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Die Tötungen von Joan Sebastian Guerrero und Lorenzo Salgado Araujo durch ICE-Beamte führten in den USA zu Protesten.
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Seit Donald Trumps Amtsantritt sorgt die US-Einwanderungsbehörde ICE mit ihrem harten Vorgehen gegen Migrant*innen für Schlagzeilen. Eine Übersicht zeigt, wie viele Todesfälle bisher bekannt sind.
In den letzten Tagen wurden gleich zwei Menschen durch die US-Einwanderungsbehörde ICE getötet: der 26-jährige Kolumbianer Joan Sebastian Guerrero und der 52-jährigen Mexikaner Lorenzo Salgado Araujo. Beide wurden bei Autokontrollen erschossen.
Die beiden Familienväter reihen sich ein in die Liste von Dutzenden Todesfällen, in die Trumps Behörde verwickelt ist.
Seit Trumps Amtsantritt sind mindesten neun Menschen bei Einsätzen des United States Immigration and Customs Enforcements, kurz ICE, gestorben. Nebst Guerrero und Araujo sind vier weitere von Beamten erschossen worden. Schlagzeilen machten die Tötungen des US-Amerikaners Alex Pretti und der US-Amerikanerin Renee Good. Beide starben im Januar bei Protesten gegen die Behörde.
Der 23-jährige US-Bürger Ruben Ray Martinez wurde im März 2025 in seinem Auto erschossen, nachdem sein Fahrzeug von ICE-Beamten gestoppt worden war.
Am 28. September 2025 erschoss ein ICE-Beamter den 38-jährigen Silverio Villegas Gonzalez aus Mexiko, ebenfalls bei einer Fahrzeugkontrolle.
Nach den Tötungen gaben die Beamten jeweils an, aus Notwehr gehandelt zu haben. Dieser Darstellung widersprachen im Nachhinein aber meist Aussagen von Zeug*innen oder sie wurden durch Videoaufnahmen widerlegt.
Nach den zwei Erschiessungen in den letzten Tagen will die Einwanderungsbehörde laut Medienberichten einen Grossteil der «nicht dringend erforderlichen Fahrzeugkontrollen» vorerst einstellen.
Drei weitere Personen sind nicht direkt durch Beamte der Einwanderungsbehörde erschossen worden, starben aber bei deren Einsätzen. Der 57-jährige Mexikaner Jaime Alanis Garcia stürzte im Juli während einer Razzia neun Meter in die Tiefe und verstarb. Der 52-jährige Roberto Carlos Montoya Valdez aus Guatemala wurde im August während einer Razzia von einem Fahrzeug tötlich angefahren, als er über die Strasse rannte.
Der 24-jährige Josue Castro River aus Honduras wurde im Oktober ebenfalls bei einem Autounfall getötet. Das Auto, in dem er sass, war von ICE-Beamten angehalten worden. River hatte daraufhin versucht, zu Fuss zu fliehen.
Zu diesen 9 Todesfällen kommen 52 Menschen, die zwischen Trumps zweiter Amtseinführung am 20. Januar 2025 und dem 4. Juni 2026 in der Obhut der Einwanderungs- und Zollbehörde gestorben sind, wie die Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch mitteilt. Damit befinde sich die Sterberate in ICE-Gewahrsam auf dem höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Verglichen mit der Zeit der Biden-Regierung sei die Rate heute fast viermal so hoch.
Zwar nehme ICE unter der Trump-Regierung mit ihrem aggressiven Vorgehen auch mehr Menschen fest als jemals zuvor. Doch auch im Verhältnis zu den vielen Personen in Haft seien die Todeszahlen überproportional hoch. «Wenn eine Regierung eine Person in Gewahrsam nimmt, trifft sie eine besondere Verpflichtung, deren Rechte zu wahren», schreibt Human Rights Watch in ihrem Bericht. «Zu diesem Zweck muss sie eine angemessene Gesundheitsversorgung sowie sonstige Schutzmassnahmen gewährleisten.»
Laut Human Rights Watch bestehen schon länger Bedenken an den schlechten Haftbedingungen. Mangelnde Hygiene und unzureichende Verpflegung würden Krankheiten begünstigen. Dazu komme schlechte medizinische Versorgung in den Gefängnissen. Ausserdem habe es zu wenig Personal, um die Gefangenen ausreichend zu beobachten und rechtzeitig auf deren Bedürfnisse zu reagieren.
Unter Trumps Regierung habe sich die schlechte Lage verschärft. Die seit Januar 2025 sprunghaft angestiegenen Inhaftierungszahlen führten zu Überbelegungen und längeren Haftzeiten.
39 der 52 verstorbenen Menschen seien in Einrichtungen ums Leben gekommen, in denen die Belegungszahlen in den zwei Wochen vor dem jeweiligen Todesfall deutlich über dem Durchschnitt der vorangegangenen drei Jahre lagen.
Politisch haben die vielen Todesfälle Konsequenzen. Am Montag kündigte Mexikos Präsidentin an, dass ihr Land in den USA Strafanzeige wegen des Todes von 17 mexikanischen Staatsangehörigen einreichen werde. 14 von ihnen starben in Abschiebehaft, drei bei ICE-Einsätzen.