Ukraine Selenskyj bereit zu Tausch von Territorien mit Russland

SDA

11.2.2025 - 22:31

Um ein Pfand in der Hand  zu halten bei Verhandlungen mit dem Aggressor Wladimir Putin in Moskau, hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (im Bild) vergangenen Sommer russisches Gebiet um Kursk besetzen lassen. (Archivbild)
Um ein Pfand in der Hand zu halten bei Verhandlungen mit dem Aggressor Wladimir Putin in Moskau, hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (im Bild) vergangenen Sommer russisches Gebiet um Kursk besetzen lassen. (Archivbild)
Keystone

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben bei möglichen Friedensverhandlungen bereit, Territorien mit Russland zu tauschen. Dies knapp drei Jahre nach dem russischen Überfall auf Befehl von Präsident Wladimir Putin.

Keystone-SDA

Wenn es US-Präsident Donald Trump gelinge, die Ukraine und Russland an den Verhandlungstisch zu bringen, «werden wir ein Territorium gegen ein anderes tauschen», sagte Selenskyj in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem britischen «Guardian». Die Ukraine hatte bei einer Überraschungsoffensive im vergangenen August Territorium in der russischen Region Kursk erobert.

Welche Gebiete die Ukraine zurückfordern könnte, sagte Selenskyj nicht. «Ich weiss nicht, wir werden sehen. Alle unsere Territorien sind wichtig, es gibt keine Prioritäten», sagte er.

Russland reklamiert fünf ukrainische Regionen für sich: die 2014 besetzte Halbinsel Krim und die 2022 überfallenen Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja, obwohl russisches Militär sie nicht vollständig kontrolliert.

Am 24. Februar 2022 hatten russische Truppen auf Befehl Putins die Ukraine überfallen, angeblich mit dem Ziel das Land von einem «Nazi-Regime» zu befreien.

Der nach westlichen Standards demokratisch gewählte jüdische ukrainische Präsident Selenskyj sollte durch eine dem Kreml in Moskau ergebene Marionetten-Regierung ersetzt werden. Moskau stört sich vor allem am ukrainischen Bestreben, dem westlichen Militärbündnis Nato beizutreten.

Kriegsverbrecher Putin

Überhaupt spricht Putin der Ukraine das Recht auf staatliche Souveränität ab und sieht das ukrainische Volk als Teil einer grösseren ostslawischen oder russischen Welt – Russkii Mir – an, wie er als Amateur-Historiker bereits in einem längeren Aufsatz vom Sommer 2021 darzulegen versuchte. Dazu zählt Putin auch Belarus.

Der russische Präsident wird seit März 2023 vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag per Haftbefehl als Kriegsverbrecher gesucht. Dieser Haftbefehl beruht auf dem begründeten Verdacht, dass Putin für Deportationen ukrainischer Kinder nach Russland verantwortlich sei.