Late Night USA Trump ist wieder eingeschlafen – Jimmy Kimmel weiss warum

Philipp Dahm

4.12.2025

Während RFK Jr. (links) spricht, döst Donald Trump (rechts) in der gestrigen Kabinettssitzung vor sich hin: «Wenn du bei der Stimme schlafen kannst, bist du wirklich müde», lästert Kimmy Kimmel über den Gesundheitsminister.
Während RFK Jr. (links) spricht, döst Donald Trump (rechts) in der gestrigen Kabinettssitzung vor sich hin: «Wenn du bei der Stimme schlafen kannst, bist du wirklich müde», lästert Kimmy Kimmel über den Gesundheitsminister.
Bild: YouTube/Jimmy Kimmel Live

Kein Wunder, dass Donald Trump in seiner Kabinettssitzung vor laufenden Kameras wegdämmert: Am Vorabend hat er in 5 Stunden 160 Posts abgesetzt. Da helfen auch die Schmeicheleien seiner Minister nicht, sagt Jimmy Kimmel in seiner Show.

Philipp Dahm

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Am Vorabend seiner im TV übertragenen Kabinettssitzung lässt Donald Trump in 5 Stunden durchschnittlich alle 2 Minuten einen Post oder Re-Post absetzen.
  • «Jimmy Kimmel Live» zerlegt die Kabinettssitzung, in denen Trump ein Best-of seiner selbst gibt. Zum Beispiel döst er vor laufenden Kameras mehrfach ein.
  • Die Minister schmieren dem Präsidenten Honig um den Bart.
  • Was Kimmel zu einigen Ministern zu sagen hat.

«Ich weiss, ich habe es schon oft gesagt, aber unser Präsident ist letzte Nacht wirklich komplett entgleist», beginnt der Monolog von «Jimmy Kimmel Live».

Was ist nun passiert? «Der Mann, der angeblich das Land führt, hat eine Flut von Posts und Re-Posts rausgehauen – in einem furiosen Social-Media-Blitzkrieg, der um 19.09 Uhr angefangen hat und nonstop fast bis Mitternacht gedauert hat» erklärt Jimmy Kimmel. «Von 19 bis 24 Uhr hat er 160 Mal gepostet.»

Kimmel rechnet für uns: «Das ist im Durchschnitt [ein Post] alle zwei Minuten – für fünf Stunden am Stück. Ich zeige euch, wie das aussieht», lacht der Late-Night-Host – und die Kamera zieht den Winkel auf:

Trumps Social-Media-Marathon viusalisiert: «Wisst ihr, wie lange man auf dem Klo sitzen muss, um so viel zu posten? Was isst er nur?», scherzt der Moderator.
Trumps Social-Media-Marathon viusalisiert: «Wisst ihr, wie lange man auf dem Klo sitzen muss, um so viel zu posten? Was isst er nur?», scherzt der Moderator.
Bild: YouTube/Jimmy Kimmel Live

Trump deckt denn auch eine ganze Bandbreite von Themen ab, führt Kimmel aus: «Einer seiner Posts war ein Clip von seinem Auftritt in ‹Kevin – Allein in New York›, was, wie ich ehrlich glaube, das letzte Mal war, dass Donald Trump glücklich war.»

Was kam nach dem «Manic-Monday-Marathon»?

Nach einer kurzen Nachtruhe sei Trump bereits um 5.48 Uhr wieder online gewesen, staunt der Moderator. «Truth Social ist das Beste! Nichts kommt auch nur nahe!!!» – das schreibt der US-Präsident frühmorgens über seine eigene Plattform. «Ich weiss nicht», wendet Kimmel ein, «ich finde, Chlamydien sind besser, aber das ist bloss meine Meinung.»

Der Late-Night-Moderator fragt sich: «Was hat Melania während dieses ‹Manic Monday›-Marathons gemacht? Hat sie sich unter dem Weihnachtsbaum versteckt?» Sicher ist: Nach dem Post-Marathon ist Trump für ein weiteres All-Star-Treffen seines Kabinetts zur Arbeit gegangen.

Spoiler-Alarm: Trumps abendliche Truth-Social-Tour wird sich rächen.
Spoiler-Alarm: Trumps abendliche Truth-Social-Tour wird sich rächen.
Bild: YouTube/Jimmy Kimmel Live
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50 Staaten, 330 Millionen Menschen und noch mehr Meinungen: Wie soll man «Amerika verstehen»? Wer den Überblick behalten will, ohne dabei aufzulaufen, braucht einen Leuchtturm. Die Late-Night-Stars bieten eine der besten Navigationshilfen: Sie sind die perfekten Lotsen, die unbarmherzig Untiefen bei Land und Leuten benennen, und dienen unserem Autor Philipp Dahm als Komik-Kompass für die Befindlichkeit der amerikanischen Seele.

Im Einspieler ab 2:30 Minute berichtet Trump in der Kabinettssitzung, man habe durch die Zölle «buchstäblich Billionen von Dollar» eingenommen und werde dem Volk «eine schöne Dividende» geben. «Und ich glaube, irgendwann in nicht zu ferner Zukunft, wird man nicht mal mehr Einkommenssteuer zahlen müssen», meint der 79-Jährige.

«Nun, er muss es wissen», lästert Kimmel: «Er zahlt ja seit vielleicht 50 Jahren keine Einkommenssteuer.» Niemand nehme dem Präsidenten ab, dass die Einkommenssteuer wegfalle. «Er ist wie das Kind, das Schülersprecher werden will und Süssgetränke in den Wasserspendern verspricht: Es macht keinen Sinn.»

Weiter habe Trump mal wieder über seinen Gesundheitstest gesprochen, den er «gemeistert» habe, fährt Kimmel fort. Auslöser ist wohl ein Bericht der «New York Times», nach dem Trump deutlich weniger arbeite als noch in seiner ersten Amtszeit. 

Der Präsident zeige Anzeichen von Ermüdung, schreibt die US-Zeitung. «Sieht das wie ein Mann aus, der Anzeichen von Ermüdung zeigt?», fragt Kimmel – und natürlich folgt ab 3:33 Minute ein Zusammenschnitt, der zeigt, wie der 79-Jährige immer wieder wegdämmert.

Trump dozes while Marco Rubio speaks to him directly next to him. Just insane optics.

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— Aaron Rupar (@atrupar.com) 2. Dezember 2025 um 19:46

«Natürlich ist er müde, er war die ganze Nacht wach und hat gepostet!», lacht Kimmel. Und als er wach gewesen sei, habe er gelogen – über sinkende Lebensmittelpreise oder dass er die Medikamentenpreise um 900 Prozent gesenkt habe.

Die ganze Bandbreite zeigt dieser Einspieler:

«Ihm geht es grossartig», kommentiert der 58-Jährige Host. «Macht euch überhaupt keine Sorgen um ihn.»

Kimmel knöpft sich das Kabinett vor

Zudem habe Trump ja auch herausragende Mitarbeitende, die Kimmel noch einmal kurz vorstellt.

«Wir haben den doppelt gebackenen RFK Jr, der jetzt in einen Sex- und Drogenskandal mit einer Reporterin verwickelt ist, die 40 Jahre jünger ist als er. Unser Kriegsminister ermordet nicht identifizierte Zivilisten und versucht, den Admiral, der seine Befehle ausführt, zum Sündenbock zu machen», legt Kimmel los.

Der Direktor des FBI nutze angeblich einen Regierungsjet, um mit seiner Countrymusik-Star-Freundin zu reisen und habe eine Morduntersuchung herausgezögert, bis ihm jemand eine FBI-Jacke gab, die zu seinem kleinen Körper passe. 

«They have better cabinets at Ikea.»

Kimmel kalauert über die Minister-Qualität 

Über Linda McMahon und Kristi Noem sagt Kimmel: «Wir haben eine Wrestling-Magnatin, die das Bildungsministerium führt und das Bildungsministerium loswerden will. Unsere Chefin des Heimatschutzministeriums hat es irgendwie geschafft, dass das Töten eines Welpen das am wenigsten umstrittene Sache ist, die sie getan hat. Sie ist damit beschäftigt, College-Mädchen zu verhaften und Gott-weiss-wohin zu deportieren.»

Kriecherei im Kabinett 

Eine Sache gab es in der Kabinettssitzung offenbar nicht: Widerspruch. Ganz im Gegenteil. 

3 Huldigungen an Trump:

  • Kriegsminister Pete Hegseth: «Der Geist in unseren Rängen seit der Wahl von Präsident Trump ist beispiellos. Sowas habe ich, selbst als ich Soldat in Uniform war, noch nicht gesehen.» 
  • Finanzminister Scott Bessent: «Ich denke, 2026 wird für das amerikanische Volk grossartig – dank Ihnen.»
  • Handelsminister Howard Lutnik: «Ich könnte nicht stolzer darauf sein, wie Sie es geschafft haben, Sir! Sie haben das beste Kabinett erschaffen. Es ist eine Freude, an diesem Tisch zu sitzen.»

Kimmel schneidet sich an Ende des Huldigungs-Einspielers, der bei 6:49 Minute beginnt, am Ende selbst in die Kabinettssitzung – und reiht sich in die Riege der Minister ein, um am Ende frech auf Trumps Gemächt anzustossen.

Hier das ganze Kimmel-Video: