«Hand in Hand im Himmel» Horror-Crash auf deutscher Landstrasse – Schwestern (16, 19) sterben

Sven Ziegler

14.11.2025

Der Unfallfahrer kam mit einer leichten Verletzung davon. 
Der Unfallfahrer kam mit einer leichten Verletzung davon. 
KEYSTONE

In Bayern verlieren Lidia und Andreas W. an einem einzigen Tag ihre beiden Töchter. Dina (19) und Adelina (16) kommen bei einem Frontalunfall ums Leben. Die Familie überrascht mit einer bewegenden Botschaft an den Unfallfahrer.

Redaktion blue News

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  • Zwei Schwestern im Alter von 16 und 19 Jahren sterben bei einem Frontalcrash in der Nähe von Bad Kissingen.
  • Laut Polizei geriet ein 50-jähriger Mercedes-Fahrer in den Gegenverkehr und prallte frontal in den Wagen der Mädchen.
  • Die Eltern verzeihen dem Unfallfahrer öffentlich und finden Trost in ihrem tiefen Glauben.

Es ist ein Sonntagmorgen Anfang November, als sich auf der Staatsstrasse 2267 bei Bad Kissingen ein schweres Unglück ereignet. Ein 50-jähriger Autofahrer kommt laut dem Polizeipräsidium Unterfranken aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab. Nachdem sein Wagen die Leitplanke touchiert, lenkt der Mann gegen – und gerät direkt in den Gegenverkehr.

Dort prallt der schwarze Mercedes frontal in den roten Mazda, in dem die beiden Schwestern Dina (19) und Adelina (16) sitzen. Der Aufprall ist so heftig, dass ihr Auto von der Strasse geschleudert wird. Für die Jugendlichen kommt jede Hilfe zu spät; sie sterben noch am Unfallort. Der Lenker des Mercedes wird mit leichten Verletzungen ins Spital gebracht.

Wie die «Bild» berichtet, waren die beiden auf dem Weg zu einem Erntedankgottesdienst in Öhringen. Dina wollte zuvor noch eine Freundin abholen – eine Routinefahrt, die sie täglich zur Berufsschule unternahm. «Ich fahre vorsichtig», soll sie beim Abschied gesagt haben. Nur zwanzig Minuten später heulten die Sirenen im Ort.

«Sie sind Hand in Hand gegangen»

Die Eltern Lidia (50) und Andreas (52) W. verlieren an diesem Tag beide Töchter. Sie gehören einer Baptisten-Gemeinde an und sprechen offen über ihren Schmerz – und ihre Hoffnung. «Wir sind sicher, dass sie Hand in Hand in den Himmel gegangen sind», sagt Bruder Stefan (20) gegenüber «Bild». Dina und Adelina teilten sich ein Zimmer, beteten jeden Abend gemeinsam und musizierten oft zusammen. Mutter Lidia erinnert sich: «Adelina putzte in den Herbstferien das ganze Haus. Sie wollte unbedingt bis Sonntag fertig werden.»

Besonders ergreifend: Laut den Eltern hatte Dina zwei Tage vor dem Unfall eine Vorahnung. «Ich spüre, dass etwas Krasses passiert», soll sie gesagt und einen geplanten Besuch abgesagt haben. Am Abend vor dem Unfall sprachen die Schwestern darüber, was nach dem Tod mit der Seele geschieht.

Die Anteilnahme in der Region ist enorm: Innerhalb weniger Tage spenden Hunderte Menschen über 66'000 Euro für die Beerdigung. «Wir hätten nicht gewusst, wie wir das bezahlen sollen», sagt Lidia W. Trotz des unermesslichen Verlusts richten die Eltern keine Vorwürfe an den Unfallfahrer. «Wir beschuldigen ihn nicht, es kann jedem passieren», so Vater Andreas.

Die Beisetzung der Schwestern soll am Samstag stattfinden – Seite an Seite, wie sie auch im Leben unzertrennlich waren. Die Feuerwehr stellt Bänke auf, die Polizei sperrt Strassen, Mitschüler und Angehörige reisen an. «Wir wollen einfach Danke sagen», sagt die Mutter.