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Weht ihm in Frankreich ein rauer Wind entgegen? US-Präsident Donald Trump hat zuletzt zumindest nicht mit Kritik an den restlichen Teilnehmern gespart.
Keystone
Donald Trump trifft am G7-Gipfel auf Regierungschefs, die in den vergangenen Monaten Ziel seiner Kritik wurden. Die Konflikte reichen von politischen Meinungsverschiedenheiten bis hin zu öffentlichen Beleidigungen und persönlichen Spitzen.
Donald Trump ist mit einer langen Liste persönlicher und politischer Konflikte zum G7-Gipfel nach Évian (F) am Genfersee gereist. In den vergangenen Monaten hat der US-Präsident zahlreiche seiner wichtigsten westlichen Partner öffentlich kritisiert, verspottet oder offen angegriffen.
Auslöser waren vor allem Meinungsverschiedenheiten über den Krieg gegen Iran, Handelsfragen sowie die Bereitschaft anderer Staaten, den aussenpolitischen Kurs Washingtons mitzutragen.
Manche der Auseinandersetzungen reichen jedoch deutlich weiter zurück und spiegeln ein grundsätzlich angespanntes Verhältnis Trumps zu den traditionellen Verbündeten der USA wider.

Macron und Trump haben das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne.
Keystone
Besonders kompliziert ist Trumps Verhältnis zum französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Die beiden kennen sich länger als die meisten anderen heutigen G7-Staatschefs, doch ihre Beziehung schwankt seit Jahren zwischen gegenseitigem Respekt und offener Kritik.
Im April griff Trump Macron während eines Osteressens im Weissen Haus persönlich an. Dabei bezog er sich auf ein viel diskutiertes Video, das Macrons Ehefrau Brigitte zeigt, wie sie ihrem Mann beim Aussteigen aus einem Flugzeug scheinbar das Gesicht wegdrückt.
Trump sagte, Brigitte behandle ihren Mann «extrem schlecht» und Macron erhole sich noch immer von einem «rechten Haken gegen den Kiefer». Macron wies die Bemerkungen später als «weder elegant noch angemessen» zurück.
In Évian machte Trump nun mit einer herzlichen Begrüssung von Brigitte Macron Schlagzeilen, während er deren Ehemann kaum Beachtung schenkte.
Zugleich nutzt Trump Macron regelmässig als Beispiel für seine angeblichen Fähigkeiten als Verhandler. Bei öffentlichen Auftritten schildert er Gespräche mit dem Franzosen über Handelsstreitigkeiten und ahmt dabei dessen Akzent nach. In Trumps Darstellung gibt Macron dabei stets nach.

Die Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten USA und Kanada waren schon besser. Das zeigt sich auch im Umgang zwischen Trump und Carney.
Imago
Auch Kanadas Premierminister Mark Carney ist ins Visier des US-Präsidenten geraten. Nachdem Trump bereits ein schwieriges Verhältnis zu Carneys Vorgänger Justin Trudeau gepflegt hatte, wurden die Beziehungen zum neuen Regierungschef auch nicht besser.
Auslöser waren Handelsstreitigkeiten sowie eine Rede Carneys beim Weltwirtschaftsforum in Davos, in der dieser den Druck grosser Staaten auf kleinere Länder kritisierte. Obwohl Carney Trump nicht direkt erwähnte, fühlte sich der US-Präsident angesprochen. «Kanada existiert wegen der Vereinigten Staaten», erklärte Trump daraufhin in Davos. «Denk daran, Mark, wenn du das nächste Mal solche Aussagen machst.»
Trump spricht inzwischen häufig vom «Governor Carney» – eine Anspielung auf seine wiederholte Behauptung, Kanada solle zum 51. Bundesstaat der USA werden. Carney reagierte bislang betont gelassen und verwies darauf, dass Trump ein «aussergewöhnlich aktiver Nutzer sozialer Medien» sei.
Der britische Premierminister Keir Starmer bemühte sich lange Zeit um ein gutes Verhältnis zu Trump. Doch die Beziehung verschlechterte sich deutlich, als London eine Beteiligung an den amerikanischen Angriffen gegen Iran ablehnte.

Die Beziehung zwischen Trump und Starmer litt unter Grossbritanniens Haltung zum Iran-Krieg.
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Besonders scharf reagierte Trump, nachdem Starmer zunächst nicht zulassen wollte, dass US-Kampfflugzeuge einen britischen Militärstützpunkt im Indischen Ozean für Angriffe auf Iran nutzen. «Mit dem haben wir es nicht mit Winston Churchill zu tun», erklärte Trump und verglich Starmer damit abwertend mit dem legendären britischen Premierminister des Zweiten Weltkriegs.
Als Grossbritannien später den Flugzeugträger HMS Prince of Wales in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzte, spottete Trump in sozialen Medien: «Wir brauchen keine Leute, die Kriegen beitreten, nachdem wir bereits gewonnen haben.»
Neben der Iran-Politik kritisierte Trump Starmer auch wegen der britischen Einwanderungspolitik und der Förderung erneuerbarer Energien.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz galt zunächst als einer der europäischen Politiker, die einen vergleichsweise guten Draht zu Trump hatten. Das änderte sich jedoch im Frühjahr, als Merz den amerikanischen Kurs gegenüber Iran scharf kritisierte.

Merz und Trump: Das Verhältnis der beiden ist inzwischen deutlich abgekühlt.
Kay Nietfeld/dpa
Merz erklärte, die USA würden von der iranischen Führung «gedemütigt» und seien ohne erkennbare Strategie in den Krieg gezogen. Trump reagierte umgehend in den sozialen Medien. Merz solle sich lieber um die Beendigung des Ukraine-Krieges kümmern und sein «kaputtes Land» reparieren, insbesondere in den Bereichen Migration und Energie.
Wenige Tage später kündigte das Pentagon den Abzug von rund 5000 US-Soldaten aus Deutschland an. Trump deutete zudem an, die amerikanische Militärpräsenz in Deutschland noch deutlich weiter reduzieren zu wollen.
Für zusätzliche Irritation sorgte bereits ein Treffen im Weissen Haus im Vorjahr. Als Merz an den D-Day erinnerte und die Bedeutung der amerikanischen Unterstützung für Europa hervorhob, unterbrach ihn Trump mit der Bemerkung, dieser Tag sei für Deutschland «kein angenehmer Tag» gewesen.
Merz entgegnete, der D-Day habe auch die Befreiung Deutschlands von der nationalsozialistischen Diktatur eingeleitet. Trump räumte daraufhin ein, dass der Kanzler einen Punkt habe.
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni galt lange als Trumps engste politische Verbündete in Europa. Noch im vergangenen Herbst überschüttete er sie mit Lob und bezeichnete sie als «sehr erfolgreiche Politikerin» sowie als «wunderschön».

Trump nannte Meloni eine Freundin – bis sich der Ton änderte.
Alex Brandon/AP/dpa
Doch nachdem Italien eine Beteiligung am Krieg gegen Iran ablehnte und Meloni Trumps öffentliche Angriffe auf Papst Leo XIV. als «inakzeptabel» kritisiert hatte, änderte sich der Ton.
Gegenüber der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» fragte Trump spöttisch: «Mögen die Leute sie wirklich? Das kann ich kaum glauben.» Anschliessend fügte er hinzu: «Ich dachte, sie hätte Mut. Ich habe mich geirrt.»
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi ist bislang die einzige G7-Regierungschefin, die weitgehend von direkten persönlichen Angriffen Trumps verschont geblieben ist. Dennoch kam es auch hier zu Spannungen.

Eine Pearl-Harbor-Bemerkung Trumps während des Treffens mit Takaichi im Weissen Haus stoss in Japan auf Unverständnis.
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Trump kritisierte Japans Weigerung, sich am Krieg gegen Iran zu beteiligen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte jedoch ein Treffen im Weissen Haus. Auf die Frage eines japanischen Journalisten, warum die USA ihre Verbündeten nicht vor den Angriffen auf Iran informiert hätten, verwies Trump auf den japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Jahr 1941.
«Wer weiss mehr über Überraschungsangriffe als Japan? Warum habt ihr mir nichts von Pearl Harbor gesagt?», scherzte Trump mit Takaichi an seiner Seite.
Die Bemerkung löste in Japan Verwunderung aus, da amerikanische Präsidenten das Thema gewöhnlich mit grosser Zurückhaltung behandeln. Takaichi reagierte nicht direkt auf die Aussage und liess den Kommentar kommentarlos stehen.