Ukraine-Überblick

Russland nimmt Kiew ins Visier +++ Rund 105'000 Ukrainer in Ungarn eingetroffen

Agenturen/red

1.3.2022

Ukrainische Journalistin stellt Johnson zur Rede

Ukrainische Journalistin stellt Johnson zur Rede

STORY: Der britische Premier auf Besuch in Warschau. Eine ukrainische Journalistin nutzte am Dienstag die Gelegenheit, Boris Johnson mit einem emotionalen Statement zur Rede zu stellen. «Sie sprechen über weitere Sanktionen, Premierminister, aber Roman Abramovich wird nicht sanktioniert, er ist in London, seine Kinder werden nicht bombardiert. Putins Kinder sind in den Niederlanden, in Deutschland, leben in Villen. Werden all diese Häuser nicht beschlagnahmt? Das kann ich nicht erkennen. Ich sehe aber, dass Mitglieder meiner Familie, meine Kollegen, dass sie weinen. Wir wissen nicht, wohin.» Johnson entgegnete, ihm sei bewusst, dass die britische Regierung nicht genug tun könne, um so zu helfen, wie die Journalistin es wolle. Und in diesem Punkt müsse er nun mal ehrlich sein.

01.03.2022

Laut Vitali Klitschko steht die russische Armee kurz vor Kiew, wo der TV-Turm bei einem Angriff getroffen wurde: Das Fernsehen ist offline. Wolodymyr Selenskyj hat per Video zum Europarat gesprochen. Die Entwicklungen im Ticker.  

Agenturen/red

1.3.2022

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Bürgermeister Kiews Witaly Klitschko bereitet die Bevölkerung auf den Angriff der russischen Armee vor.
  • Wolodymyr Selenskyj hat per Videoschaltung zum Europarat gesprochen. Ratspräsident Michel hat ihm die ernsthafte Prüfung des Beitrittsgesuchs der Ukraine versprochen.
  • Ein russischer Militärkonvoi, der sich auf Kiew zubewegt, soll rund 64 Kilometer lang sein – noch länger als bisher angenommen.
  • Angesichts von Berichten über zahlreiche zivile Opfer wirft Kiew Moskau Kriegsverbrechen vor.
  • Die Schweiz unterstützt die Ukraine mit 25 Tonnen humanitären Hilfsgütern.
  • Die Entwicklungen vom Montag kannst du hier nachlesen.
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  • 22.05 Uhr
    Wir beenden den Live-Ticker am Dienstag, 01. März

  • 22.00 Uhr
    Tageszusammenfassung: Russland nimmt Kiew ins Visier

    Trotz aller internationalen Friedensappelle hat Russland seine Angriffe auf die Ukraine verschärft und nimmt die Hauptstadt Kiew immer stärker ins Visier. Bei einem mutmasslichen Raketenangriff auf den Fernsehturm in Kiew wurden am Dienstag mindestens fünf Menschen getötet, wie der Zivilschutz mitteilte. Auf die Hauptstadt bewegte sich ein riesiger Militärkonvoi von mehr als 60 Kilometern Länge zu. Auch aus der zweitgrössten Stadt Charkiw wurde eine heftige Explosion gemeldet. Nach US-Angaben scheinen die russischen Truppen beim Vormarsch jedoch Probleme mit der Versorgung zu haben. Darüber hinaus sei der Widerstand der ukrainischen Streitkräfte wohl grösser als von russischer Seite erwartet.

  • 21.52
    Baerbock an Weltgemeinschaft: Partei für Ukraine ergreifen

    Aussenministerin Annalena Baerbock hat die Staaten der Welt mit einem emotionalen Appell aufgerufen, den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine scharf zu verurteilen. «Heute müssen wir uns alle zwischen Frieden und Aggression, zwischen Gerechtigkeit und dem Willen des Stärkeren, zwischen Handeln und Wegschauen entscheiden», sagte die Grünen-Politikerin am Dienstagabend laut vorab verbreitetem Redetext bei der Dringlichkeitssitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. 

    28.02.2022, Berlin: Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) gibt nach ihren Gesprächen mit dem slowenischen Außenminister im Außenministerium ein Statement ab. Foto: John Macdougall/AFP POOL/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/John Macdougall)
    Dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow warf Deutschlands Aussenministerin Annalena Baerbock vor, Russlands Macht als Ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat zu missbrauchen.
    Bild: Keystone/John Macdougall

    Baerbock sprach vor dem grössten UN-Gremium von «dreisten Lügen» Moskaus: «Sie sagen, Sie handeln in Notwehr. Aber die ganze Welt hat zugesehen, wie Sie monatelang Ihre Truppen aufgebaut haben, um sich auf diesen Angriff vorzubereiten.» Und während Russland beteuere, dass es die russisch sprechende Bevölkerung in der Ukraine schützen wolle, sehe die gesamte Welt, dass die Truppen von Kremlchef Wladimir Putin Häuser von russisch sprechenden Ukrainern bombardierten. An Lawrow gewandt sagte Baerbock: «Sie können sich selbst etwas vormachen. Aber Sie werden uns nicht täuschen. Und sie werden ihre eigene Bevölkerung nicht täuschen.»

  • 21.05 Uhr
    Ukrainische Botschafterin Ehrengast bei Biden-Ansprache

    An der ersten offiziellen Ansprache zur Lage der Nation von US-Präsident Joe Biden wird die ukrainische Botschafterin Oksana Markarowa als Ehrengast von First Lady Jill Biden teilnehmen. Das Weisse Haus teilte mit, auch der Ehemann von Vizepräsidentin Kamala Harris, Second Gentleman Doug Emhoff, und Präsidentenschwester Valerie Biden Owens würden die Rede gemeinsam mit der First Lady verfolgen. Als Gäste seien ausserdem mehrere Amerikaner eingeladen, die sich durch ihren Einsatz oder Mut ausgezeichnet hätten und die für Themen stünden, die der Präsident ansprechen werde.

    Die Ansprache zur Lage der Nation vor beiden Kammern des Kongresses am Dienstagabend (21.00 Uhr Ortszeit/3.00 Uhr MEZ) wird vom russischen Angriff auf die Ukraine überschattet. Bidens Sprecherin Jen Psaki hat angekündigt, der Präsident werde unter anderem über seine Bemühungen sprechen, eine weltweite Koalition «für Demokratie und gegen russische Aggression» aufzubauen. Weitere Themen sollen nach Angaben des Weissen Hauses unter anderem die hohe Inflation, die wirtschaftliche Erholung und der Klimawandel sein.

  • 20.19 Uhr
    Grossbritannien verhängt Sanktionen gegen Belarus

    Wegen der Rolle von Belarus im Ukraine-Krieg hat Grossbritannien Sanktionen gegen mehrere Personen und Organisationen des Landes verhängt. Der Chef des belarussischen Generalstabs sowie drei weitere hochrangige Vertreter der Militärführung und zwei militärische Unternehmen seien mit Sanktionen belegt worden, wie das britische Aussenministerium am Dienstagabend mitteilte.

    «Das Lukaschenko-Regime unterstützt und fördert Russlands illegale Invasion aktiv und wird die wirtschaftlichen Folgen seiner Unterstützung für Putin zu spüren bekommen», sagte die britische Aussenministerin Liz Truss einer Mitteilung zufolge. Die Betroffenen können ab sofort nicht mehr nach Grossbritannien reisen und mögliches Vermögen im Land wird eingefroren.

  • 20.04 Uhr
    Russland schränkt Zugang zu kremlkritischem Sender Echo Moskwy ein

    Inmitten des Kriegs gegen die Ukraine geht Russland gegen den bekannten kremlkritischen Radio-Sender Echo Moskwy vor. Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor teilte der Agentur Interfax zufolge am Dienstagabend mit, den Zugang zur Internetseite des Senders auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft einzuschränken. Chefredakteur Benedikt Wenediktow schrieb, die Radioübertragung funktioniere bereits nicht mehr.

  • 20.00 Uhr
    Rund 105'000 Ukrainer in Ungarn eingetroffen
    Refugees who fled Ukraine because of the war, rest after arriving to Tiszabecs, Hungary, Tuesday, March 1, 2022. (AP Photo/Balazs Kaufmann)
    Ukrainische Flüchtlinge machen Rast nach ihrer Ankunft in Tiszabecs, Ungarn.
    AP Photo/Balazs Kaufmann

    Seit dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine sind bis Dienstag 16.00 Uhr MEZ rund 105'000 Menschen aus dem östlichen Nachbarland in Ungarn eingetroffen. Dies teilte die ungarische Polizei am Dienstag mit. Etwa 21'000 Ukrainer kehrten über Ungarn in ihr Heimatland zurück, wie aus diesen Angaben hervorging.

    Keine Zahlen lagen darüber vor, wie viele Ukrainer Ungarn in Richtung Westen verlassen haben. Das mitteleuropäische EU-Land führt an den Binnengrenzen des Schengen-Raums, so etwa an der Grenze zu Österreich, keine Kontrollen durch. Dies sieht der Schengen-Vertrag so vor.

  • 19.37 Uhr
    USA weisen russischen UN-Mitarbeiter aus

    Nach der Ankündigung, zwölf Diplomaten der russischen UN-Vertretung in New York ausweisen zu wollen, verweisen die USA eine weitere Person des Landes. Bei dem russischen Staatsbürger handle es sich um einen direkten Angestellten oder eine direkte Angestellte der Vereinten Nationen in New York. «Wir bedauern, dass wir uns in dieser Situation befinden», sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York. Man werde mit dem Gastland USA eng zusammenarbeiten.

    Am Montag hatten die USA bereits angekündigt, zwölf russische Diplomaten von Moskaus UN-Vertretung wegen Spionage auszuweisen. Diese seien Geheimdienstmitarbeiter und nicht in diplomatische Arbeit verwickelt gewesen.

  • 19.30 Uhr
    Schweiz liefert humanitäre Hilfsgüter für ukrainische Bevölkerung

    Die Schweiz unterstützt die Ukraine mit 25 Tonnen Hilfsgütern. Ein Frachtflugzeug mit Medikamenten und Familienzelten, die mit Matratzen, Schlafsäcken, Wolldecken, Heizungen, Kochutensilien und Wasserkanistern ausgestattet sind, fliegt am Dienstagabend nach Warschau. Das teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstagabend mit. Die Hilfsgüter seien für die ukrainische Bevölkerung in der Ukraine und in den angrenzenden Ländern vorgesehen.

    Worker load relief supplies of the Swiss Humanitarian Aid for the Ukrainian population after the Russian invasion of Ukraine onto an airplane at Zurich Airport, on Tuesday, March 1, 2022 in Zurich, Switzerland. The relief cargo, which includes tents, sleeping bags, mattresses and medical supplies, will be flown to Poland for distribution. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
    Am Zürcher Flughafen wird das Frachtflugzeug mit. humanitären Hilfsgütern wie Medikamenten, Zelten, Matratzen oder Schlafsäcken beladen.
    Bild: Keystone/Michael Buholzer

    Am Mittwoch folgt laut EDA ein Hilfsgüterkonvoi, bestehend aus sechs Lastwagen, beladen mit medizinischem Material, das von der Armeeapotheke des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) zur Verfügung gestellt wird. Darunter befinden sich unter anderem Defibrillatoren, Beatmungsgeräte, Hygienemasken, Operations-Kittel und medizinische Schutzanzüge.

  • 19.17 Uhr
    UN-Generalsekretär verurteilt Einsatz schwerer Waffen in Ukraine

    UN-Chef António Guterres hat den russischen Einsatz schwerer Waffen in der Ukraine verurteilt. «Der Generalsekretär ist sehr besorgt über den Einsatz schwerer Waffen gegen urbane Zentren in der Ukraine. Diese Waffen können verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben», sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York. Dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zufolge seien bei dem Angriffskrieg Moskaus gegen die Ukraine bislang mindestens 136 Zivilisten getötet worden. Dujarric sagte jedoch, dass es wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer gebe.

  • 19.11 Uhr
    Lukaschenko will Luftabwehrsystem von Russland haben

    Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko will von Russland ein zusätzliches Luftabwehrsystem vom Typ S-400 haben. Er habe sich deshalb an Präsident Wladimir Putin gewandt, sagte Lukaschenko am Dienstag der Staatsagentur Belta zufolge. Es sollte westlich der Hauptstadt Minsk aufgestellt werden. Bislang gebe es ein solches System im Südosten des Landes an der Grenze zur Ukraine. 

    This image made from video provided by the State TV and Radio Company of Belarus, shows Belarus President Alexander Lukashenko armed with a Kalashnikov-type rifle near the Palace of Independence in Minsk, Belarus, Sunday, Aug. 23, 2020. Lukashenko has made a dramatic show of defiance against the massive protests demanding his resignation, toting a rifle and wearing a bulletproof vest as he strode off a helicopter that landed at his residence while demonstrators massed nearby. (State TV and Radio Company of Belarus via AP)
    Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko droht bei Gefahr für Belarus, in den Krieg des Verbündeten Russlands gegen die Ukraine einzugreifen. (Archivbild)
    Bild: Keystone/State TV and Radio Company of Belarus via AP

    Lukaschenko hatte zuvor abermals gesagt, dass keine belarussischen Truppen im Kriegseinsatz im Nachbarland Ukraine seien. Es gab allerdings Medienberichte, wonach belarussisches Militär in der Region Tschernihiw an der Grenze zu Belarus gesehen worden sein soll.

  • 18.59 Uhr
    Mexiko schliesst Sanktionen gegen Russland aus

    Mexiko will für den Angriff auf die Ukraine keine Sanktionen gegen Russland erheben. «Wir werden keine wirtschaftlichen Vergeltungsmassnahmen ergreifen, weil wir gute Beziehungen zu allen Regierungen der Welt unterhalten wollen», sagte Mexikos populistischer Präsident Andrés Manuel López Obrador am Dienstag in seiner täglichen Pressekonferenz. Seine Regierung hat die Invasion in die Ukraine verurteilt, sich bisher mit deutlicher Kritik an Russland jedoch zurückgehalten. Der linksgerichtete Nationalist López Obrador, der die Medien im eigenen Land immer wieder verbal angreift, sprach sich gegen Verbote und Einschränkungen russischer Staatsmedien aus. Das sei Zensur.

  • 18.56 Uhr
    Biden telefoniert mit Selenskyj

    Vor dem Hintergrund des russischen Kriegs in der Ukraine hat US-Präsident Joe Biden mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Das Gespräch am Dienstag habe etwas mehr als eine halbe Stunde gedauert, teilte das Weisse Haus in Washington mit. Selenskyj schrieb auf Twitter, dabei sei es um die amerikanische Führungsrolle bei den Sanktionen gegen Russland und der Militärhilfe für die Ukraine gegangen. Er fügte mit Blick auf Russland hinzu: «Wir müssen den Aggressor so schnell wie möglich stoppen.» Selenskyj dankte den USA für ihre Unterstützung.

  • 18.51 Uhr
    Ukraine hofft auf Vermittlung Chinas mit Russland für Feuerpause
    Chinese Foreign minister Wang Yi appears on a screen as he delivers a remote speech at the opening of the 49th session of the UN Human Rights Council in Geneva, Switzerland, on Monday, 28 February 2022. The UN Human Rights Council voted to hold an urgent debate about Russia's invasion of Ukraine at Kyiv's request, amid widespread international condemnation of Russia's attack. (KEYSTONE/AFP POOL/Fabrice Coffrini)
    Der chinesische Aussenminister Wang Yi bei seiner Ansprache via Bildschirm vor dem UN-Menschenrechtsrat am 28. Februar in Genf.
    KEYSTONE/Fabrice Coffrini

    Im Krieg mit Russland hofft die Ukraine auf eine Vermittlung Chinas, um einen Waffenstillstand zu erreichen. Wie das Pekinger Aussenministerium mitteilte, hat der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba am Dienstag in einem Telefonat mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi von einer «konstruktiven Rolle» Chinas gesprochen. Die Ukraine wolle die Kommunikation mit Peking verstärken und «sieht der Vermittlung Chinas zur Verwirklichung einer Feuerpause entgegen», hiess es in der Mitteilung weiter.

  • 18.46 Uhr
    Lieferengpässe erzwingen Produktionsstopps bei BMW

    BMW stellt den Bau von Autos im russischen Kaliningrad und den Export nach Russland bis auf Weiteres ein. Ausserdem werde es wegen Lieferengpässen zu Produktionsunterbrechungen in deutschen und europäischen Werken kommen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Wo, wann und wie lange die Produktion unterbrochen werde, werde derzeit noch geprüft, sagte ein Sprecher.

    BMW bezieht bisher Kabelbäume aus der West-Ukraine. «Mit unseren Lieferanten sind wir in intensiven Gesprächen», sagte der Sprecher. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr mit dem russischen Partner Avtotor 12 000 Autos in Kaliningrad gebaut und insgesamt 49 000 Autos in Russland verkauft.

  • 18.40 Uhr
    Filmfestspiele Cannes schliessen russische Delegationen aus

    Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes schliessen die russischen Delegationen vorerst von der Teilnahme im Mai aus. Dies gelte, solange der Angriff Russlands nicht unter Bedingungen eingestellt werde, die das ukrainische Volk zufrieden stellten, teilte die Festivalleitung am Dienstag mit. Das treffe auch für Einrichtungen zu, die mit der russischen Regierung in Verbindung stehen.

  • 18.32 uhr
    IEA will wegen Ukraine-Krieg Rohölreserven freigeben

    Die Internationale Energieagentur (IEA) will mit der Freigabe von Rohölreserven die Folgen des Krieges von Russland gegen die Ukraine an den Märkten abmildern. Insgesamt werden die 31 Mitgliedsländer der Agentur 60 Millionen Barrel Rohöl freigeben, wie es in einer am Dienstag in Paris veröffentlichten Mitteilung heisst.  So sollen Angebotsengpässe in Folge des Krieges abgemildert werden. Die Ölpreise hatten zuletzt deutlich zugelegt. Die IEA ist ein Interessenverband der Industriestaaten.

    Die Schweiz bietet im Zuge dieser Freigabe 50'000 Kubikmeter aus ihren Mineralölreserven an, wie das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung und Energieministerin Simonetta Sommaruga auf Twitter mitteilten. Das entspricht gemäss dem Amt einem Prozent der gesamten Pflichtlagermenge an Mineralöl. Die Mineralöl-Pflichtlager sind auf den einheimischen Bedarf während 4,5 Monaten angelegt.

  • 18.25 Uhr
    Schweizer Börse gibt deutlich nach

    Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag unter dem Eindruck des anhaltenden Ukraine-Krieges deutlich tiefer geschlossen. Weitere europäische Aktienmärkte erlitten gar noch stärkere Verluste. Gesucht war dagegen der als «sicherer Hafen» geltende Franken, der Kurs des Euro sackte zur Schweizer Währung am Abend sogar kurzzeitig unter 1,02 Franken.

    Der Schweizer Leitindex SMI schloss den Handel am Dienstag nach einem volatilen Handelsverlauf um 1,04 Prozent tiefer bei 11'862,28 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 11'790 gesunken war. Noch heftigere Verluste gab es für den deutschen Leitindex Dax und den französischen CAC 40, die beide um 3,9 Prozent tiefer schlossen. Der US-Leitindex Dow Jones notierte am Abend um 1,8 Prozent im Minus.

  • 18.10 Uhr
    Mehrere Studios wollen Filme vorerst nicht in Russland herausbringen

    Mehrere US-Studios haben angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine angekündigt, vorerst keine Filme mehr in russische Kinos zu bringen. Russlands «grundlose Invasion» und die «tragische humanitäre Krise» begründeten diesen Schritt, teilte ein Sprecher der Walt Disney Company mit.

    Auch das Paramount-Studio teilte mit, Filmstarts «pausieren» zu lassen, wie das Branchenblatt «Variety» am Dienstag berichtete. Unter anderem handele es sich dabei um die Action-Komödie «The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt» sowie um die Komödie «Sonic the Hedgehog 2». Auch Sony und Warner Bros. hatten bereits ähnliche Massnahmen angekündigt - unter anderem für den Science-Fiction-Film «Morbius» und den neuen «Batman»-Film mit Robert Pattinson.

    US-Medienberichten zufolge machen die Ticket-Verkäufe in Russland durchschnittlich etwa rund drei Prozent der internationalen Bilanz aus.

  • 18.02 Uhr
    Nord Stream 2 AG ist gemäss Kanton Zug konkurs

    Die in Zug ansässige Nord Stream 2 AG, die die Ostsee-Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland realisiert, ist konkurs. Davon betroffen sind über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Das erklärte die Zuger Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut (Mitte) am Dienstag gegenüber Blick-TV. Bereits am Montagabend hatte Bundesrat Guy Parmelin in der Fernsehsendung «Forum» von Radio Télévision Suisse francophone RTS erklärt, dass dem ganzen Personal von Nord Stream 2 in Zug gekündigt worden sei.

  • 17.53 Uhr
    Putin nennt Bedingungen für Ende des Ukraine-Krieges

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Bedingungen für eine Beendigung der «Militär-Operation» in der Ukraine nach Kremlangaben bekräftigt. Die Regierung in Kiew müsse die «Volksrepubliken» Luhansk und Donezk sowie Russlands Souveränität über die Schwarzmeer-Halbinsel Krim anerkennen, teilte der Kreml am Dienstagabend in Moskau mit.

    Zudem müsse die Ukraine entmilitarisiert und in einen neutralen Status überführt werden, hiess es in der Mitteilung zu einem Telefonat Putins mit Venezuelas Präsident Nicolás Maduro.

    Kremlchef Wladimir Putin hat einen Auslandseinsatz des russischen Militärs in Luhansk und Donezk angeordnet. Foto: Sergey Guneev/Kremlin Pool/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
    Kremlchef Wladimir Putin fordert die Souveränität der Regionen Donezk und Luhansk.
    Bild: Keystone/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire/Kremlin Pool/Sergey Guneev

    Es war die erste Äusserung dieser Art, nachdem am Montag Vertreter der Ukraine und Russlands in Belarus über eine Beendigung des Krieges verhandelt hatten. Ergebnisse waren nach dem Treffen zunächst nicht mitgeteilt worden.

    Verpflichten müsse sich die Ukraine dem Kreml zufolge auch, künftig weiter auf Atomwaffen zu verzichten. Putin hatte zuvor gefordert, dass die Ukraine nicht Mitglied der Nato werden dürfe. Die ostukrainischen Regionen Luhansk und Donezk hat er als unabhängige Staaten anerkannt.

  • 17.38 Uhr
    Laut UNHCR etwa 660'000 Menschen aus der Ukraine geflüchtet

    Etwa 660'000 Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine aus dem Land geflüchtet. Einen Tag zuvor war diese Zahl noch mit mehr als 500'000 angegeben worden.

    Eine Sprecherin des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen, Shabia Mantoo, erklärte in Genf, dass es bei diesem Tempo danach aussehe, dass sich die Situation zu Europas grösster Flüchtlingskrise dieses Jahrhunderts ausweite.

    Sie erklärte, das Flüchtlingshilfswerk fordere Regierungen auf, allen Flüchtenden weiter Zugang zu gewähren, einschliesslich in der Ukraine lebenden Bürgern von Drittstaaten, die gezwungen seien, der Gewalt zu entkommen. Sie fügte hinzu: «Wir betonen, dass keine Person oder Gruppe diskriminiert werden darf.»

  • 17.27 Uhr
    Johnson nennt Angriffe auf Charkiw «absolut widerlich»

    Der britische Premierminister Boris Johnson hat die anhaltenden russischen Angriffe mit vielen Toten auf die ukrainische Stadt Charkiw mit scharfen Worten verurteilt. «Was in Charkiw geschieht, ist absolut widerlich und erinnert mich an den Beschuss des Marktes von Sarajevo, an den Beschuss unschuldiger Menschen in Bosnien», sagte Johnson am Dienstag während eines Besuchs auf einem Nato-Stützpunkt in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

    Im Zentrum der zweitgrössten Stadt der Ukraine waren am Dienstagmorgen nach Angaben von Rettungskräften durch russischen Raketen- und Artilleriebeschuss mindestens zehn Menschen getötet und 20 verletzt worden. Am Montag waren bereits mindestens 11 Menschen getötet worden.

    Boris Johnson, bitischer Premierminister, spricht bei der 58. Münchner Sicherheitskonferenz. Foto: Tobias Hase/dpa
    Boris Johnson, britischer Premierminister, hat die russischen Angriffe auf Charkiw aufs Schärfste verurteilt.
    Bild: Tobias Hase/dpa
  • 17.13 Uhr
    Atomangriff? «Er würde es machen»

    Fiona Hill gilt als eine der versiertesten Russland-Kennerinnen überhaupt: Die gebürtige Engländerin und Amerikanerin war im amerikanischen Sicherheitsrat einst für das Land zuständig uns sitzt nach wie vor in diversen Gremien wie etwa beim US-Think-Tank Council of Foreign Relations. 2013 hat sie ein Buch über Wladimir Putin veröffentlicht.

    Was denkt sie über den Einmarsch? Und wie beantwortet sie die Frage, ob der Kreml Atomwaffen einsetzen würde. «Jedesmal denkst du: ‹Nein, das macht er doch nicht, oder?›», erklärt sie Putins Handeln. «Nun, doch, würde er. Und er will natürlich, dass uns das bewusst ist», antwortet sie bei «Politico».

    Putin versuche ja scheinbar auch gar nicht, überzeugende Begründungen zu liefern – für eine von langer Hand geplante Invasion. «ich denke, es gab einen logischen., methodischen Plan, der sehr weit zurückgeht – mindestens bis 2007. Er wolle «russische Dominanz» über das wiederherstellen, was für ihn das Russische «Reich» sei. Die Ukraine habe auf Putins Karte dieses Reiches keinen Platz, glaubt Hill.

    Former White House national security aide Fiona Hill testifies before the House Intelligence Committee on Capitol Hill in Washington, Thursday, Nov. 21, 2019, during a public impeachment hearing of President Donald Trump's efforts to tie U.S. aid for Ukraine to investigations of his political opponents. (AP Photo/Andrew Harnik)
    Sicherheitsexpertin Fiona Hill traut Putin alles zu.
    Archivbild: AP
  • 16.57 Uhr
    Wachstum: Krieg trifft auch die Schweizer Wirtschaft

    Der Überfall Russlands auf die Ukraine könnte die Schweiz 2022 und 2023 je rund einen halben Prozentpunkt Wirtschaftswachstum kosten. Zu dieser Einschätzung kommen die Ökonomen von BAK Economics in einer Ersteinschätzung. Die Schweiz falle damit nicht in eine Rezession, stellte das BAK am Dienstag in einem Communiqué fest. Doch die Erholung nach der Corona-Krise werde empfindlich geschwächt.

    Anstatt gut 3 Prozent dürfte das Wachstum 2022 nur um die 2,5 Prozent erreichen, so die Einschätzung von BAK Economics. Und 2023 werde das Wachstum mit 1,5 Prozent unter das Potentialwachstum zurückfallen. Die wichtigsten Ursachen für das erwartete tiefere Wachstum seien indirekter Natur. So werde vor allem die Inflation hoch bleiben und das Konsumentenvertrauen trüben.

    Ebenfalls erwähnt werden rückläufige Kurse an den Finanzmärkten sowie die allgemeine Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Hinzu kämen aber auch direkte Auswirkungen des Konflikts. Vor allem durch die gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen würden «gewisse Geschäftsmöglichkeiten» wegfallen. Punktuell empfindliche Einbussen könnten etwa das Vermögensverwaltungsgeschäft, der Rohstoffhandel und der Tourismusbereich erleiden.

  • 16.22 Uhr
    Video zeigt Angriff auf Kiews Fernsehturm

    Die Echtheit des Videos ist bestätigt: Nach einem russischen Angriff auf Kiews TV-Turm sind im ganzen Land die Fernsehsender ausgefallen. Moskau bezeichnete das Ganze als Attacke gegen «Zentren für Information und psychologische Einsätze».

    Bei dem russischen Angriff auf den Fernsehturm von Kiew sind nach ukrainischen Angaben fünf Menschen getötet worden. Fünf weitere Menschen seien bei dem Angriff am Dienstag verletzt worden, teilte der Katastrophenschutz mit. Durch den Angriff wurde die Ausstrahlung der Fernsehprogramme unterbrochen.

  • 16.07 Uhr
    Ringier will Ex-Kanzler Schröder nicht mehr 

    Das Schweizer Verlagshaus Ringier sistiert das Beratermandat mit dem deutschen Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) per sofort. Schröder gerät aufgrund seiner Nähe zu Wladimir Putin zunehmend unter Druck. Die Zusammenarbeit mit Schröder wird bis auf Weiteres im gegenseitigen Einvernehmen sistiert, wie Ringier heute mitteilte.

    Schröder war seit seinem Rücktritt als Bundeskanzler Ende 2005 beratend für das Unternehmen tätig. Der Vorgänger von Angela Merkel gerät infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine zunehmend in die Kritik. Der Sozialdemokrat gilt als langjähriger Freund Putins und ist für mehrere russische Unternehmen tätig. Hochrangige deutsche Politiker haben ihn in den vergangenen Tagen dazu aufgefordert, diese Tätigkeiten rasch zu beenden.

    Bericht: Mitarbeiter kehren Altkanzler Schröder den Rücken

    Bericht: Mitarbeiter kehren Altkanzler Schröder den Rücken

    Um Gerhard Schröder wird es einsam. Nicht erst seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind viele Menschen empört über seine Nähe zu Wladimir Putin und seine lukrativen Posten bei russischen Konzernen. Nun ziehen offenbar auch engste Mitarbeiter Konsequenzen.

    01.03.2022

    Schröder ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft und hat auch Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2. Am vergangenen Donnerstag hatte er die Regierung in Moskau im Online-Netzwerk LinkedIn zwar aufgefordert, den Krieg in der Ukraine schnellstmöglich zu beenden. Von persönlichen Konsequenzen war aber nicht die Rede.

    Das Nachrichtenportal «The Pioneer» und die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» berichteten am Dienstag, nach mehr als 20 Jahren kehre Schröders langjähriger Büroleiter und Redenschreiber Albrecht Funk ihm den Rücken. Auch drei weitere Mitarbeiter gäben ihren Posten auf. Von Schröder und seinem Büro war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

  • 16.03 Uhr
    ETH unterstützt ukrainische Studierende und Forschende

    Die Leitung der ETH habe sich per E-Mail an ukrainische Studierende und Mitarbeitende der ETH gewendet und ihnen Unterstützung angeboten, berichtet das Magazin «ETHzürich»

    Zudem setze sich die ETH zusammen mit swissuniversities dafür ein, Studierende und Forschende aus der Ukraine zu unterstützen und aufzunehmen.

    ETH Zürich
  • 15.50 Uhr
    Russland warnt Menschen in Kiew vor Angriffen

    Die russische staatliche Nachrichtenagentur «Tass» meldet im Namen des Verteidigungsministeriums: «Um Informationsangriffe gegen Russland zu vereiteln, werden [russische Streitkräfte] technologische Objekte des SBU und des 72. wichtigsten PSO-Zentrums in Kiew angreifen. Wir fordern ukrainische Bürger, die von ukrainischen Nationalisten in Provokationen gegen Russland verwickelt worden sind, sowie Kiewer Einwohner, die in der Nähe von Relaisstationen leben, auf, ihre Häuser zu verlassen.»

  • 15.32 Uhr
    Moskau erklärt seine militärischen Ziele in der Ukraine

    Russland hat die Fortsetzung des Angriffs gegen die Ukraine bestätigt. «Die Gruppierung der Streitkräfte der Russischen Föderation führt weiterhin eine Spezial-Militäroperation durch, bis die gesetzten Ziele erreicht sind», sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

    Das Wichtigste sei, Russland «vor der militärischen Bedrohung durch westliche Länder zu schützen, die versuchen, das ukrainische Volk im Kampf gegen unser Land einzusetzen», sagte Schoigu.

    Er warf der Ukraine vor, mehrere Raketensysteme, Kanonen und Mörser in den Höfen von Wohngebäuden, in der Nähe von Schulen und Kindergärten aufgestellt zu haben. «Während militärischer Zusammenstösse zögert die ukrainische Seite nicht, Zivilisten als menschlichen Schutzschild zu missbrauchen», behauptete der Vertraute von Präsident Wladimir Putin, der am vergangenen Donnerstag den Angriff auf das Nachbarland Ukraine angeordnet hatte.

    Die Ukraine wiederum wirft Russland vor, auch Wohngebiete mit Raketen zu beschiessen. Die Angaben beider Seiten sind nicht unabhängig zu überprüfen.

    epa09793512 A man stands inside a shell crater in the aftermath of an overnight shelling on a military facility in Brovary near Kiev (Kyiv), Ukraine, 01 March 2022. Russian troops entered Ukraine on 24 February prompting the country's president to declare martial law and triggering a series of announcements by Western countries to impose severe economic sanctions on Russia. EPA/SERGEY DOLZHENKO
    Ein Mann steht in einem Krater nach der Bombardierung einer Militäranlage in Brovary, in der Nähe von Kiew, am 1. März 2022. 
    KEYSTONE
  • 14.53 Uhr
    Laut Witaly Klitschko steht die russische Armee kurz vor Kiew

    Der Text seines Instagram-Posts in deutscher Übersetzung: 

    «Die Situation ist schwierig. Der Feind steht an den Zufahrten zur Hauptstadt. Unsere Truppen und die Truppen der Verteidigungsstreitkräfte kämpfen heldenhaft für unser Land. Wir bereiten uns auf die Verteidigung Kiews vor. An den Eingängen der Stadt sind Befestigungsanlagen errichtet worden. Es wurden Straßensperren errichtet.»

    «Ich fordere alle auf, sich zurückhaltend zu verhalten. Gehen Sie nicht ohne äußerste Not auf die Straße. Bleiben Sie während des Alarms im Haus. Alle kritischen Infrastrukturen sind betriebsbereit. Der öffentliche Verkehr ist bis 19.00 Uhr eingeschränkt. Ab 20:00 Uhr ist Ausgangssperre, daran möchte ich Sie erinnern. Alle - bleiben Sie in den Häusern oder in Schutzräumen!»

    (...)

  • 14.23 Uhr
    Beitrittsgesuch der Ukraine wird ernsthaft geprüft

    EU-Ratspräsident Charles Michel hat der Ukraine eine ernsthafte Prüfung des Gesuchs um einen EU-Beitritt zugesagt. Das sei ein schwieriges Thema, und es gebe unterschiedliche Auffassungen der Mitgliedstaaten, sagte Michel am Dienstag im Europaparlament.

    «Aber der Rat wird sich da seiner Verantwortung nicht entziehen können.» Den russischen Angriff auf die Ukraine verurteilte er abermals scharf: «Dies ist geopolitischer Terrorismus, schlicht und einfach.»

    Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft an die Abgeordneten eindringlich für die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union geworben. Ein Beitrittsgesuch hat Selenskyj bereits gestellt.

    Für die EU geht es zunächst um die Entscheidung, ob die Ukraine offiziell den Status eines Beitrittskandidaten bekommt. Anschliessend würde ein Beitrittsabkommen ausgehandelt. Das nimmt normalerweise Jahre in Anspruch. Die EU-Staaten müssten eine Aufnahme letztlich einstimmig billigen.

  • 13.51 Uhr
    Selenskyj setzt Militärkommandanten für Kiew ein

    Angesichts der unsicheren Lage hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj für die Hauptstadt Kiew einen Militärkommandanten eingesetzt: General Mykola Schyrnow. Vitali Klitschko bleibe aber Bürgermeister von Kiew, «er wird seinen Verantwortungsbereich haben», sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag in einer Videobotschaft.

    Der 55-jährige General Schyrnow habe bereits seit 2014 Verteidigungsmassnahmen organisiert, begründete Selenskyj diesen Schritt. Nach dem Krieg werde alles wieder rückgängig gemacht. 

    Laut ukrainischem Verteidigungsministerium sind nördlich von Kiew russische Truppen in einer Entfernung von 15 bis 20 Kilometer zum Stehen gebracht worden. Auf dem linken Ufer des Flusses Dnipro bewege sich eine kilometerlange Militärkolonne aus Nordosten auf Kiew zu. Es wird eine Belagerung der Hauptstadt mit drei Millionen Einwohnern befürchtet.

    Zuvor hatte Selenskyj per Erlass die visafreie Einreise von Ausländer*innen angeordnet, die in einer internationalen Legion die Ukraine verteidigen sollen. Russische Staatsbürger*innen sind dem Dekret zufolge jedoch ausgeschlossen. 

  • 13.45 Uhr
    Anna Netrebko tritt doch nicht in Zürich auf

    Nach längeren Diskussionen steht fest: Die russische Sopranistin Anna Netrebko wird zwei geplante Auftritte Ende März am Opernhaus Zürich nicht wahrnehmen. Darauf habe man sich gemeinsam geeinigt, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. 

    Wegen ihrer Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin war das Engagement von Netrebko kritisiert worden. «Ein Auftritt von Anna Netrebko sollte nur stattfinden dürfen, wenn sie sich unverzüglich von Russland und Putin distanzieren würde», schreibt das Opernhaus in der Mitteilung. «Wir fanden insbesondere den zeitlichen Druck dieser Forderung nicht fair und haben der Künstlerin ganz bewusst Raum gegeben, die Situation zu reflektieren und eine eigene Position zu den Ereignissen zu finden und zu artikulieren.»

    Das Opernhaus nimmt die Sängerin zugleich in Schutz: Sie habe den Krieg in der Ukraine «ausdrücklich verurteilt und den Menschen in der Kriegsregion ihr Mitgefühl ausgedrückt», heisst es weiter. «Wir bewerten dieses Statement der Künstlerin positiv und nehmen zur Kenntnis, dass sie sich darüber hinaus nicht von Wladimir Putin distanzieren konnte.»

    epa08676513 (FILE) -Russian-Austrian soprano Anna Netrebko performs during the opening ceremony of the traditional 63rd Vienna Opera Ball at the State Opera, in Vienna, Austria, 28 February 2019. According to reports on 17 September 2020,  the star soprano Anna Netrebko  is hospitalized with pneumonia caused by the Coronavirus  EPA/FLORIAN WIESER *** Local Caption *** 55021371
    Anna Netrebko bei einem Auftritt in Wien.  
    Bild: EPA
  • 13.05 Uhr
    Teilnehmer verlassen bei Lawrow-Rede Saal in Genf

    Aus Protest gegen den russischen Krieg in der Ukraine haben Diplomaten in Genf vor der Rede des russischen Aussenministers Sergej Lawrow den Saal des UNO-Menschenrechtsrats verlassen. An der vorab koordinierten Aktion waren die deutsche Botschafterin Katharina Stasch sowie Dutzende weitere Delegationen beteiligt.

    Lawrow, der per Videolink zugeschaltet war, verlas eine lange Erklärung, in der er den Angriff auf die Ukraine mit Menschenrechtsverletzungen auf ukrainischer Seite rechtfertigte. Er wollte zunächst persönlich an der Sitzung teilnehmen. Die Reise wurde dann mit Verweis auf die Sperrung des europäischen Luftraums für russische Maschinen abgesagt. Der Menschenrechtsrat hatte am Montag mit seiner regulären Frühjahrssitzung begonnen.

    epa09793350 Ambassadors and diplomats walk out while Russia's foreign minister Sergei Lavrov (on screen) speaks during a pre-recorded video message at the 49th session of the UN Human Rights Council at the European headquarters of the United Nations in Geneva, Switzerland, 01 March 2022. The diplomats got up and left the room when Sergei Lavrov's pre-recorded video message began to play, in protest against Russia's invasion of Ukraine.  EPA/SALVATORE DI NOLFI / POOL
    Diplomaten verlassen während Lawrows Rede den Saal in Genf.
    EPA

    In seiner Rede warf Lawrow der Ukraine jahrelange Terrorisierung Angehöriger der russischen Minderheit vor. Ihre Menschenrechte seien auf vielfältige Weise verletzt worden. Der Westen habe nicht nur zugeschaut, sondern dies unterstützt. Er erwähnte mehrfach die USA, Kanada und die Europäische Union. Seit Mitte Februar seien mehr als 100'000 Menschen aus der Region Donbass nach Russland geflohen.

    Die Regierung in Kiew wolle ihr Land in ein «Anti-Russland» verwandeln, «um dem Westen zu gefallen», sagte Lawrow nach der englischen UNO-Übersetzung seiner Rede. Die westlichen Länder seien «besessen» von Sanktionen, die Lawrow als illegal bezeichnete. Sie zielten nach seiner Darstellung auf das normale Volk ab. «Der Westen hat eindeutig die Kontrolle über sich selbst verloren, weil er seine Wut an Russland auslassen will», sagte Lawrow laut Übersetzerin.

  • 12.53 Uhr
    «Wir wollen gleich sein, genau wie Ihr»

    «Wir wollen gleich sein, genau wie Ihr», sagt Wolodymyr Selenskij gerade in einer Videoansprache an das Europaparlament in Brüssel. In einem emotionalen Appell bat er darum, die Ukraine in die Gemeinschaft aufzunehmen.

    «Wir kämpfen für unsere Rechte, für unsere Freiheit, für unser Leben. Und nun kämpfen wir ums Überleben», sagte Selenskyj am Dienstag. «Aber wir kämpfen auch, um gleichwertige Mitglieder Europas zu sein.»

    «Die Europäische Union wird deutlich stärker mit uns sein. Das steht fest», sagte der ukrainische Präsident. «Ohne euch wird die Ukraine alleine sein.» Sein Land habe seine Stärke bewiesen. «Beweisen Sie, dass Sie an unserer Seite stehen. (...) Beweisen Sie, dass Sie tatsächlich Europäer sind.» Dann werde Leben gegen den Krieg gewinnen.

    Die Ukraine bezahle gerade den Preis für die Freiheit, sagte Selenskij und referierte über die Verluste – der Übersetzer des britischen Senders Sky News rang bei diesen Worten um Fassung.

    Die Parlamentsmitglieder erhoben sich nach dieser Rede: Nicht zum ersten Mal hat der ukrainische Präsident mit seiner Ansprache die Herzen der Politiker*innen erreicht. Der Beifall dauerte lange an, dann sprach der ukrainische Parlamentssprecher via Video.

  • 12.40 Uhr
    St. Galler Bevölkerung spendet Hilfsgüter

    Die St. Galler Bevölkerung zeigt grosse Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. Am Dienstagvormittag stapelten sich in St. Gallen haufenweise Wolldecken, Schlafsäcke, Kleider und Sanitätsmaterial. Bereits am Nachmittag sollen die ersten beiden Lastwagen mit Hilfsgütern Richtung Polen und Rumänien starten.

    «Die St. Galler Bevölkerung hat ein offenes Herz, wenn Not herrscht», sagte Jörg Köhler, Leiter des kantonalen Amtes für Militär und Zivilschutz, am Dienstagmorgen bei der Sammelstelle für die Hilfsgüter gegenüber Keystone-SDA. Die Zeit dränge. Die Menschen vor Ort wollten in der Nähe ihrer Heimat bleiben, um nach Kriegsende möglichst rasch wieder zurückkehren zu können, sagt Köhler.

    Helfer bringen taschenweise Hilfsgüter zur Sammelstelle. Die St. Galler Bevölkerung will den Menschen aus der Ukraine in der Not mit Sachspenden beistehen.
    Helfer bringen taschenweise Hilfsgüter zur Sammelstelle: Die St. Galler Bevölkerung will den Menschen aus der Ukraine in der Not mit Sachspenden beistehen.
    Keystone-SDA/Nathalie Grand

    Bereits sind 80 Paletten mit Wintersachen, Schlafsäcken und Küchenmaterial gefüllt – und die Hilfe nimmt nicht ab. Bei der Sammelstelle in St. Gallen fährt ein Auto nach dem anderen vor. «Wir wollen den Menschen in der Ukraine unbedingt helfen», sagt ein älterer Mann, der mit einer Tasche voll warmer Decken vorbeigekommen ist.

    Nebenan wird ein voll bepackter Lieferwagen ausgeräumt. Mitarbeiter eines Einrichtungshauses bringen Hilfsgüter. Sie stammen vom Geschäft und von den Angestellten, sagt der Fahrer. Ein Taxi fährt vor, eine Frau mit schweren Taschen steigt aus. Auch Spielsachen und Plüschtiere sind darunter.

    Bereits nach zwei Stunden waren in St. Gallen 80 Paletten mit Hilfsgütern für die Ukraine gefüllt.
    Bereits nach zwei Stunden waren in St. Gallen 80 Paletten mit Hilfsgütern für die Ukraine gefüllt.
    Keystone-SDA/Nathalie Grand

    Sortiert werden die Spenden vom Zivilschutz. «Wir haben uns spontan bereit erklärt, bei der Aktion zu helfen», sagt Ausbildungschef Fabian Lutz. Der Zivilschutz steuert Helmen und Sanitätsmaterial bei. «Das Echo ist riesig», sagt Köhler. Die Sammelaktion werde wahrscheinlich auch am Mittwoch noch weitergeführt, damit weitere Hilfsgüter nach Polen und Rumänien geliefert werden können.

  • 12.07 Uhr
    Lawrow wirft Ukraine Atom-Ambitionen vor