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Neue Explosion auf der Krim +++ Guterres trifft Selenskyj und Erdogan in Lemberg

Agenturen/Red.

16.8.2022

Russland: «Sabotage» Grund für Explosionen auf der Krim

Russland: «Sabotage» Grund für Explosionen auf der Krim

Nach Angaben aus Moskau sind die Explosionen auf einem russischen Militärstützpunkt auf der Krim auf «Sabotage» zurückzuführen. Kiew sprach von einer «Meisterleistung der ukrainischen Streitkräfte».

16.08.2022

Die jüngste Explosion auf der Krim ist symbolisch wichtig für Kiew — und ein Image-Desaster für Moskau. UN-Generalsekretär António Guterres trifft am Donnerstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in der Ukraine. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Agenturen/Red.

16.8.2022

Zum zweiten Mal innerhalb von rund einer Woche hat es auf der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim schwere Explosionen gegeben. In sozialen Netzwerken teilten Menschen am Dienstag seit dem Morgen Aufnahmen, die ein großes Feuer zeigen und auf denen Detonationsgeräusche zu hören sind. «Heute gehe ich wahrscheinlich nicht zur Arbeit», sagt eine Frau und filmt dabei dichte Rauchwolken, die in einiger Entfernung von ihrem Haus in den Himmel aufsteigen.

Getroffen wurde laut der Krim-Verwaltung ein Munitionslager im Norden. Es handelt sich um den militärischen Zwischenfall mit den bislang weitreichendsten Folgen in diesem Sommer auf der bei russischen Urlaubern beliebten Ferieninsel, die Moskau sich bereits 2014 einverleibt hatte.

Russlands Verteidigungsministerium sprach am Nachmittag von einem «Sabotageakt», infolge dessen im Gebiet Dschankoj eine Reihe von zivilen Objekten beschädigt worden sei – darunter Stromleitungen, ein Kraftwerk, Bahngleise sowie einige Wohngebäude. Schwerverletzte gab es demnach keine. Krim-Verwaltungschef Sergej Aksjonow sprach zuvor allerdings von zwei Verletzten. Mehr als 3000 Menschen mussten seinen Angaben zufolge in Sicherheit gebracht werden. In dem betroffenen Gebiet wurde der Notstand ausgerufen.

Auch der Zugverkehr in der Region wurde nach Angaben von Aksjonow unterbrochen. Menschen würden mit Bussen zu ihren Zielen gebracht, sagte er. Über Dschankoj gehen die Bahnverbindungen von Moskau über die neue Krimbrücke in die Hauptstadt Simferopol auf der Halbinsel. Die Züge von Moskau sollten nur noch bis Wladislawowka fahren. Weil der Flugverkehr eingestellt ist, nutzen viele Touristen in der Sommerzeit die Bahn, um in die Kurorte am Schwarzen Meer zu gelangen.

Wer für die Explosionen verantwortlich ist, war zunächst unklar. In Kiew jedenfalls wurde die Nachricht über das brennende russische Militärlager einmal mehr mit Genugtuung aufgenommen. Die Soldaten der ukrainischen Armee seien die besten Lieferanten für «gute Stimmung», schrieb der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Andrij Jermak, auf Telegram. «Die Krim gehört zur Ukraine», betonte er.

Guterres trifft Selenskyj und Erdogan in Lemberg

UN-Generalsekretär António Guterres trifft am Donnerstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in der Ukraine. Geplant ist ein Treffen in Lwiw (Lemberg) im Westen des von Russland überfallenen Landes, wie UN-Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York sagte.

Die Reise erfolge auf Einladung Selenskyjs, sagte Dujarric weiter. Ein Thema werde die Schwarzmeer-Getreideinitiative sein, bei der die Türkei eine entscheidende Rolle spiele. Auch werde ein bilaterales Treffen Selenskyjs mit Guterres erwartet.

Die UN und die Türkei hatten Ende Juli Vereinbarungen vermittelt, dass die Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges wieder Getreide über ihre Schwarzmeerhäfen ausführen darf. Die UN befürchtet Lebensmittelknappheit und Hunger in armen Teilen der Welt, wenn die Ukraine als ein wichtiger Getreidelieferant ausfällt.

UN-Generalsekretär António Guterres reist am Donnerstag in die Ukraine.
UN-Generalsekretär António Guterres reist am Donnerstag in die Ukraine.
Bild: Keystone/AP/Yuki Iwamura

Dujarric sagte weiter, es gebe «keinen Zweifel» daran, dass auch die gefährliche Lage um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja und eine angepeilte internationale Experten-Mission zu dem Kraftwerk angesprochen werde.

Das von Russland besetzte grösste Kernkraftwerk Europas wird seit Tagen beschossen. Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Die UN blieben derweil bei der Frage nach möglichen Gesprächen über Verhandlungen für einen dauerhaften Waffenstillstand vage: «Es gibt eine Reihe von Fragen, die angesprochen werden, der Konflikt im Allgemeinen, die Notwendigkeit einer politischen Lösung dieses Konflikts», sagte Dujarric.

Nach dem Treffen in Lemberg reise Guterres nach Odessa ans Schwarze Meer weiter, hiess es. Vor seiner Rückreise nach New York werde der UN-Chef am Samstag in Istanbul das gemeinsame Koordinationszentrum zur Überwachung von Getreideexporten über das Schwarze Meer besuchen. Es blieb zunächst unklar, ob der UN-Generalsekretär auch nach Kiew reist.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Woche nach einer Serie von Explosionen auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt auf der Halbinsel Krim ist dort ein Brand in einem Munitionslager ausgebrochen.
  • Dem ukrainischen Militär ist es nach eigenen Angaben gelungen, mehrere russische Angriffe im Osten und Norden des Landes zurückgeschlagen.
  • Der deutsche Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie rechnet mit ausreichenden Gasvorräten für den kommenden Winter.
  • Der Hollywood-Schauspieler Liev Schreiber und der frühere ukrainische Fussballstar Andrej Schewtschenko haben zu internationalen Spenden für die Ukraine aufgerufen.
  • Hier geht es zu den Ereignissen vom Montag.
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  • 21.33 Uhr
    Macron fordert Abzug der russischen Truppen von ukrainischem Akw Saporischschja

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Forderung nach einem Abzug der russischen Truppen vom Atomkraftwerk Saporischschja in der Südukraine bekräftigt. Macron habe in einem Telefongespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj seine «Besorgnis» über die Lage zum Ausdruck gebracht, erklärte der Elysée-Palast in Paris. Die Präsenz und die Einsätze der russichen Truppen an dem Akw sowie der allgemeine «Kriegskontext» seien eine «Bedrohung» für die Sicherheit der ukrainischen Atomanlagen. Macron fordere daher den Abzug der russischen Truppen.

    Die russische Armee hält das Atomkraftwerk Saporischschja seit März besetzt, seit Ende Juli wurde es wiederholt beschossen. Kiew und Moskau machten sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. Diese weckten Befürchtungen vor einer atomaren Katastrophe am grössten Atomkraftwerk Europas.

    Die ukrainische Regierung und ihre westlichen Verbündeten fordern eine entmilitarisierte Zone rund um das Akw und einen Abzug der russischen Truppen. Der UN-Sicherheitsrat hatte am vergangenen Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung zur Lage in Saporischschja abgehalten.

    Macron bekundete in dem Telefonat mit Selenskyj auch Unterstützung für die Forderung des Generaldirektors der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, auf freien Zugang zu der Atomanlage. Die beiden Präsidenten hätten sich «über die Modalitäten einer solchen Mission» ausgetauscht, erklärte der Elysée. Auch mit Grossi tausche sich der französische Präsident regelmässig über die geforderte Mission aus.

  • 20.56 Uhr
    Selenskyj zur Zeit vor Invasion: Wir wollten Panik vermeiden

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Verzicht auf offene Kriegsvorbereitungen vor dem 24. Februar damit begründet, sein Land habe nicht in Panik versetzt werden sollen. Die USA hätten ihn ab Herbst 2021 immer eindringlicher vor einer von Präsident Wladimir Putin befohlenen russischen Invasion gewarnt, sagte Selenskyj der US-Zeitung «Washington Post».

    Seine Führung habe einen wirtschaftlichen Zusammenbruch vermeiden und die Bevölkerung im Land halten wollen. Wenn er damals gesagt hätte, dass seine Landsleute Geld und Lebensmittel horten sollen, «dann hätte ich seit vergangenem Oktober jeden Monat sieben Milliarden US-Dollar verloren», sagte der Präsident. «Und wenn Russland dann angreift, hätten sie uns in drei Tagen erobert gehabt.»

    Selenskyj rechtfertigte sich: «Generell war unser inneres Gefühl richtig: Wenn wir unter den Leuten vor der Invasion Chaos säen, werden die Russen uns auffressen. Denn im Chaos fliehen die Leute aus dem Land.» Die Menschen in der Ukraine zu halten, sei der Schlüssel dazu gewesen, das Land zu verteidigen.

    Kritiker halten Selenskyj vor, dass er die Ukraine trotz Warnungen nicht besser auf die Invasion vorbereitet habe. Die «Washington Post» zeichnet in dem langen Artikel vom Dienstag nach, wie die Führung von US-Präsident Joe Biden im Herbst 2021 zum Schluss kam, dass Russland das Nachbarland auf alle Fälle angreifen werde. Die entsprechenden Geheimdiensterkenntnisse seien danach schrittweise mit den Verbündeten, mit der Ukraine und der Öffentlichkeit geteilt worden.

  • 19.57 Uhr
    Human Rights Watch wirft Russland Völkerrechtsverstösse vor

    Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat Russland erneut Verstösse gegen das humanitäre Völkerrecht und das Kriegsvölkerrecht vorgeworfen. Russische Streitkräfte hätten auf die zweitgrösste ukrainische Stadt Charkiw wiederholt rechtswidrige Angriffe verübt, bei denen Zivilisten getötet oder verletzt sowie Gesundheitseinrichtungen und Wohnungen beschädigt wurden, erklärte Human Rights Watch in Kiew. Alle dokumentierten Attacken fanden demnach in bewohnten Gebieten statt.

    Die Organisation warf Russland vor, dabei unter anderem explosive Waffen mit grossflächiger Wirkung und weitgehend geächtete Streumunition verwendet zu haben. Als Streumunition werden Raketen und Bomben bezeichnet, die in der Luft über dem Ziel bersten und viele kleine Sprengkörper freisetzen.

    Die Organisation wies darauf hin, dass vorsätzliche Angriffe auf Krankenhäuser oder medizinische Einrichtungen, die nicht ihrerseits zur Durchführung von Angriffen genutzt werden, Kriegsverbrechen darstellen.

    Den Angaben nach dokumentierte Human Rights Watch in Charkiw und dessen Nachbarstadt Derhatschi acht rechtswidrige Angriffe, bei denen zwölf Zivilisten getötet, 26 weitere verwundet und mindestens fünf Krankenhausgebäude beschädigt worden seien. Die Opferzahlen unter Zivilisten — darunter auch Kindern — seien seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine deutlich höher. Dabei bezieht sich Human Rights Watch auf Angaben des stellvertretenden Staatsanwaltes in der Region, wonach bislang 1019 Zivilisten getötet worden seien — darunter 52 Kinder.

  • 19.24 Uhr
    Moskau will zum zweiten Mal Flugabwehr S-400 an die Türkei liefern

    Russland geht trotz des Ukraine-Krieges weiter von einer zweiten Lieferung seiner hochmodernen Flugabwehr S-400 an das Nato-Mitglied Türkei aus. Der Vertrag sei unterschrieben, sagte der Leiter der russischen Behörde für Rüstungszusammenarbeit, Dmitri Schugajew, der Agentur Tass zufolge auf einer Waffenverkaufsschau bei Moskau. Die Übereinkunft sehe vor, dass ein Teil der Komponenten in der Türkei produziert werde.

    Aus Ankara kam eine ausweichende Stellungnahme. Es gebe keine neuen Entwicklungen bezüglich der Beschaffung des Raketenabwehrsystems S-400, hiess es von der Präsidentschaft der türkischen Verteidigungsindustrie. «Der Prozess wird gemäss der am ersten Tag getroffenen Vereinbarung fortgesetzt.»

    Gegen Kritik aus der Nato hatte die Türkei 2017 einen Vertrag mit Russland über den Kauf der S-400 geschlossen. Nach früheren Angaben sah schon der erste Vertrag die Lieferung von zwei Regimentern S-400 vor, und Russland lieferte 2019 auch schon das erste. Die Türkei testete die Waffe, stellte sie aber mit Blick auf US-Sanktionen nicht in Dienst. Das System kann anfliegende Flugzeuge und Raketen in einem Umkreis von 400 Kilometern bekämpfen.

    Die Türkei pflegt gute Beziehungen zu Moskau und Kiew und hat in dem Krieg an mehreren Stellen zu vermitteln versucht. Die USA befürchteten, dass Russland durch das S-400-System Einblick in die Technik moderner amerikanischer Kampfflugzeuge bekommen könne. Sie stoppten die Auslieferung von US-Kampfjets F-35 an die Türkei.

  • 18.59 Uhr
    USA testen Interkontinentalrakete über dem Pazifik

    Die USA haben nach eigenen Angaben über dem Pazifik erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet. Die Rakete vom Typ Minuteman III, die theoretisch mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann, sei in der Nacht zum Dienstag vom Vandenberg-Luftwaffenstützpunkt in Kalifornien gestartet und rund 6750 Kilometer bis zum Kwajalein-Atoll im südlichen Pazifik geflogen, teilte die US-Luftwaffe mit. Bei dem Test handelte es sich demnach ausdrücklich nicht um eine Reaktion auf das «aktuelle Weltgeschehen».

    Die Luftwaffe wollte die Rakete ursprünglich schon im März testen, hatte wegen der verschärften Spannungen mit Russland infolge des Angriffskriegs auf die Ukraine aber zunächst darauf verzichtet. Auch ein zweiter Termin Anfang August wurde verschoben, diesmal wegen der Spannungen mit China. Chinas Armee hatte nach dem Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan seine bisher grössten Militärmanöver in den Gewässern rund um die Insel abgehalten und dabei auch Raketen abgeschossen.

  • 18.40 Uhr
    Guterres trifft Selenskyj und Erdogan in Lemberg

    UN-Generalsekretär António Guterres trifft am Donnerstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und das türkische Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan in der Ukraine. Geplant ist ein Treffen in Lemberg, wie UN-Sprecher Stephane Dujarric in New York sagte.

    Danach werde Guterres nach Odessa ans Schwarze Meer weiterreisen und einen Hafen besuchen. Vor seiner Rückreise nach New York werde der UN-Chef in Istanbul das gemeinsame Koordinationszentrum zur Überwachung von Getreideexporten über das Schwarze Meer besuchen.

  • 17.34 Uhr
    Moskau macht Ukraine für Störung an russischem AKW verantwortlich

    Russland hat Störungen an einem seiner Atomkraftwerke in der Grenzregion zur Ukraine beklagt, und dafür Bürger des Nachbarlandes verantwortlich gemacht. In den vergangenen zwei Wochen hätten «ukrainische Sabotage-Gruppen» in dem Gebiet Kursk an insgesamt sechs Strommasten Sprengsätze gezündet, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB am Dienstag laut Agentur Interfax mit.

    Unabhängig überprüfbar waren die Anschuldigungen in Richtung Ukraine, gegen die Russland seit fast einem halben Jahr Krieg führt, nicht. Dem FSB zufolge kam es am Kernkraftwerk Kursk zwischenzeitlich zu «einer Störung des technologischen Betriebsprozesses».

    Der russische Geheimdienst erklärte, nach den Verantwortlichen werde gefahndet. Zudem sollen russische AKW-Anlagen offiziellen Angaben zufolge nun noch besser geschützt werden.

  • 17.21 Uhr
    Estland verlegt umstrittenes Sowjetpanzer-Monument

    In Estland haben die Behörden ein umstrittenes Sowjetpanzer-Monument nahe der estnisch-russischen Grenzstadt Narva demontiert und verlegt. Mit schwerem Gerät entfernten Arbeiter auf Regierungsbeschluss am Dienstag das Kriegsrelikt und brachten es mit einem Schwertransporter in das gut 200 Kilometer entfernte Estnische Kriegsmuseum nördlich der Hauptstadt Tallinn. Zusätzlich verschwanden nach einem Rundfunkbericht sechs weitere Monumente aus der Sowjetzeit aus dem Stadtbild der drittgrössten Stadt Estlands.

    Die Regierung in Tallinn hatte zuvor grünes Licht für die Entfernung von sowjetischen Denkmälern aus dem öffentlichen Raum des baltischen EU- und Nato-Landes gegeben. «Als Symbole von Repressionen und sowjetischer Besatzung sind sie zu einer Quelle zunehmender sozialer Spannungen geworden – in diesen Zeiten müssen wir die Gefahr für die öffentliche Ordnung so gering wie möglich halten», begründete Regierungschefin Kaja Kallas den auch von Staatspräsident Alar Karis unterstützten Beschluss.

    In Estland war nach Russlands Angriff auf die Ukraine über die Denkmäler eine öffentliche Debatte entbrannt. Im Mittelpunkt stand vor allem der nun abgebaute sowjetische T-34-Panzer nahe Narva im Osten des Landes. Er steht an dem Punkt, an dem die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg den gleichnamigen Fluss Narva überquerte und die deutschen Truppen aus der Stadt vertrieb.

    Unter den Einwohnern gab es Widerstand gegen den unter Polizeischutz erfolgten Abbau des Panzers, der nach Behördenangaben ohne grössere Zwischenfälle verlief. Die Verwaltung der Stadt, deren Bevölkerung zu mehr als 90 Prozent aus ethnischen Russen besteht, hatte es zuvor vermieden, selbst eine Entscheidung über die Zukunft des 1970 enthüllten Denkmals zu treffen. Deshalb fasste die Regierung ihren Beschluss, der Kallas zufolge auch den wichtigsten Verbündeten erklärt worden sei. Russland hatte zuvor gegen die Pläne protestiert.

  • 16.04 Uhr
    Putin gibt dem Westen Schuld für den Krieg in der Ukraine

    Kremlchef Wladimir Putin hat die USA und den Westen für das Blutvergiessen in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verantwortlich gemacht. Die westliche Allianz benutze die Ukrainer als «Kanonenfutter» für ihr Projekt «Anti-Russland», sagte Putin am Dienstag knapp sechs Monate nach Kriegsbeginn in einer Videobotschaft an die Teilnehmer der Moskauer Konferenz für internationale Sicherheit. Der Präsident beklagte einmal mehr die Lieferung schwerer Waffen aus den USA und anderen westlichen Ländern an die Ukraine.

    Schon zuvor hatte Putin den USA vorgeworfen, den Kampf bis zum letzten Ukrainer austragen zu wollen. Die USA und der Westen hingegen betonen, die Ukraine in ihrem Freiheitskampf um eine staatliche Unabhängigkeit gegen eine russische Vereinnahmung zu unterstützen.

    Putin warf den USA vor, ihre Aussenpolitik auf die Destabilisierung ganzer Regionen auszurichten – durch Provokationen, Umstürze und Bürgerkriege. Er selbst sieht sich im Westen angesichts der russischen Okkupation weiter Teile der Ukraine ebenfalls mit Vorwürfen einer imperialen Politik konfrontiert.

  • 15.29 Uhr
    Satellitenbilder zeigen ukrainischen Getreidefrachter in Syrien

    Gut zwei Wochen nach dem Verlassen eines ukrainischen Hafens ist der Getreidefrachter «Razoni» allem Anschein nach in Syrien wieder aufgetaucht. Das geht aus Satellitenbildern hervor, die die Nachrichtenagentur AP am Dienstag analysierte. Demnach lag das Schiff im syrischen Hafen Tartus vor Anker.

    Das Schiff war das erste, das nach der internationalen Vereinbarung über Getreidelieferungen aus der Ukraine wieder einen Schwarzmeerhafen verlassen hatte. Der geladene Mais sollte eigentlich in den Libanon geliefert werden, aber der Käufer dort nahm die Fracht nicht an. Stattdessen ankerte es am Montag um kurz vor 11 Uhr neben den Getreidesilos im Hafen von Tartus an der Mittelmeerküste, wie Satellitenaufnahmen des Unternehmens Planet Labs PBC zeigten. Seit Freitag hatte das Schiff keine Positionsdaten mehr gefunkt. Zuletzt war es vor der Küste Zyperns geortet worden.

    Die «Razoni» konnte auf dem Satellitenbild anhand ihrer Farbe und Grösse sowie der vier grossen weissen Kräne auf ihrem Deck identifiziert werden. Samir Madani, Mitgründer der Website TankerTrackers.com und Experte für die Verfolgung von Schiffen anhand von Satellitenbildern, identifizierte den Frachter ebenfalls anhand des Bildes. Das Schiff verliess Odessa am 1. August.

    Beim Frachter mit vier weissen Kränen und einem roten Deck (Bildmitte) dürfte es sich um die «Razoni» handeln.
    Beim Frachter mit vier weissen Kränen und einem roten Deck (Bildmitte) dürfte es sich um die «Razoni» handeln.
    Planet Labs PBC via AP
  • 15.15 Uhr
    Lindt & Sprüngli verlässt russischen Markt definitiv

    Der Luxusschokoladenproduzent Lindt & Sprüngli steigt nun definitiv aus dem russischen Markt aus. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Nach Angaben vom Frühling beschäftigte Lindt in dem Land zuletzt rund 120 Mitarbeitende, sie dürften dadurch ihre Arbeit verlieren. Man werde sie jedoch unterstützen und im Einklang mit den lokalen Vorschriften handeln, heisst es in der Mitteilung weiter.

    Finanzchef Martin Hug hatte bereits Ende Juli erklärt, das Unternehmen habe keine Pläne, in Russland wieder zu eröffnen. Damals liess er die Option einer Wiedereröffnung zu einem späteren Zeitpunkt allerdings noch offen. Nun steigt Lindt definitiv aus dem russischen Markt aus.

    Die Geschäftstätigkeit in Russland hatte Lindt im März eingestellt, ein paar Wochen nachdem die russischen Truppen in der Ukraine einmarschiert waren. Das Geschäft in Russland und der Ukraine machte zuletzt weniger als 1 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

    Maitre Chocolatier von Lindt und Sprüngli: Das Unternehmen zieht sich komplett aus Russland zurück (Archiv)
    Maitre Chocolatier von Lindt und Sprüngli: Das Unternehmen zieht sich komplett aus Russland zurück (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 14.23 Uhr
    Russische Rocklegende wegen Kritik am Krieg verurteilt

    Ein Gericht hat den russischen Rockstar Juri Schewtschuk wegen seiner Kritik am Ukraine-Krieg zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Sänger müsse den Höchstbetrag von 50'000 Rubel (775 Franken) zahlen, teilte das Gericht in der Stadt Ufa am Dienstag auf Telegram mit. Er habe bei einem Konzert «öffentlich dazu aufgerufen, den Einsatz der russischen Streitkräfte zu verhindern», hiess es in der Mitteilung. Im Wiederholungsfall drohen dem Sänger bis zu fünf Jahre Haft.

    Wegen coronabedingter Quarantäne konnte der 65-jährige Musiker nicht persönlich zu dem Gerichtstermin erscheinen. Stattdessen übermittelte er eine schriftliche Erklärung an seinen Anwalt. «Ich war immer gegen Krieg – in jedem Land, zu jeder Zeit», schrieb er darin. Alle politischen Probleme sollten diplomatisch gelöst werden, schrieb Schewtschuk weiter.

    Bei einem Konzert in Ufa im Mai hatte Schewtschuk vor seinem Publikum laut online verbreiteten Videos gesagt, dass «Vaterland nicht bedeutet, dem Präsidenten ständig in den A... zu kriechen». «Jetzt töten wir Menschen in der Ukraine, warum? Unsere Jungs sterben in der Ukraine, warum?», rief er der Menge zu.

    Als Kopf der in der ehemaligen Sowjetunion sehr bekannten Rockband DDT prangerte der Musiker im Laufe der Jahre wiederholt den Einfluss von Präsident Wladimir Putin an und stellte ihn 2010 sogar bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen zur Rede. 2014 kritisierte er Russlands Annexion der Krim.

    Der russische Rockmusiker Juri Schewtschuk im Jahr 2013.
    Der russische Rockmusiker Juri Schewtschuk im Jahr 2013.
    Bild: Von putnik
  • 14.11 Uhr
    Finnland verschärft Visa-Regeln für Russen

    Die finnische Regierung will ab September weniger Touristenvisa an russische Staatsbürger ausstellen. «Wir werden die Zahl der bewilligten Anträge auf ein Zehntel des aktuellen Niveaus begrenzen», sagte Finnlands Aussenminister Pekka Haavisto dem finnischen Rundfunk am Dienstag in Helsinki. Nach Informationen des Senders Yle werden in Finnland aktuell täglich rund tausend russische Visumsanträge bearbeitet.

    «Gleichzeitig wollen wir es leichter für Menschen machen, nach Finnland zu kommen, um zu arbeiten, zu studieren oder Verwandte zu besuchen», sagte Haavisto. «Es soll also Lösungen für diejenigen geben, die einen Grund haben, nach Finnland zu kommen, aber das gewöhnliche Touristenvisum soll schwieriger zu bekommen sein.»

    Während man in Finnland versucht habe, ukrainischen Flüchtlingen zu helfen, sei die Anzahl russischer Touristen im Land zuletzt hoch gewesen, sagte Haavisto. «Das war für viele Finnen schwer zu akzeptieren.» In Umfragen hatte sich eine Mehrheit der Menschen wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine dafür ausgesprochen, die Ausstellung von Touristenvisa an russische Reisende einzustellen.

  • 13.26 Uhr
    Moskau spricht nach neuer Explosion von «Sabotageakt»

    Nach der Explosion in einem Munitionsdepot auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat das Verteidigungsministerium in Moskau von einem «Sabotageakt» gesprochen. Bei dem Angriff sei am Dienstagmorgen ein Militärlager getroffen worden, teilte das Ministerium nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit.

    Es sei eine Reihe von zivilen Objekten beschädigt worden, darunter Stromleitungen, ein Kraftwerk und Bahngleise sowie einige Wohngebäude, hiess es. Es gebe keine Schwerverletzten. Es werde alles unternommen, um die Folgen zu beseitigen. Es war zunächst unklar, wer für die Explosion verantwortlich war.

    Der Verwaltungschef der Krim, Sergej Aksjonow, hatte am Morgen von einer Explosion in einem Dorf des Gebiets Dschankoj im Norden der Krim berichtet. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden. Auf Videos in den sozialen Netzwerken waren ein grosses Feuer und eine Rauchwolke zu sehen. Mehr als 3000 Menschen wurden den Behörden zufolge bis zum frühen Nachmittag in Sicherheit gebracht. Zuvor war von rund 2000 Evakuierten die Rede gewesen.

    Es war bereits der dritte militärische Zwischenfall in diesem Sommer auf der Krim – und der mit den weitreichendsten Folgen. Der Zugverkehr wurde eingeschränkt. Züge von Moskau sollten nur noch bis Wladislawowka fahren. Die Krim ist im Sommer beliebtes Ferienziel.

  • 13.16 Uhr
    Putin macht den USA schwere Vorwürfe

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat Washington vorgeworfen, mit dem Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan den Konflikt mit China absichtlich anzuheizen. Er sehe die Reise der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses nach Taiwan als Teil «einer gezielten, bewussten Strategie, um die Lage in der Region und in der Welt zu destabilisieren und ins Chaos zu stürzen», sagte Putin am Dienstag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede auf einer Sicherheitskonferenz in Moskau.

    Putin warf den USA auch vor, «den Konflikt in der Ukraine in die Länge zu ziehen». «Und sie handeln auf die gleiche Weise, indem sie die Möglichkeit eines Konflikts in Asien, Afrika und Lateinamerika fördern», führte er weiter aus.

  • 12.32 Uhr
    Ukraine erhält sechs Haubitzen von Lettland

    Zur Verteidigung gegen russische Truppen hat die Ukraine sechs Panzerhaubitzen von Lettland erhalten. «Zusammen werden wir siegen!», schrieb Verteidigungsminister Olexij Resnikow in der Nacht zum Dienstag bei Twitter. Es handele sich um sechs selbstfahrende Geschütze des US-amerikanischen Typs M109.

    Seit dem Beginn des russischen Einmarsches im Februar hat die Ukraine sieben verschiedene Haubitzentypen mit dem Nato-Kaliber von 155 Millimeter erhalten. Damit sollen die vorhandenen schweren Geschütze aus sowjetischer Produktion ersetzt werden, die weniger genau sind und für die es inzwischen an Munition mangelt. Lettland hatte der Ukraine ebenfalls vier Hubschrauber sowjetischer Bauart geliefert.

  • 11.25 Uhr
    Shoigu sieht «keine Notwendigkeit» für Atomwaffen-Einsatz

    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu sieht «keine Notwendigkeit» in der Ukraine Atomwaffen einzusetzen. Wie Schoigu  laut der Nachrichtenagentur Reuters in seiner Rede bei einer internationalen Sicherheitskonferenz in Moskau sagte, brauche es das nicht, «um die gesetzten Ziele zu erreichen». Berichte in den Medien, dass Moskau nukleare oder chemische Waffen einsetzen könnten, bezeichnete er demnach als «absolute Lügen».

    Schoigu sagte zudem, dass die Einsätze ukrainischer Truppen von den USA und Grossbritannien geplant würden. Die NATO habe die Zahl ihrer Soldaten in Ost- und Zentraleuropa um ein vielfaches erhöht.

    Unabhängig von den Aussagen Shoigus bringt Moskau immer wieder selbst die Gefahr eines Atomkrieges ins Spiel. Dmitri Medwedew, Ex-Präsident und derzeit stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats, schrieb etwa im Juli im Onlinedienst Telegram: «Die Idee, ein Land zu bestrafen, das über das grösste Atomwaffenarsenal verfügt, ist an und für sich absurd.»

    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu am 15. August 2022 mit Präsident Wladimir Putin auf der Sicherheitskonferenz bei Moskau. 
    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu am 15. August 2022 mit Präsident Wladimir Putin auf der Sicherheitskonferenz bei Moskau. 
    Bild: Keystone
  • 10.48 Uhr
    Biathlon-Weltverband will Russland und Belarus weiter ausschliessen

    Der Biathlon-Weltverband IBU spricht sich weiterhin für einen Ausschluss von Russland und dessen Verbündeten Belarus im Zuge des Ukraine-Krieges aus. Die IBU-Exekutive gab eine entsprechende Empfehlung für den Kongress vom 15. bis zum 18. September in Salzburg, solange gewisse Bedingungen nicht erfüllt seien.

    Der russische und belarussische Verband müssten sich klar vom Krieg in der Ukraine distanzieren und sicherstellen, dass keiner ihrer Funktionäre oder Athleten aktiv im russischen Militär tätig sind bzw. sich an den Kriegsanstrengungen beteiligen.

    Nach Beginn des Angriffskrieges am 24. Februar waren die Russen und Belarussen schon von den letzten drei Weltcups der Saison ausgeschlossen worden. Mehrere russische Verbände und Athleten haben bereits Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas gegen die Sanktionen eingelegt.

  • 10.23 Uhr
    Kiew: UNO-Schiff mit Getreide für Äthiopien ausgelaufen

    Das erste von den UNO gecharterte Schiff mit Getreide für Afrika hat die Ukraine verlassen. Die mit 23'000 Tonnen Weizen beladene «MV Brave Commander» sei am Dienstag vom Schwarzmeerhafen Piwdennji in der Stadt Juschne Richtung Dschibuti aufgebrochen, teilte das ukrainische Infrastruktur-Ministerium im Online-Dienst Telegram mit. Von dort aus solle das Getreide an Äthiopien geliefert werden.

    Die ukrainische Regierung hofft nach eigenen Angaben auf zwei bis drei baldige ähnliche Getreidelieferungen. Die Ukraine und Russland sind die grössten Getreide-Exporteure der Welt. Wegen des russischen Angriffskrieges waren monatelang alle Getreide-Exporte der Ukraine aus ihren Schwarzmeer-Häfen blockiert, was zu einer globalen Lebensmittelkrise beigetragen hatte. Im Juli einigten sich Russland, die Ukraine, die Türkei und die UNO auf ein Abkommen, um die Blockade zu überwinden. Die Exporte werden in Istanbul kontrolliert.

  • 9.41 Uhr
    London: Gefahr von See für Stadt Odessa grossteils gebannt

    Die Gefahr einer Landung russischer Truppen in der ukrainischen Hafenstadt Odessa vom Meer aus ist nach Ansicht britischer Militärexperten weitgehend gebannt. Das geht aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London hervor, das am Dienstag veröffentlicht wurde. «Das bedeutet, die Ukraine kann Ressourcen verlegen, um die russischen Bodentruppen an anderen Orten unter Druck zu setzen», so das Fazit der Briten. Für eine sogenannte amphibische Landung von Truppen und Material mithilfe spezieller Schiffe ist kein Hafen nötig.

    Die russischen Schiffe sind London zufolge nur noch eingeschränkt in der Lage, die Invasionsbemühungen Moskaus in der Ukraine effektiv zu unterstützen. Demnach nehmen sie eine «extrem defensive Haltung» ein. Abgesehen von den U-Booten blieben sie stets in Sichtweite der Küste der von Russland besetzten Halbinsel Krim. Das stehe im Kontrast zu der erhöhten Aktivität russischer Schiffe in anderen Meeren in dieser Jahreszeit, so die Mitteilung.

    Zwar feuerten russische Schiffe weiterhin Langstrecken-Raketen ab, doch die Flotte habe Schwierigkeiten, die Seeherrschaft auszuüben. Geschwächt worden sei sie vor allem durch den Verlust ihres Flaggschiffs «Moskwa», einer erheblichen Zahl ihrer Flugzeuge sowie der Kontrolle über die Schlangeninsel.

    Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmässig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

  • 8.49 Uhr
    Brand und Explosion auf Krim-Militärbasis

    Auf einer russischen Militärbasis auf der Halbinsel Krim ist nach Angaben Moskaus ein Brand ausgebrochen und danach Munition explodiert. Das Feuer sei gegen 05.15 Uhr (MESZ) in einem provisorischen Munitionslager des Stützpunkts im Bezirk Dschankoj im Norden der von Russland annektierten Halbinsel ausgebrochen, hiess es in einer von den russischen Nachrichtenagenturen veröffentlichten Erklärung des Verteidigungsministeriums in Moskau. Nach Angaben des Gouverneurs der Krim wurden zwei Zivilisten verletzt.

  • 7.50 Uhr
    Kiew meldet Abwehrerfolge gegen russische Angriffe

    Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben Dutzende russische Angriffe im Osten und Norden des Landes zurückgeschlagen. Ein Versuch russischer Truppen, auf Kramatorsk im Donbass vorzustossen sei vollständig gescheitert, erklärte der Generalstab am Montag. Die Angreifer hätten sich in wildem Durcheinander auf ihre Ausgangspositionen zurückgezogen. Auch ein russischer Angriff auf Bachmut sei misslungen.

    Im Norden des Landes hätten die russischen Invasoren versucht, Verteidigungsstellungen in der Region Charkiw zu durchbrechen, erklärte der Generalstab auf Facebook weiter. Sie seien jedoch zurückgeschlagen worden.

    Ukrainische Soldaten Mitte Juni in der Region Donezk. (Archiv)
    Ukrainische Soldaten Mitte Juni in der Region Donezk. (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 4.30 Uhr
    Ukraine-Krieg Thema bei Scholz-Treffen in Stockholm

    Am zweiten Tag seiner Skandinavien-Reise trifft der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) in Schwedens Hauptstadt Stockholm Ministerpräsidentin Magdalena Andersson. Bei dem Antrittsbesuch wird es auch um die Lage in der Ukraine gehen. Zudem dürfte der geplante Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands Thema sein. 23 von 30 Mitgliedstaaten haben schon zugestimmt, darunter auch Deutschland. Unter anderem fehlt noch die Türkei, die den Aufnahmeprozess lange blockiert hatte.

    Ein Mann in einer bei russischem Beschuss zerstörten Wohnung in der Grossstadt Nikopol im Süden der Ukraine. (15. August 2022)
    Ein Mann in einer bei russischem Beschuss zerstörten Wohnung in der Grossstadt Nikopol im Süden der Ukraine. (15. August 2022)
    Bild: Keystone/AP Photo/Kostiantyn Liberov
  • 4 Uhr
    Selenskyj fordert Russland zum Rückzug aus AKW auf

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland erneut mit Nachdruck zum Rückzug seiner Soldaten aus dem Atomkraftwerk (AKW) Saporischschja aufgefordert. Er warnte einmal mehr auch vor den Folgen einer möglichen nuklearen Katastrophe. «Jeder radioaktive Zwischenfall im Atomkraftwerk Saporischschja könnte auch zu einem Schlag gegen die Staaten der Europäischen Union und gegen die Türkei und gegen Georgien und gegen die Staaten weiter entfernter Regionen werden», sagte der Staatschef in einer am Montagabend in Kiew verbreiteten Videobotschaft. «Alles hängt nur von der Richtung und der Stärke des Windes ab», sagte Selenskyj.

    Das von Russland besetzte grösste Kernkraftwerk Europas wird seit Tagen beschossen. Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Selenskyj sagte, dass Russland sich ohne Bedingungen aus dem Kraftwerk zurückziehen müsse. Zugleich bekräftigte er seine Forderungen vom Wochenende nach Sanktionen gegen den russischen Atomkonzern Rosatom und die gesamte Nuklearindustrie des «Terrorstaates».

    Die internationale Gemeinschaft müsse handeln, betonte er. «Wenn die Welt jetzt nicht die Kraft aufbringt und die Entschlossenheit, um eine Atomanlage zu schützen, dann heisst das, dass die Welt verliert», sagte Selenskyj. Es gehe um den Schutz vor radioaktiver Verstrahlung. Nach Angaben der Besatzungsvertreter werden bisher keine erhöhten Strahlenwerte gemessen.

    Die Ukraine wirft Russland vor, mit dem Beschuss «atomaren Terror» zu betreiben. Besatzungsvertreter Wladimir Rogow wiederum hatte mitgeteilt, ukrainische «Terroristen» feuerten die Schüsse ab. Er hatte auch eine Feuerpause vorgeschlagen. Eine Übergabe des Kernkraftwerks lehnt Russland aber ab. Kiew hat das Kraftwerksgelände eigenen Angaben nach auch selbst bereits mit Kampfdrohnen angegriffen.

    Russischer Militärkonvoi nahe des Atomkraftwerks Saporischschja in der Südostukraine. (Archivbild)
    Russischer Militärkonvoi nahe des Atomkraftwerks Saporischschja in der Südostukraine. (Archivbild)
    Bild: Keystone/AP Photo

    Die Ukraine beschuldigt die russischen Truppen, das AKW als Festung zu nutzen, um von dort auf die am anderen Ufer des Dnipro-Stausees liegenden Kleinstädte Nikopol und Marhanez zu schiessen. Russland hingegen behauptet, die Ukraine beschiesse die Anlage mit Drohnen, schwerer Artillerie und Raketenwerfern. In den meisten Fällen fange die russische Luftwehr die Geschosse ab, hiess es. Dennoch sei bereits Infrastruktur auch im Bereich des dortigen Atommülllagers getroffen worden. Eine erhöhte Radioaktivität wurde nach Angaben von Experten bisher nicht registriert.

  • 2.30 Uhr
    Dschihadisten töten in Mali vier Söldner von Wagner Truppe

    Dschihadisten haben in Mali nach eigenen Angaben vier Angehörige der russischen Söldner-Truppe Wagner getötet. Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Miliz Unterstützungsgruppe für den Islam und die Muslime (GSIM) gibt in einer am Montag von dem spezialisierten US-Unternehmen Site authentifizierten Erklärung an, die Söldner am Samstag in einem Hinterhalt im Zentrum des Landes getötet zu haben.

    Eine Gruppe von Wagner-Söldnern sei in der Region von Bandiagara auf Motorrädern unterwegs gewesen, heisst es in der Erklärung. Die «Soldaten Allahs» hätten vier von ihnen getötet, die anderen Söldner hätten die Flucht ergriffen.

    Zwei örtliche Vertreter bestätigten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass am Wochenende vier Russen in der Region Bandiagara von Dschihadisten getötet worden seien. Auch aus Spitalkreisen wurden die Angaben bestätigt.

    Westliche Staaten verurteilen immer wieder einen Einsatz der berüchtigten Söldnertruppe, die dem Kreml nahestehen soll, in Mali. Söldner der Gruppe sind auch in der Ostukraine im Einsatz. Die Regierung in Bamako weist dies zurück und spricht von russischen «Ausbildern». Russland bestätigte im Mai eine Präsenz von Wagner in Mali, betonte aber, es gebe keine Verbindungen zu Moskau. Der Einsatz von Wagner hat die Spannungen zwischen der in Mali herrschenden Militärjunta und westlichen Staaten deutlich verschärft.

  • 0.40 Uhr
    Erdgas-Verband erwartet keine Energie-Engpässe im Winter

    Der deutsche Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) rechnet mit ausreichenden Gasvorräten für den kommenden Winter. Allerdings nur, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert. «Wenn die Versorgungslage einschliesslich der russischen Lieferungen so bleibt wie sie ist, werden wir bei normalen Witterungsbedingungen und der Umsetzung der Einsparbemühungen die Gasspeicher so wie geplant gefüllt bekommen können», sagte Hauptgeschäftsführer Ludwig Möhring der «Bild»-Zeitung vom Dienstag. Dann könne Deutschland im November «mit den beabsichtigten Füllständen der Speicher in den Winter gehen».

    «Die Russen liefern gerade erheblich weniger», sagte Möhring weiter. «Wenn diese Mengen weitergeliefert werden und wenn wir einen milden Winter haben und weiter Gas sparen, können die gelieferte Menge aber trotzdem reichen.»

    Ein Sprecher der Bundesnetzagentur warnte aber gegenüber «Bild», allein aus den Speichern werde sich «die deutsche Gasversorgung im Winter nicht gewährleisten lassen». «Man kann sehr grob in einem durchschnittlichen Winter davon ausgehen, dass die Mengen aus den Speichern etwa zweieinhalb Monate reichen.» Reduzierte Lieferungen russischen Gases haben Befürchtungen vor Versorgungsengpässen im Winter geweckt.

  • 0 Uhr
    Hollywood-Star und Ex-Fussballer rufen in Ukraine zu Spenden auf

    Der Hollywood-Schauspieler Liev Schreiber und der frühere ukrainische Fussballstar Andrej Schewtschenko haben zu internationalen Spenden für die Ukraine aufgerufen. Beide besuchten am Montag ein durch russisches Bombardement schwer beschädigtes Wohngebiet in Borodjanka, etwa 50 Kilometer nördlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew. «Leute betrachten es als einmalige Sache. Aber wie Sie sehen können, leben Menschen jeden Tag damit», sagte Schreiber mit Blick auf die Verwüstungen in der Siedlung unweit des Kiewer Vororts Butscha, wo nach dem Rückzug der russischen Truppen Ende März Hunderte tote Zivilisten entdeckt worden waren.

    Ukrainische Behörden haben erklärt, in dem Gebiet seien 16'000 Wohngebäude beschädigt worden. Schreiber hat teils ukrainische Vorfahren und ist an mehreren Wohltätigkeitsinitiativen für das von Russland angegriffene Land beteiligt. Vor dem Besuch in Borodjanka traf er sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj.

    Bereits eine Reihe von Hollywood-Stars hat die Ukraine während des Krieges besucht, darunter Angelina Jolie, Sean Penn und Ben Stiller.