UkraineSelenskyj kritisiert russische Missachtung der Feuerpause
SDA
10.5.2026 - 20:10
ARCHIV – Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, gibt bei der 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) eine Pressekonferenz. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Keystone
Trotz einer aktuell geltenden Feuerpause setzen russische Truppen nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Angriffe «in den für sie entscheidenden Richtungen» fort. In seiner abendlichen Videoansprache sagte Selenskyj, dass Russland in den vergangenen 24 Stunden rund 150 Angriffsaktionen gestartet habe. «Das heisst, an der Front hält sich die russische Armee nicht an die Waffenruhe und versucht es auch nicht besonders.»
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10.05.2026, 20:10
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Auch das russische Militär wirft der Gegenseite fortwährende Provokationen und Angriffe vor. Unter anderem sollen in Belgorod vier Menschen durch nicht näher beschriebene ukrainische Angriffe verletzt worden sein. Eine unabhängige Überprüfung dieser mutmasslichen Verstösse war nicht möglich.
Nach Vermittlung von US-Präsident Donald Trump hatten sich Russland und die Ukraine auf eine dreitägige Feuerpause aus Anlass der Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg geeinigt. Die Vereinbarung gilt bis inklusive Montag. Sollte Russland dann beschliessen, «zu einem umfassenden Krieg zurückzukehren», werde die Ukraine umgehend reagieren und in gleicher Weise antworten.
Selenskyj bestätigte den von den USA vermittelten Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen mit Russland. «Der Gefangenenaustausch – 1.000 gegen 1.000 – wird vorbereitet und soll stattfinden», sagte Selenskyj. Die russische Seite habe bereits eine Liste mit den Namen erhalten. Am Vorabend hatte Kremlchef Wladimir Putin behauptet, von Kiew noch keine Antwort auf den erwarteten Austausch erhalten zu haben.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
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