Gedenken am dritten Todestag des Journalisten Jan Kuciak

sda/dpa/toko

21.2.2021 - 17:21

epa09027947 Candles are placed at memorial on the third anniversary of the murder of Slovak journalist Jan Kuciak, in Bratislava, Slovakia, 21 February 2021. Kuciak was shot dead together with his fiancee Martina Kusnirova in his home in Velka Maca, close to Bratislava, on 21 February 2018. The 27-year-old reporter was working for the Slovak news website actuality.sk and specializing on topics of tax evasion. Police suspected that the killing was linked to his investigations. EPA/JAKUB GAVLAK
In der Slowakei gedachten die Menschen dem Journalisten Jan Kuciak, der vor drei Jahren ermordet wurde.
EPA/JAKUB GAVLAKKEYSTONE

Mit Schweigeminuten und Kranzniederlegungen hat die Slowakei am Sonntag den dritten Todestag des Journalisten Jan Kuciak begangen.

Mit Schweigeminuten und Kranzniederlegungen hat die Slowakei am Sonntag den dritten Todestag des Journalisten Jan Kuciak begangen. Der Investigativ-Reporter und seine Lebensgefährtin Martina Kusnirova waren im Februar 2018 erschossen worden. «Von Anfang an war klar, dass ihr Tod nicht zufällig war, sondern eng mit der Recherchearbeit Jan Kuciaks zusammenhing», sagte Präsidentin Zuzana Caputova nach Angaben der Agentur TASR in Bratislava. Es habe sich gezeigt, dass das, was er geschrieben habe, der Wahrheit entsprochen habe. Sie forderte, die Auftraggeber des Mordes zur Verantwortung zu ziehen.

Verurteilt wurden bisher der Schütze und zwei Mittäter, nicht aber die möglichen Hintermänner. Ein bekannter Unternehmer und Millionär, der eine Beteiligung stets bestritten hatte, wurde im September aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Das Verfahren könnte demnächst neu aufgerollt werden. Kuciak hatte unter anderem zu Verbindungen zwischen der slowakischen Politik und der organisierten Kriminalität recherchiert.



Für deutliche Kritik an den Medien nutzte Ministerpräsident Igor Matovic den Todestag. Die Branche schmücke sich mit der Arbeit Kuciaks, doch Journalisten von seiner Qualität gebe es in der Slowakei in Wirklichkeit nur eine Handvoll. Der Rest sei «oft oberflächlich, oft voreingenommen, oft arrogant», schrieb der konservativ-populistische Regierungschef bei Facebook.

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