegnungen mit Machthaber Kim Jong Un auf einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms hinzuwirken versucht. Das letzte Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Februar 2019 in Hanoi scheiterte jedoch, seither lagen die Atom-Verhandlungen beider Länder auf Eis. Auch die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea verschärften sich wieder.

US-Aussenminister Antony Blinken und Pentagon-Chef Lloyd Austin begannen am Montag ihre erste Auslandsreise nach Japan und Südkorea. In einem gemeinsamen Kommentar in der «Washington Post» bekräftigten beide Minister ihre Absicht, «unsere Beziehungen zu Freunden und Partnern wiederzubeleben».