Lebenslange Haft für 83-Jährigen Senior erschiesst ahnungslose Geldbotin nach Enkeltrick-Anruf

Lea Oetiker

26.1.2026

Eine Dashcam filmte den Vorfall und zeigte, dass es keine Notwehr war.
Eine Dashcam filmte den Vorfall und zeigte, dass es keine Notwehr war.
Screenshot Twitter

Nach einem «Enkeltrick»-Betrug ist ein 83-jähriger Mann im US-Bundesstaat Ohio zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte eine ahnungslose Uber-Fahrerin erschossen, die er für eine Betrügerin hielt.

Lea Oetiker

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein 83-Jähriger aus Ohio wurde nach einem «Enkeltrick»-Betrug zu lebenslanger Haft verurteilt.
  • Er erschoss eine Uber-Fahrerin, die er irrtümlich für eine Komplizin hielt.
  • Eine Dashcam widerlegte seine Notwehrbehauptung.

In den USA ist ein 83-jähriger Mann wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, nachdem er im Zuge eines sogenannten «Enkeltrick»-Betrugs eine unbeteiligte Uber-Fahrerin erschossen hatte. Das Geschworenengericht im US-Bundesstaat Ohio sprach William J. Brock in Springfield schuldig, wie CNN berichtet.

Der Fall hatte im März 2024 begonnen, als Betrüger Brock telefonisch vorgaukeln, ein Angehöriger sitze in Haft und könne nur gegen eine Kaution von 12'000 Dollar freikommen. Zur selben Zeit erhielt Uber-Fahrerin Lo-Letha Toland-Hall den Auftrag, bei Brock ein Paket abzuholen – nicht ahnend, dass es sich um das vermeintliche Kautionsgeld handelte.

Als die 61-Jährige an Brocks Haus im Ort South Charleston eintraf, glaubte der Senior offenbar, sie sei Teil der Betrugsmasche. Er feuerte sechs Schüsse ab und tötete die Frau auf der Stelle. Eine Dashcam in ihrem Wagen zeichnete den Vorfall auf und wurde im Prozess als entscheidendes Beweismaterial gezeigt.

Keine Notwehr

Brocks Verteidigung berief sich auf Notwehr, doch die Geschworenen folgten dieser Darstellung nicht. Das Gericht sprach den Rentner des Mordes, der schweren Körperverletzung und der Entführung schuldig, da er die Fahrerin unter Waffengewalt an der Flucht gehindert hatte.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war Toland-Hall unbewaffnet und stellte zu keinem Zeitpunkt eine Bedrohung dar. Die Hintermänner der Betrugsanrufe konnten bislang nicht identifiziert werden.