Selenskyj-Vertrauter warnt«Es wäre das Ende der Schweizer Waffenindustrie»
SDA/phi
7.10.2023 - 09:38
David Arachamija geht mit der Schweit hart ins Gericht.
Archivbild:IMAGO/SNA
David Arachamija kritisiert die Schweiz: Der Vertraute des ukrainischen Präsidenten stört sich daran, dass Käufern von hiesigen Rüstungsgütern die Weitergabe der Waffen nicht erlaubt wird.
Keystone-SDA, SDA/phi
07.10.2023, 09:38
07.10.2023, 11:19
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Der Selenskyj-Vertraute David Arachamija kritisiert, dass Käufer von Schweizer Waffen diese nicht weitergeben dürfen.
Damit schade sich die Schweizer Rüstungsindustrie selbst.
Arachamija hält die Neutralität für nicht mehr zeitgemäss.
Der Fraktionsvorsitzende der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, hat die Schweiz wegen ihrer Haltung zu Waffenlieferungen kritisiert. Damit schade sie sich selbst, sagte er in einem Interview. Sie verliere ihre Waffenindustrie.
«Die Schweizer leben nach dem Neutralitätsparadigma. Ich verstehe, warum sie so denken, und es ist in Ordnung für mich, dass sie keine Waffen direkt an die Ukraine verkaufen», sagte Arachamija den CH-Media-Zeitungen vom heutigen Samstag. «Aber ihren Kunden diese Freiheit zu verweigern, wird der schweizerischen Industrie schaden.»
«Wenn die Schweiz diese Praxis fortsetzt, wird sie ihren Waffenmarkt vollständig verlieren», erklärte der Vertraute des ukrainischen Präsidenten. «Es wäre das Ende der Schweizer Waffenindustrie.» Die Ukraine wurde wegen des seit Februar 2022 andauernden russischen Angriffskriegs zu einem Zentrum des globalen Waffenhandels. Man kenne alle grossen Verträge in jedem Land, sagte Arachamija.
«Ist es wirklich im Interesse der Schweiz?»
Früher hätten alle Händler gefragt, ob ein möglicher Deal den Regelungen des internationalen Waffenhandels entspreche, also den strengen Regeln der USA zur Wiederausfuhr unterliege. «Jetzt fragen alle, ob etwas schweizerische Komponenten hat», sagte Arachamija. «Die Leute wollen dieses Zeug nicht kaufen. Sie wollen kein Geld bezahlen und nicht die Freiheit haben, es weiterzugeben, an wen sie wollen.»
Ein Vertrauter des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, kritisiert die Schweiz wegen ihrer strengen Haltung zum Waffenexport.
Archivbild:Keystone
Schweizer Politikerinnen und Politiker sollten gemäss dem Ukrainer an die Zukunft der Fabriken in ihren Kantonen denken. «Ist es wirklich im Interesse der Schweiz, dass eine Fabrik letztendlich geschlossen wird? Oder dass Hunderte von Menschen entlassen werden?»
Das Konzept der Neutralität hielt der Selenskyj-Vertraute für wenig zukunftsträchtig. «Die Neutralität hat den Menschen in der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen. Aber ich glaube nicht, dass Neutralität in der heutigen Welt noch funktioniert.»
Der Selenskyj-Vertraute hoffte auch auf mehr Investitionen der Schweiz in der Ukraine. «Die Schweiz war schon immer ein Spezialist im Finanzmarkt. Sie hilft uns auch sehr im Bereich der Minenräumung. Sie könnte aber noch stärker auf Investitionen fokussieren.» Rüstungsunternehmen könnten Joint Ventures in der Ukraine eröffnen.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
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Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
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Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
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