PolitikSeltener Protest in Ägypten nach Rede Al-Sisis zu Kandidatur
SDA
3.10.2023 - 16:05
Die gestrige Rede des ägyptischen Präsidents Abdel Fattah al-Sisi löste in einer Stadt im Norden des Landes Protest aus. Foto: Egyptian President Office/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa
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Nach der Ankündigung einer Kandidatur um eine dritte Amtszeit für Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi ist es an der Nordküste des Landes zu einem seltenen Protest gekommen. Dutzende Menschen rissen dort Banner mit Al-Sisis Antlitz herunter und trampelten darauf herum, wie Augenzeugen am Dienstag berichteten. Mindestens ein Banner wurde angezündet, wie auf Videos in sozialen Medien zu sehen war. Sicherheitskräfte hätten die Massen im Ort Marsa Matruh im Nordwesten auseinandergetrieben, hiess es.
Keystone-SDA
03.10.2023, 16:05
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Al-Sisi hatte am Montagabend bei einer im Fernsehen ausgestrahlten Ansprache verkündet, bei der Präsidentschaftswahl im Dezember erneut antreten zu wollen. Tausende Unterstützer versammelten sich dazu an öffentlichen Plätzen des nordafrikanischen Landes und jubelten nach seiner Rede. In Marsa Matruh schlug die Stimmung laut Augenzeugen bei einer ähnlichen Versammlung von Unterstützern am Abend dann um.
Das ägyptische Innenministerium sprach dagegen von einem «Streit zwischen einigen jungen Leuten». Die Sicherheitsbehörden hätten die Verantwortlichen des Vorfalls dann festgenommen.
Al-Sisi war 2013 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen und regiert Ägypten seitdem mit harter Hand. Zu erwarten ist, dass ihn die Wahlbehörden auch diesmal mit grossem Abstand zum Gewinner der Abstimmung erklären. Nur dank einer Verfassungsänderung von 2019 darf er für eine dritte Amtszeit kandidieren, die zudem von vier auf sechs Jahre verlängert wurde – also bis 2030 dauern würde.
Proteste sind in Ägypten äusserst selten. Die Meinungs- und die Versammlungsfreiheit in dem Land mit etwa 105 Millionen Einwohnern ist stark eingeschränkt, Demonstrationen sind faktisch verboten. Kritiker werden in Ägypten Menschenrechtlern zufolge mit drastischen Methoden verfolgt und ihre Stimmen unterdrückt.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
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